Soundtrack meines Lebens

  • 1. Baltimora - Tarzan Boy

    Zugegeben, cool ist der Song im Nachhinein irgendwie gar nicht mehr - aber damals rockten wir dazu das Haus, die Disco, oder viel mehr den Partykeller. Meine erste Begegnung mit Räumen dieser Art. Zum Tarzanschrei in Endlosschleife wedelten zwanzig pubertierende Provinzkinder aus dem Westerwald wild und unkoordiniert mit den Armen - weit über ihren verpickelten Köpfen. Das dabei niemand ernsthaft Schaden genommen hat, wundert mich noch heute. Wir durften bis elf, eigentlich nur halb elf, bettelten aber so lange bis unsere Betreuer entnervt aufgaben. Für eine Nacht waren wir cool. Und groß. Und beinahe erwachsen.

  • 2. Falco - Rock Me Amadeus

    Falco war ja damals die Nummer Eins schlechthin - das hatte auch die Schülervertretung meiner Schule verstanden und organisierte deshalb Bus und Butterbrote für fünfzig Jugendliche, um sie sicher und mit vollen Mägen zum Konzert zu karren. Großstadt, mit Sicherheit, weil große Halle, und ich höchstwahrscheinlich in Klamotten, die heute jedem Tränen in die Augen treiben würden, der nur über etwas guten Geschmack verfügt. Egal, auf jeden Fall muß es unheimlich aufregend gewesen sein - an Details kann ich mich nämlich beim besten Willen nicht erinnern. Oder doch? Zu "Rock Me Amadeus" grölten wir alle laut mit ...

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  • 3. The Bangles - Eternal Flame

    Ehrlich gesagt: Ein Traumurlaub war das bestimmt nicht, denn der Campingplatz am Secker Weiher lag nur fünf Kilometer von meinem Heimatort entfernt. Als Ersatz für eine verpatzte Jugendfreizeit in Jugoslawien, die ohne mich, aber mit all meinen Freunden stattfinden mußte, war das aber durchaus annehmbar - und letztendlich wurden aus den geplanten zwei Wochen sogar sechs. Neben den gängigen G-Kombinationen (gezeltet, gegrillt und gebadet, zum Beispiel), taten wir vorwiegend eins: Grölen. Und weil der weibliche Anteil unter den grölenden Jugendlichen doch überdurchschnittlich hoch war, setzte sich gegen die von uns Jungs favorisierten Ärzte-Songs dieser Schmachtfetzen durch. Den Text kann ich heut' noch ...

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  • 4. The Cranberries - No Need To Argue

    Meine erste große Liebe. Und das Album der Iren als Dauerbeschallung, egal wo, ob im Auto, im Bett oder als musikalisches Thema für den Film, den er damals drehte - mit mir in der Hauptrolle. Im darauffolgenden Jahr machte ich aus seiner Hauptrolle in meinem Leben kurzerhand eine Statistenrolle - aus Gründen, die mir heute noch nicht ganz einleuchten - und hatte dafür jahrelang Rechnung zu tragen. Keiner war wie er, nirgends war das Gefühl wie bei ihm, niemand schien auszureichen. "No Need To Argue" schlug immer wieder genau in diese Kerbe hinein und insgeheim blieb er dennoch für die nächsten Jahre mein Hauptdarsteller ...

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  • 5. Q.T. Quartet - Hold That Sucker Down

    Klingt das nach schwuler Tanzveranstaltung und jungen Männern in bauchfreien T-Shirts? Ja? Dem war auch so. Und ich war DJ, damit automatisch begehrenswert und in den fraglichen Jahren hauptverantwortlich dafür, dass dieses Lied regelmäßig die Tanzflächen füllte.

  • 6. Liquido - Narcotic

    Das Olympic war unser Wohnzimmer, der Erdbeerlimes floß reichlich unsere wundgegrölten Kehlen hinunter und wie die Kinder hüpften Lotte-Totte, Diana und Dirki zwischen trägen Touristen zu diesem Song über die Tanzfläche ... wir wohnten dort, wir durften das!

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  • 7. Kylie Minogue - Love At First Sight

    Relativ gelangweilt stand ich an der Theke herum. Das, was irgendwann einmal als etwas Großes und Innovatives begonnen hatte, neigte sich seinem schlecht besuchten Ende entgegen - die schwullesbische Party im Scarabée war tot, eindeutig. An Beziehungen glaubte ich zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr - mal von dem Funken Hoffnung abgesehen, der einen trotzdem noch zu solchen Parties gehen lässt - also verlagerte ich mein Interesse eher auf das Frischfleisch. Der einzige Augenschmaus stand am Rande der Tanzfläche, arrogant, gelangweilt und überheblich - und nie im Leben hätte ich es gewagt ihn anzusprechen. Freunde indes neigen mitunter dazu, solche Dinge unaufgefordert zu erledigen - und weil diese Freundin meine schmachtenden Blicke nicht länger mit ansehen wollte, spielte sie Herzblatt und sprach ihn an. Fünf Minuten später saßen wir uns bei EINER Coke Light gegenüber und ich mußte mich sehr darauf konzentrieren, um zu verstehen, was er sagte. Kennenlernsituationen sind oft etwas zäh. Umso mehr freute ich mich, als aus den Boxen über der Tanzfläche ein Lied erklang, das schon bald unser Lied sein sollte - Love At First Sight. Und genau das war es ...

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  • 8. Wir sind Helden - Du erkennst mich nicht wieder

    Es ist Sommer, es ist heiß, neben mir sitzt die Liebe meines Lebens, tausend Kilometer Straße vor uns und im Ohr die wunderbaren Lieder von den wunderbaren Helden. Nach zwei Wochen zwischen Bergen und Meer können wir alle Texte mitsingen - das tun wir noch heute ...

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