Soundtrack meines Lebens

  • 1. The Darkness - Friday Night

    Es ist einer dieser Songs, die man mehr oder weniger für sich allein hat, weil sie komischerweise keiner kennt, obwohl es eigentlich Wahnsinnsmonsterkracher sind. Zu "Friday Night" ausgelassen im Zimmer herumspringen war so Ende 2003 eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen. Wir sind im Haus ihrer Eltern, kurz vor Weihnachten 2003, packen Geschenke ein. Musik läuft. Der Song läuft. Und da sagt sie, nach kurzem Zögern, aber dann sagt sie doch: -Wenn wir uns irgendwann mal trennen würden, dann wäre meine Erinnerung an dich dieser Moment, wie du zu diesem Lied da rumhüpfst. Nicht nötig, hab ich mir gedacht und wohl auch gesagt, das wird nicht passieren. Wir haben uns getrennt, vor nicht allzu langer Zeit. Und wenn ich heute "Friday Night" höre, dann fällt mir wieder ein, wie wir gut gelaunte Kinder durch die Gegend sprangen und glücklich miteinander waren und einige Wochen später im Konzert waren und das Gefühl hatten, dieser Song gehört uns ganz allein und wir beide gehören zusammen. Davon ist nichts geblieben. Nur der Song ist immer noch da und klingt wie damals. Und wenn ich ihn höre, werde ich immer an das Mädchen denken, das lange Jahre meine Freundin war und das immer bei diesem Lied an mich denken wird so wie ich an sie.

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  • 2. Muse - Time is running out

    Drei Leute auf der Bühne? Ob die das live so hinkriegen? Na ja, mal sehen. Und wie sie es hinkriegen. Die tausend Menschen, die dichtgedrängt in der Columbiahalle stehen, sind Teil eines riesigen Ozeans geworden, der in großen Wellen den ganzen Raums ausfüllt und hin und her wogt wie der Atlantik bei Sturm. Die Musik ist brachial laut, aber sie schlägt uns nicht tot, sondern reißt uns mit an einen Ort, den wir vorher nicht kannten, wir werden eins mit der Musik und fliegen davon. Heute, zwei Jahre danach, lerne ich ab und zu Leute kennen und stelle fest, daß die damals auch da waren. Ich war an jenem Abend also eigentlich in einem Raum mit allerhand Freunden, die ich nur noch nicht kannte. Aber wir waren schon einmal Teil eines gemeinsamen, großen Lebewesens.

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  • 3. The Cranberries - Linger

    Sie war eine alte Bekannte, mit meiner Schwester besser befreundet als mit mir, ich mit ihrem Bruder sehr eng befreundet und mit ihr nur lose. Ich kannte sie aus der Schule, hatte mich nie wirklich an sie herangetraut, weil sie nämlich so schön und unerreichbar war wie der Mond und außerdem sowieso immer irgendwelche Freunde hatte. Das war seit drei Jahren so, wir waren mittlerweile beide in München, man sah sich halt gelegentlich. Es war ein verschneiter Wintertag, ich hatte mit Freunden einen Kurzfilm gedreht, wir hatten einen Tag gemeinsam im Schnee gefroren und waren danach bei mir zuhause. Es war spät, die Freunde brachen auf. In meiner Anlage lief irgendeine Mix-CD, die Cranberries spielten "Linger" - sie freute sich, begann mitzusingen und ein wenig zu tanzen, einfach so, zwischen Mantel zumachen und Handschuhe anziehen. Nichts besonderes, es ist keinem aufgefallen, niemand hat es sich gemerkt. Wir blieben lose befreundet, sehen uns jetzt seltener, da der Film, den wir gemacht hatten, mich an die Filmhochschule und nach Berlin beförderte, aber immer wenn ich den Song höre, muß ich an diesen Moment denken, als dieses Mädchen in meinem Zimmer stand und den Text mitsang. "You know I´m searching food for you/You´ve got me wrapped around your finger/Do you have to let it linger..."

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  • 4. benjamin biolay - Little Darlin´

    Das Lied kannte ich schon länger. Und fand es ganz schön. Dann habe ich für eine Freundin eine CD gebrannt. Und den Song draufgetan. Sie fand das Lied toll. Ich fand sie toll. Mehr wurde nicht daraus. Jetzt ist sie erstmal weg, und wieder ist ein wunderschönes Lied, ein ganz unschuldiger, völlig normaler Song, den man seit längerer Zeit in der Sammlung hatte, mit schwerem emotionalem Ballast beladen, so daß man ganz traurig wird, wenn man ihn hört. Und das habe ich mir selber zuzuschreiben. Wär doch nicht nötig gewesen. Sollte man am Ende Leuten, die einem was bedeuten, vielleicht nur Lieder geben, die einem nichts bedeuten, damit hinterher nicht die Lieder verseucht sind, an denen man sich noch festhalten könnte, wenn man sich sonst nirgends mehr festhalten kann? Geht leider nicht. Also muß ich wohl einfach die Zähne zusammenbeißen und bei Benjamin Biolay weiterhin an eine Person denken, die jetzt weit weg ist und mir weiterhin viel bedeutet.

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