Soundtrack meines Lebens

  • 1. Noir Désir - Le Vent Nous Portera

    Dieser Song ist schlicht der Soundtrack eines jeden Lebens: wie könnte man die Vergänglichkeit besser in Musik und Worte gießen? Das erste Mal hörte ich diesen Song im Frühling 2003 in Berlin: gerade aus einem kleinen Schweizer Städtchen mit erfolgreich abgeschlossenem Studium zurück in die Stadt gekehrt, die ich so liebe - ein Ende eines bestimmenden Lebensabschnitts und an der Schwelle eines neuen -, eine beendete Beziehung - Ende und Anfang von neuen -, der Frühling, aufspringende Blüten in Berlin-Mitte, Auftakt zu einem Jahrhundertsommer - Anfang eines jährlich wiederkehrenden Endes im Winter -, das ganze Leben vor mir als scheinbar endloser Strom, dessen Richtung allein ich zu bestimmen hatte - nur ein Tropfen im endlosen Strom der Zeit und doch alles was ich habe... Und dann am Morgen aus dem Radiowecker, zu einer Zeit, in der Radiosender noch experimentierfreudiger sind, dieser Song; ich noch im Halbschlaf, aber selten jemals so wach, um jede Note, jede Silbe aufzusaugen mit Gänsehaut. Hier in etwa der Text aus dem Französischen: Ich hab keine Angst vor dem Weg, weil ich ihn sehen will, ihn auskosten will. Jede Biegung, jede Windung, bis es gut ist. Weil der Wind uns tragen wird. So wie all das, was du den Sternen sagen würdest, wie der Lauf der Dinge, wie die Zärtlichkeit und der Schlag, wie anderer Tage Paläste, von gestern, von morgen. Ein flüchtiger Eindruck wie von Samt, und dann kommt der Wind und trägt alles davon. Unser Erbgut, unsere Gene nimmt er, trägt sie in die Luft, in die Atmosphäre, in die Galaxien, wie ein fliegender Teppich. Der Duft der Jahre davor und all das, was Einlass verlangt an deiner Tür. Diese Unendlichkeit von Schicksalen, von denen man eines lebt. Und was bleibt von alle dem zurück? Eine Flut, die beständig steigt. Eine Erinnerung, die jeder ab und zu hat und im Herzen des Schattens, der von mir bleibt, nehme ich mit mir die Spur, die von dir bleibt. Bis der Wind alles davonträgt.

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  • 2. Red Hot Chili Peppers - Can't Stop

    Seit über einem halben Jahr bin ich nun in London. Die Fernbeziehung ist nicht leicht, aber wir schaffen alles, was wir wollen. Seit einem Monat haben wir uns nicht mehr gesehen und dann dieser Kick-ass Auftakt eines kick-ass Gigs: zusammen mit meiner Süßen am Fliegen, so wie es nur mit Sex, Drugs und Rock & Roll möglich ist - schwerelos, sorgenlos, das Glücksgefühl ist physisch fassbar, alles was wir brauchen hier und in diesem Moment. We couldn't stop rocking...

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  • 3. Element of Crime - Weißes Papier

    Fast ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass wir nicht mehr zusammen sind. Klar, es ist meine Schuld gewesen, ich wollte diese Beziehung nicht länger. Aber dann wenn es schließlich tatsächlich vorbei ist... Ein halbes Jahr mit Paukerei fern von dem Ort beschäftigt, mit dem so viele Erinnerungen verbunden sind ohne irgendwas zu verarbeiten. Und dann fällt plötzlich alle Last ab, die Prüfungen sind bestanden und ich bin wieder in Berlin - und Sven Regener singt "Nichts soll dir böse Erinnerung sein Verraten, was ich dir gewesen bin Sag nicht, dass das gar nicht nötig wär Denn schmerzhaft wird es erst hinterher Wenn wieder hochkommt, was früher mal war Dann lieber so rein und so dumm sein wie weißes Papier Nicht mal das Meer darf ich wiedersehen Wo der Wind deine Haare vermisst Wo jede Welle ein Seufzer Und jedes Sandkorn ein Blick von dir ist Am liebsten wär ich ein Astronaut Und flöge auf Sterne wo gar nichts vertraut Und versaut ist durch eine Berührung von dir Ich werd nie mehr so rein und so dumm sein wie weißes Papier."

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