Ich bin der_roman versucht die welt mit seinen ideen und konfusen vorstellungen der realität zu erreichen und einen bleibenden eindruck bei denen zu hinterlassen, deren mütter nachts spazieren gehen und nackten hunden zurufen, sie kämen in die hölle.er übertreibt alles, was ihm in den sinn kommt bis zur unkenntlichkeit des seins. schlaf und vernunft sind fremdworte in seinem uneingeschränkten wortschatz. er benutzt gefühle anderer und bringt sie zu papier gemischt mit seinen gedanken und verwirrten untertönen. dies ist sein werk und seine seite. dies ist sein netzwerk. seine identität und sein sprachrohr. kommet und setzt euch für ein paar minuten. seid unterhaltsam und sprachgewandt, dann wird euch seine aufmerksamkeit zuteil werden und ihr dürft euch an ihm erfreuen.
Ich bin nicht Du sagst ich bin schwierig und ich glaube dir das und frage doch warum. Du schweigst. Und ich glaube dir auch das. So sitzen wir also und trinken. Wir sitzen am Küchentisch, dessen Weiß dich schon immer gestört hat. Uns trennt ein Aschenbecher. Daran gelehnt. Eine Zigarette. Es ist meine und du sagst, du rauchst wieder mehr. Ich sage nichts und trinke. Du bist ein Arschloch. Stehst auf und gehst. Lässt mich sitzen. Ich trinke. Und rauche. Nach einer langen Weile kommst du wieder. Stehst im Türrahmen und wartest darauf, dass ich dich ansehe. Schließlich: Ich gehe jetzt. Ich drehe mich zu dir. Drücke die Zigarette zwischen den anderen aus und sehe dich an. Ich betrachte dich, wie du da stehst. In deinem Regenmantel. Mit deiner Tasche in der Hand. Du siehst durch mich hindurch. Wieder: Ich gehe jetzt. Ich sage, dass ich dachte, ich wäre dein Traum. Du sagst gar nichts, drehst dich um und verschwindest durch die Wohnungstür. Ziehst sie vorsichtig ins Schloss, als würdest du vermeiden wollen, dass etwas zerbricht, dass schon vor langem kaputt ging. Ich widme mich erneut dem Rauchen. Und trinke. Minutenlang sitze ich da und die Stille senkt sich schwer auf mich herab. Es vergeht die Zeit und es wird dunkel. Es beginnt zu regnen und das Wasser an den Fenster versucht reinzuwaschen, was schon vor langem schmutzig geworden war. Das Telefon unterbricht jäh meine schmerzenden Gedanken. Mühsam arbeite ich mich vom Tisch hoch und stolpere in den Flur. Deine Mutter ist am Apparat. Ob du da seist. Ich verneine dies und auf die Frage, wann du wieder kämest, weiß ich keine Antwort. Sie legt auf. Und ich beginne zu weinen. Wieder zurück in der Küche. Wieder rauchen. Wieder trinken. Das Bild einer Lichtung im Frühlingswald drängt sich in mein Gehirn und ich versuche es wegzudenken, scheitere jedoch im Ansatz, der zu weichlich war. Auf der Lichtung sind wir. Als wir noch wir waren. Du sitzt nah bei mir und lachst. Und ich liebe dein Lachen, weil es noch deins war. Du legst deine Hand auf meine. Schweigen. Lächeln. Glanz in deinen Augen. Ich springe auf und renne ins Bad. Ein Schlag fetzt dein Schminkzeug vom Board. Es zerspringt in Tausend Teile. Ein weiterer Schlag fegt die eingestaubten Kerzen vom Badewannenrand. Letzte Zeugen von dem, was wir vor langem Liebe nannten. Grüne Lichtung und lauer Wind, der Sommer ankündigt. Ein Blick in den Spiegel. Nichts.
Früher dachte ich Gewalt. Gewalt!
Gewalt als einziger und letzter Versuch das verfluchte Leben um mich noch zu spüren. Schlag mich. Tritt mich. Sieh mich wenigstens an. Vernichte mich. Lass mich untergehen in deinem Hass. Lass mich von deiner Wut zerschmettert werden.
Ich sehe, was du fühlst. Ich spüre, was du denkst. Ich merke, was du willst. Doch ich gebe es dir nicht. Du willst mir nicht die Genugtuung geben, die ich haben will. Somit stehe ich auf, verlasse diese brennende Aura, die uns zu zerreißen droht und stehe nun einen halben Meter weiter am Kühlschrank.
- I escaped from Mexican prison.
- Ja, sagst du und spuckst mir zu Füßen.
Ich verfolge dies und setze mich und betrachte dich und hasse dich und genieße dich und rauche schließlich und denke nicht mehr dran. Und du steigst nun empor auf einen Thron, den nur wir kennen und sehen und hassen. Du hasst ihn auch und du bist dir trotzdem nicht zu fein. Doch, sieh es ist eine Falle deines Geistes.
- Eine Falle, schreie ich dich an und lache.
- Schwein, sagst du lustlos und läufst durch die Küche.
- Setz dich.
Ich bitte dich höflichst und du gehorchst. Für einen kurzen Augenblick glaube ich das. Doch Liebe ist auch nicht mehr das, was es einst war, also gehst du erneut durch diesen einen, engen Raum, der uns und unsere Beziehung symbolisiert und sagst mir wieder und wieder, dass du mich liebst und hasst und willst und wegstößt. Und ich glaube dir kein Wort. Keine Silbe. Nicht einmal einen Buchstaben kaufe ich dir ab. Du lügst. Bist Verrat und bitterste Enttäuschung und glaubst noch, dass alles anders sein kann. Und besser.
Nichts wird sich ändern und du weißt das.
- Du weißt das doch, oder?
- Ja, ich weiß das.
Breites Lächeln auf meinem Gesicht und Tränen in deinen Augen.
- Geh mir aus den Augen, flehst du.
Ich reagiere nicht. Fassungslos starrst du mich an. Willst nicht wahrhaben, dass ich Widerstand übe. Wann, wenn nicht jetzt? Kann es einen besseren Zeitpunkt geben, dich zu negieren und zu penetrieren? Kannst du mich nicht endlich hassen und gehen lassen und vergessen und neu anfangen? So wie damals in diesem einen Sommer, als Gott noch ein Kind war und du so wunderschön? Als die Narzissen sich Mühe gaben zu gefallen, ebenso wie du dich bemühtest den Glanz in meinen Augen aufrecht zu erhalten, der schon damals nur ein milchiger Schein war?
Geh nun. Geh einfach.
Heute weiß ich Alles ist gut
Das Gute am Erwachsenwerden ist wieder Kind zu sein.


Gästebuch