Vergangene Woche ist Robert im Alter von 18 Jahren gestorben. Wir denken an seine Familie und seine Freunde.
Roberts Tagebuch
Eine Freundin war da, wir haben uns nett unterhalten, lustige Spiele gespielt und jetzt geht's ums Abendessen.
Sie ist gegangen und Ich hab kein Bock auf Brot oder Lasagne aufgewärmt und auch nicht auf Tiefkühlpizza. Also klär ich jetzt wie es mit dem Abendessen aussieht...
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Roberts Tagebuch
Der Arzt ist nett, und echt cool, aber wenn ich ehrlich bin: die
Gesprächslautstärke ist krass und manche Sachen, die er sagt, echt komisch.
14.08.
Grill für Papa ist angekommen. Ich schenk' ihn zusammen mit meiner Schwester. Bin
grade in Heidelberg in der Klinik, in der ich behandelt wurde und untersucht
werde. Demnächst hab ich wieder Kontakt mit dem Arzt, der sich immer um mich
kümmert. Der Arzt ist nett, und echt cool, aber wenn ich ehrlich bin: die
Gesprächslautstärke ist krass und manche Sachen, die er sagt, echt komisch.
18.08.
Ich rede mit meinem Vadder. Der nervt auch grade. Erzählt mir wie und was ich
schreiben soll, aber sagt, er hat nicht so den Plan, was ich schreiben könnte
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Roberts Tagebuch
Mir schwirren die ganze Zeit Reime durch meinen Kopf.
Irgendwie nervt mich meine Mutter. Eigentlich ist sie total nett, rücksichtsvoll
und geht mit meiner Situation total gut um, aber sie nervt einfach (mit ihren
Kommentaren/ihrer Meinung zu bestimmten Sachen, dem daraus folgenden Verhalten,
usw.)
Ich hab auf meinem Blackberry so ganz viele Notizen. Z.B. für
Essenslocations zum Frühstück, Mittagessen, Abendessen und für Snacks. Eigentlich
brauch ich die garnicht, aber ich lösche sie nicht, weil manchmal brauch ich sie
doch und dann bin ich froh, dass ich sie habe. Da sind dann auch so Notizen drauf
wie z.B. Sprüche und Spaßfragen oder Filme die ich sehen mag (im Kino oder
zuhause).
Und ich hab festgestellt, dass die Notizen echt nützlich sein können,
weil ich mir ja dank der Bestrahlung schlecht Sachen merken kann und mir dann dort
aufschreibe.
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Einführung
Der 18-jährige Robert Strohmaier möchte der Welt erzählen, wie es ist,
unheilbar krank zu sein.
In der NEON-Redaktion trifft eine Mail des 18-jährigen Lesers Robert
ein: »Es geht um die Krankheit Krebs. Ich bin selbst (leider) betroffen,
aber sehe das gar nicht so schlimm – ich mache das Beste draus – und man
gewinnt sogar in einigen Teilen an Lebensqualität, weil man sich auf
Sachen konzentriert, die einem wichtig sind ...« Dann hat er noch eine
Bitte an die Redaktion.
Es beginnt mit Kopfschmerzen vor eineinhalb Jahren, da ist Robert
sechzehn. Seine Mutter leidet unter Migräne, also glaubt jeder, auch
Robert hätte jetzt Migräne. Eine Neurologin verschreibt ihm das
Schmerzmittel Novalgin. Es wirkt.
Sechs Wochen später entdeckt Robert eine Beule an seinem Hals.
Vielleicht kommt das vom Sport, denken seine Eltern, ihr Sohn ist
Leichtathlet, er spielt Tennis, er geht zum Krafttraining und hat in
letzter Zeit neue Muskeln aufgebaut. Vielleicht ist es das.
Die Krankheitsgeschichte, die folgt, hat Robert mit Hilfe seiner Eltern
aufgeschrieben, sieben DIN-A4-Seiten, weil er sich aufgrund der
Bestrahlung vieles nicht merken kann. Robert schildert diese Geschichte
in einem Café in Darmstadt, in der Nähe seines Elternhauses. Oder in
seinem Zimmer. Er serviert Mineralwasser, stellt Gläser auf metallene
Untersetzer. An der Wand hängt ein Poster: »The Periodic Table of
Mixology« – eine Cocktailübersicht. Daneben: eine Klimmzugstange.
Februar 2011, die Beule wächst, der Hausarzt schickt Robert zum
HNO-Experten. Vielleicht doch eine Zyste, eine Wassereinlagerung? Ein
MRT-Bild liefert den ersten Blick in Roberts Körper. Ergebnis: Verdacht
auf Lymphdrüsenkrebs. Der nächste Arzttermin, Robert hört das Wort
»bösartig«.
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