Soundtrack meines Lebens

  • 1. Pet Shop Boys - Always On My Mind

    ALWAYS ON MY MIND war nicht meine allererste Single, aber es war die Erste, die ich mir von den PET SHOP BOYS gekauft habe. Diese Band war meine erste Lieblingsband und ich habe Ende der 80er alles von ihnen gesammelt was mir zwischen die Finger kam: Songtexte, Poster, Artikel, Singles. Und ich habe alles aufgehoben, bis heute... Sogar mein erstes Konzert, einige Jahre später, war ein Auftritt der beiden Briten in der Dortmunder Westfalenhalle. Ich kann mich noch gut erinnern: Eine der Zugaben war eben dieses ALWAYS ON MY MIND. ALWAYS ON MY MIND steht stellvertretend für diese Zeit, in der ich noch keine Ahnung von den Dingen hatte, die da draußen auf mich warten, aber ich hatte damals schon eine Band, die ich total mochte und von der ich nicht genug bekommen konnte. Und das ist alles was zählt... Wenn die KIDS die Liebe meines Lebens sind, dann waren die PET SHOP BOYS meine erste Liebe; nicht mehr, nicht weniger..."you were always on my mind, you were always on my mind"

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  • 2. Weezer - My Name Is Jonas

    Dieser Sommer war einer der besten: schon im Mai war es richtig warm, in den Sommermonaten war es ausschließlich schön (rückblickend erinnernd gab es damals keinen einzigen Regentag) und auch der Oktober zeigte sich noch von seiner friedlichsten Seite. Juni 1995 also: das Abitur in der Tasche und noch drei Monate Zeit bis zum Zivildienst - sehr viel Freizeit für Discobesuche, kleinere Fahrradtouren, nichts tun und der (letztendlich vergeblichen) Schwärmerei für ein Mädchen. Dabei half die Debut-Platte von WEEZER mit dem grandiosen Opener MY NAME IS JONAS. Nach all den Jahren mit diversen Grungebands in unmöglichen Klamotten und langweiligen Songs war da endlich eine Band, die mit wunderbaren Melodien und einfachen Mitteln einer der schönsten Platten aller Zeiten hervorzauberten. MY NAME IS JONAS gab den Takt vor und ich ging mit..."thanks for all you’ve shown us, but this is how we feel"

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  • 3. Mineral - Parking Lot

    Da war dieses Mädchen, einige Jahre jünger als ich, groß und toll und noch so viel mehr... Wir haben uns kennen gelernt, ich habe ihre Telefonnummer raus gekriegt, wir haben uns wieder gesehen, telefoniert und an einem Freitag abend im August verabredet. Dieser Abend ließ mich so verwirrt und irritiert zurück, wie mich zuvor noch nie etwas verwirrt und irritiert hatte. Die folgende Woche war ich unterwegs und ich musste viel nachdenken und grübeln, mit mir allein sein. So eingekehrt wie in dieser Zeit war ich auch noch nie zuvor gewesen. Dann das nächste Wochenende: Ein Telefonat mit Ernüchterung - sie ist krank und kann sich nicht mit mir treffen...ich vermute mehr dahinter! Ich bin am Boden zerstört und höre MINERAL und die großartige Platte THE POWER OF FAILING, immer und immer wieder. PARKING LOT ist das letzte Lied, es ist voller Melancholie und Kraft, treibt mir Tränen in die Augen und spendet Trost. Eine Woche später sind wir Freunde, vier Monate später ein Paar... MINERAL als Helfer in der Not; manchmal braucht man ein wenig Selbstmitleid, um sich besser zu fühlen..."and laugh at myself"

  • 4. The Get Up Kids - I'm A Loner Dottie, A Rebel

    Vorher waren die KIDS nur eine Rockband unter vielen, wenn auch eine sehr gute. Dann kam die neue Platte und LONER DOTTIE war Teil dieses Wunderwerkes. Allmählich, doch immer stärker brachen die Songs durch und erreichten mich mit voller Wucht - allen voran LONER DOTTIE. Dieser Song ist bis heute Synonym für Gefühle ohne Ende und steht für eine bestimmte Phase meines Lebens, ohne dass ich das näher konkretisieren könnte. Die Platte im Auto zu hören und jedes Lied (allen voran LONER DOTTIE) aus vollstem Herzen mitzusingen ist das allergrößte! Wer die KIDS nicht mag, der hat kein Herz..."one night doesn't mean the rest of my life"

