Soundtrack meines Lebens

  • 1. Jimmy Eat World - Bleed American

    Mitte 15 muss ich gewesen sein, als ich dich, damals Klassenkamerad und bester Freund zugleich, an einem eigentlich ziemlich normalen Tag besuchte. Du warfst das "neuste und beste aus Amerika" ein (Anmerk.: Dass das Album 'Bleed American' schon ein Jahr erhältlich war, mindert nicht, dass es in einem Dorf zu der Zeit noch 'neu' wirkte). Dadurch hast du zu meiner ersten größeren Persönlichkeitsentwicklung beigetragen, zumindest würde ich das heute als Startschuss betrachten. Vor allem das bewusstere Interesse an Musik aber auch mein Interesse in andere Lebensbereiche, die mich heute nach wie vor noch begeistern, nahm danach mehr und mehr zu. Mit dem Opener und gleichnamigen Album erfuhr ich wohl das erste Mal, dass es auch andere Musik bzw. Kulturgüter (und oftmals viel schönere) jenseits der vom Fernsehen und Medien Propagierten gibt. Jimmy Eat World ist somit die erste Band geworden, die ich in jungen Jahren sehr gerne hörte und auch weiterhin ebenso gerne höre. In gewisser und meiner Meinung nach positiver Weise hat mich das damalige Einwerfen des Albums also sehr geprägt.

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  • 2. The Killers - Mr. Brightside

    Zunächst konnte ich dir ja gar nichts abgewinnen. Ich meine, klar mit deinem Aussehen hattest du mich schon, aber dein Wesen war mir viel zu krass. Lebhaft wäre da noch untertrieben, so überdreht begeistert warst du von scheinbar unendlich vielen Dingen. Drum mied ich dich erstmal. Das änderte sich jedoch, als wir uns Wochen später wiedersahen. Überdreht warst du nach wie vor, aber ich lernte auch deine ruhigen Seiten kennen und obendrauf steckte mich deine übertriebene Begeisterung für viele Dinge regelrecht an. Durch deine gesprächige und auch immer unfassbar ehrliche Art sprachen wir vertrauensvoll über Gefühle und das obwohl wir uns doch in der Summe erst gut sieben Tage kannten. Schließlich war auch dieser 'Kurzurlaub' wieder vorbei. Du winktest superkitschig meinem Zug hinterher. Ich drückte Play. 'Mr. Brightside'. Ich sah dir hinterher, schmunzelte und schüttelte den Kopf. Ja, erst da merkte ich, dass ich doch schon sehr interessiert an dir wäre. Leider war in der Zeit vor unserem nächsten Treffen jemand anders schneller als ich. Das wissen wir beide.

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  • 3. Oasis - Wonderwall

    Du neuer Freundeskreis und ich neue Schule. Nichtdestotrotz zog es mich aufgrund eines Herbstevents zurück an die alte Schule. Du solltest singen, das ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Von recht weit hinten beobachtete ich dich im gefüllten Saal. Du konntest singen, das wusste ich. Man hatte dich ja auch in die Band des mir weniger sympathischen Freundeskreises aufgenommen. Aber das war auch mit das Problem, welches mir bewusst wurde, als du mit "Today is gonna be the day" zu singen begannst. Irgendwie hatten wir in den letzten Monaten schon viel weniger gemeinsam unternommen. Es gab die ersten Partys bei denen nur du geladen warst und die ersten bei denen nur ich geladen war. Auf beiden Seiten gabs Ausflüchte den anderen nicht zu sehen, nur um mit den ihm fremden Freundeskreis etwas unternehmen zu können. Wir hatten auch versucht den anderen mal mitzunehmen, aber das hat nie wirklich super funktioniert. Schließlich hörtest du auf zu singen. Alle klatschten und lobten. Ich natürlich auch. Und trotzdem blieb der Gedanke zurück, dass das gerade zum Ende unserer besten Freundschaft gehörte. Und so kam es dann auch. Heute sieht man sich nur noch extrem selten. Zwei oder drei mal in einem halben Jahr. Man versteht sich gut, ohne Frage. Aber für deine Probleme wie auch für meine sind in den letzten Jahren stets andere da gewesen (oder auch niemand). Wir beide waren uns fern. Inzwischen erst recht. Ich bin weggezogen und du bist Vater geworden.

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