Soundtrack meines Lebens

  • 1. David Bowie - Time

    Der Song ist immer großartig, wenn man sein Leben bilanzieren will, und sich dabei etwas gehen läßt. Die Zeit war auch an meinem 25. Geburtstag gekommen, den ich in Polen feierte. Das war wohl der beste Geburtstag, den ich je hatte, ich hatte auf jeden Fall einen sehr guten Lauf damals. Bei der Party bestand ich darauf, den Song immer wieder zu spielen, ich dachte, das wäre passend. Witzigerweise aus einem kleinen Mißverständnis heraus. Ich dachte immer, Bowie singe: "I look at my watch, it says now I'm 25 and I think >oh my God, I'm still alive

  • 2. Sonic Youth - Dirty Boots

    Ich war 19, das Abitur gerade hinter mir, hatte lange Haare, und natürlich gnadenlos und sehr frisch verliebt. Um sie zu sehen, musste ich aus Montpellier fast in die Normandie, und da ich jung war und cool, trampte ich hin. (Macht man das heute noch?) Es waren ca. 1000km zu bewältigen, aber ich war innerhalb von zehn stunden da, obwohl ich mindestens 8-9 lifts gebraucht hatte. Jedesmal, wenn ich meinen Daumen abermals rausstrecken musste, habe ich im Walkman "Dirty Boots" gehört, das erste Lied auf dem "Goo"-Album. Aber keine Chance, ich konnte den Song kein einziges Mal zu Ende hören, weil schon der nächste Wagen mich wieder mitnahm. Trampen hat sehr viel mit Psychologie zu tun. Ich muss irgendwas ausgestrahlt haben, was nicht von dieser Welt war, dass sie alle anhielten. Auf jeden Fall war ich euphorisch wie noch nie. Und der Song hatte auch damit zu tun, nicht nur die Aussicht, meine Angebetete bald zu sehen. Übrigens: die Frau war eine totale Enntäuschung, und ich für sie auch, schon nach einem Tag redeten wir kein Wort miteinander, ganz einfach, weil wir überhaupt nichts hatten, worüber wir hätten reden können. Und der Rückzug war eine einzige Katastrophe, das Trampen ein Desaster. Da half Sonic Youth auch nicht mehr weiter. Aber was soll's, die finde ich heute noch gut.

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  • 3. Lou Reed - Coney Island Baby

    Ich denke, das ist wohl mein Lieblingssong. Erstraunlich: er ist sowohl am Anfang als auch am Ende einer Liebe aktuell. Großartig in Zeiten des Selbstmitleids, und auch, wenn man gerade neuen Mut schöpft. Als ich meiner großen Liebe noch nicht den Hof machte, aber sie schon zu beeindrucken versuchte, habe ich ihr das Lied vorgespielt. Ich war nervös, also tat ich es nochmal, und nochmal, und dann auch in verschiedenen Versionen (etliche Live-Aufnahmen gibt es...) Ich war sehr nervös, habe auch noch Schoko-Pudding auf den Teppich gekippt. Wir sahen uns sehr lange verwundert an.

  • 4. Mia - Hungriges Herz

    Mia fand ich schon nach dem ersten Album ganz gut, aber Hungriges Herz hat mich sofort angefixt. Und ich habe eine große Schwäche für Mieze entwickelt (ja, ich ecke gerne an!!). Da half es nicht, dass Mieze gerade zwei wochen, nachdem das Lied rauskam, beim ersten sonnigen Tag des Jahres im Café am Nebentisch saß. Ich werde weiß Gott nicht nervös in Gegenwart von Prominenten, aber das war mir dann doch zu viel der Aufregung. Ich versuchte krampfhaft, nicht in ihre Richtung zu gucken, aber jedesmal, wenn ich es doch tat, kreuzten sich unsere Blicke. Ich nehme an, sie dachte, dass ich sie richtig scheiße finde, es war ja die Zeit, in der Mia so richtig angefeindet wurde. Der Song gefällt sogar meinem zwölfjährigen Neffen, der kein Wort deutsch kann. Vielleicht ist das genetisch.

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