  • 5. Sportfreunde Stiller - Wunderbaren Jahren

    Ich fuhr mit einem meiner Freunde nach Düsseldorf ins Kino - es war Samstag abend, draußen war es dunkel und einen Tag zuvor hatte ich mit meiner Freundin Schluss gemacht, nach fast zwei Jahren. Im Autoradio lief eine Kassette und die SPORTFREUNDE sangen von den WUNDERBAREN JAHREN. Mir wurde komisch zumute, ich musste an die Vergangenheit denken und die Melancholie des Augenblicks hatte etwas Zwiespältiges - einerseits Traurigkeit, andererseits aber auch Glück angesichts einiger eben dieser wunderbaren Jahre. Manchmal ist das Leben nicht so einfach... Auch wenn die SPORTFREUNDE heutzutage sehr viel Unsinn singen, so hatten sie damals doch so was von recht..."wir haben allzu viel erhofft und leider nichts getan, wie so oft, in all' den wunderbaren jahren"

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  • 6. The Weakerthans - Wellington's Wednesdays

    Ich war der Letzte in meinem Freundeskreis, der sich für die WEAKERTHANS erwärmen konnte. Sie hatten mich nie so interessiert, aber als die vier Kanadier dann im Rahmen ihrer Deutschland-Tour auch nach Köln kamen, ging ich trotzdem mit. Einige Lieder kannte ich bereits und ich war begeistert von der positiven Ausstrahlung der Band, bei der man einfach mitwippen, mitlachen und mitsingen musste. Dann, nach etwa einer Stunde, spielten sie WELLINGTON'S WEDNESDAYS und irgendwann wurden sie leiser und John K. Samson, der Sänger, fragte ins Publikum, ob jemand Lust auf ein Gitarrensolo hätte. Einige Rufe ertönten und plötzlich setzte sich einer meiner Freunde in Bewegung und erklomm die kleine Bühne. Samson überreichte ihm seine Gitarre und sie redeten kurz miteinander, bevor mein Freund einsetzte und ein geniales Solo hinlegte. Die Leute im Publikum johlten, meine Freunde und ich konnten es nicht fassen, doch mein Kumpel auf der Bühne grinste nur, während es gemeinsam mit den WEAKERTHANS (im Übrigen eine seiner Lieblingsbands) das Haus rockte. Auch den Musikern war die Überraschung förmlich ins Gesicht geschrieben und beim einige Tage später stattfindenden Konzert in Bochum bekam ich eine ungefähre Vorstellung, mit was sich die Band ansonsten rumschlagen muss, wenn es um das Thema "Does anyone wants to play a guitar-solo?" geht. Glücklicherweise gelang es mir, an einen Videomitschnitt des Konzertes zu gelangen, so dass wir uns alle auch heute noch diesen magischen Moment im Fernsehen anschauen können. Inzwischen habe ich die WEAKERTHANS noch viele Male gesehen, aber dieses erste Konzert wird mir wohl für immer im Gedächtnis bleiben..."there's always more than one last call calling you"

  • 7. Feeder - Forget About Tomorrow

    Wir kannten uns schon etwas länger, aber erst zu dieser Zeit hatten wir mehr miteinander zu tun. Und erst da fiel mir auf, wie außergewöhnlich sie war: In sich ruhend, von innen leuchtend und mit einer Natürlichkeit gesegnet, die sie gleichermaßen so normal und doch so bezaubernd erscheinen ließ. Dass sie in festen Händen war, war nicht weiter schlimm; im Gegenteil, es erleichterte vieles, weil es vieles so klar machte. Ich nahm ihr Lieder auf, wollte ihr meine Welt zeigen - etwas kannte sie schon: FEEDER und das unglaubliche FORGET ABOUT TOMORROW, das so herzzerreißend und klar, so intensiv und wunderschön ist. Eines der Lieder, die einem vor Ohren führen, warum es Musik überhaupt gibt und warum sie so wichtig ist. Eines Abends fuhren wir im Dunkeln über die Autobahn und ich spielte ihr den Song im CD-Player in voller Lautstärke vor, um sie vollends von der Magie dieses Liedes zu überzeugen. Sie war überzeugt und dieser Moment war - in seiner Kürze und Intensität - ebenso wunderbar wie das Lied. Ich denke gerne an die Zeit zurück und FORGET ABOUT TOMORROW wird mich für immer daran erinnern..."today it all feels fine, a sense of freedom fills your mind"

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  • 8. Wir sind Helden - Nur Ein Wort

    Ich arbeitete damals neben dem Studium als Kabelhilfe in Köln, vorrangig bei VIVA. Eines Tages sollten WIR SIND HELDEN bei Sarah Kuttner auftreten und die vier Berliner kamen mit äußerst spärlichem Equipment ins TV-Studio - ein Akkustik-Set stand auf dem Programm. Die neue Platte war noch nicht draußen, demnach kannte ich die Songs noch nicht, ich war gespannt! Und dann spielten sie NUR EIN WORT... Ich glaube, dass mich selten zuvor ein Song beim ersten Hören so berührt hat wie NUR EIN WORT. Ich war wirklich wie elektrisiert als ich dieses Lied in den Proben hörte; insgesamt spielten die HELDEN das Lied an diesem Tag ungefähr sechsmal, aber die Wirkung ließ auch dann noch nicht nach - bis heute nicht. In dieser Zeit entwickelte und veränderte sich bei mir einiges bzw. ich dachte, dass das geschehen würde; doch nichts davon ist geblieben, nur dieses Lied... JUDITH HOLOFERNES ist so wunderbar..."ich fühle, dass du willst, aber ich hör dich nicht"

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  • 9. Tiger Lou - Oh Horatio

    Das erste Mal trafen wir im Dezember 2005 aufeinander; um sie von "meiner" Musik zu überzeugen, nahm ich ihr schon nach kurzer Zeit einige Songs auf CD auf - diese CD's hat sie bis heute nie gehört... Nichtsdestotrotz wurden wir ein Paar, auch wenn es von da an noch fast 1 1/2 Jahre dauern sollte, doch die Zeit dazwischen, die teilweise enorm unwegbar war, kommt mir im Rückblick gar nicht mehr so lang und kompliziert vor. Auch TIGER LOU war unter den Songs vertreten, u.a. mit dem so wunderbar melancholischen OH HORATIO, ein Lied, das nun zu ihren absoluten Favoriten gehört, genau wie TIGER LOU selbst. Und auch wenn ich TIGER LOU schon seit vielen Jahren kenne und seit einigen Jahren schätze, so hat mir erst ihre Schwärmerei seine Musik endgültig erschlossen. Besonders OH HORATIO hat es uns beiden angetan und so wie ich an den Songs von TIGER LOU die klare Schönheit und Melancholie liebe, so liebe ich an ihr ihr Wesen, ihr Lächeln und den Mut, den sie für mich aufgebracht hat. Der TIGER ist ein richtig Guter und seine Songs werden uns hoffentlich noch lange begleiten..."for the rest of my days"

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  • 10. Kristofer Aström & Hidden Truck - What I came here for

    Ich kannte die schwedische Band FIRESIDE schon seit vielen Jahren, als ich mich im September 2001 zu einer vierzehntägigen Reise per Auto durch Schweden aufmachte. Umso überraschter war ich, als ich in einem Plattenladen in der Altstadt von Stockholm eine Solo-CD des FIRESIDE-Sängers KRISTOFER ÅSTRÖM entdeckte. Davon hatte ich nichts gewusst und das, obwohl ÅSTRÖM schon drei Jahre zuvor seine erste eigene Platte veröffentlichte. Nun denn, reinhören schadet ja nichts, große Erwartungen hatte ich nicht - wie auch! Aber dann hörte ich das erste Lied WHAT I CAME HERE FOR und war total begeistert: diese Melancholie, diese Klarheit, einfach unglaublich. Der Rest des Albums war ebenso wunderbar und ich kaufte die CD. Anschließend ging ich zurück zu der Wohnung des Ehepaares, bei dem ich für meine kurze Zeit in Stockholm untergekommen war und überspielte die CD auf eine meiner zahlreichen Kassetten, die ich mir für die langen Autofahrten mitgenommen hatte. Ich hörte die Kassette einige Male auf meinem Kassettenrekorder und dann, im Auto, auf dem Weg von Stockholm Richtung Süden; es regnete, es war kalt geworden und auf den Straßen begegneten mir nur wenige Autos...KRISTOFER ÅSTRÖM sang dazu und spielte Gitarre und es war einfach ein großartiger Moment. Bis heute ist KRISTOFER ÅSTRÖM einer meiner absoluten musikalischen Favoriten geblieben und irgendwie ist es schön zu wissen, wann, wo und wie es mit uns begonnen hat..."i left my home and the northern winter cold"

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