Soundtrack meines Lebens

  • 1. Prime Sth - I'm Stupid

    Der Ohrwurm der jungen Stockholmer Band Prime STH (STH = Stockholm) begleitete mich auf einer meiner zahlreichen Road trips nach Stockholm und war während rund zwei Wochen ständiger Begleiter auf den winterlichen Strassen Stockholms und Umgebung. "I'm stupid - don't worry about my" ist nach wie vor unter den ersten 3 Plätzen meiner Playlist (unter den knapp 3'000 Songs). Der Song fasste einfach all das in Worte zusammen, was sich zu dieser Zeit zwischen einer Freundin und mir abspielte.... und vielleicht so etwas wie Medizin für die Seele :-)

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  • 2. everything but the girl - Missing

    Es war 1995. Mein drittes Jahr in Hamburg. Ich hatte mir fest vorgenommen, in der schönsten Stadt Deutschlands die nächsten Jahre hier oben zu verbringen, zwischen Wind, Regen, Fisch und der norddeutschen Reserviertheit. Ich hatte bereits 5 Semester hinter mir und wie so oft im Leben verschaut man(n) sich dabei schnell in die falschen Dinge des Lebens, in eine Frau, die bereits mit Haut und Haar vergeben war. Wir verstanden uns gut, lachten zusammen, aber eben, mehr konnte und durfte es dann auch nicht werden. Heute, 12 Jahre später, erinnere ich mich gerne noch an die schönen Augenblicke mit ihr: Ihr Lächeln, ihr Lachen, die Art wie sie auf bestimmte Dinge reagierte, ihre Stimme, ihren Duft. Es gibt nunmal nicht viele Dinge im Leben, bei denen Man(n) zugibt, wie wohl man sich in deren Umgebung fühlt. Nun, sie war einer dieser "Dinge". Heute bin ich über diese grosse Liebe längst hinweg, denke aber gern noch an die schönen Momente mit ihr zurück. Und vielleicht war "Missing" von Everything But The Girl (EBTG) ein gutes Mittel, mich von dieser grossen Sehnsucht nach ihr los zu reissen und das Herz wieder für andere Frauen zu öffnen. Jedenfalls beschreibt das Lied die Augenblicke, in denen man sich zurück erinnert und nachdenkt, was wäre wenn Sie immer noch im gleichen Haus, in der gleichen Strasse wohnen würde und man schliesslich dann eines Tages vor ihrer Haustüre steht, um allen Mut zusammen zu reissen und zu klingeln... Aber eben, passiert ist es bisher nur im Lied - und wird es wohl auch bleiben :-)

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  • 3. Imogen Heap - Just For Now

    31. Dezember 2005. Der letzte Tag im 2005 sollte wie jedes Jahr wieder in Stockholm stattfinden. Ich genoss die letzten Stunden in dieser wundervollen Stadt im Norden. Stockholm's Strassen waren in diesem Winter mit reichlich Schnee überdeckt. Ich steuerte meinen Mietwagen in Richtung Altstadt (Gamla Stan), einem meiner absoluten Lieblingsplätze in Stockholm. Am Hafen versammelten sich bereits Menschenmassen aller Nationalitäten, wie jedes Jahr rund um den grossen Weihnachtsbaum. Pünktlich um Null Uhr verkündete ein grosses Fährschiff das Ende des alten und den Beginn des neuen Jahres. Jipiieehh! Nix wie über Bord mit Altlasten, Ärger und unnützen Zeugs, her mit den neuen vielversprechenden, spannenden und interessanten Vorsätzen für Leben, Liebe, Arbeit (genau in dieser Reihenfolge). Nach rund einer Viertelstunde war der grosse Bums vorüber, die Luft von Rauch durchzogen und der grosse Tumult hatte sich schon wieder in alle Himmelsrichtungen aufgelöst. Rund eineinhalb Stunden später kehrte ich zu meinem Auto zurück, für das ich glücklicherweise am Königspalast einen Parkmöglichkeit gefunden hatte. Inzwischen hatte es wieder angefangen zu schneien. Ich versorgte Kameratasche und Stativ und wollte grade den Motor starten, als plötzlich die Beifahrertüre aufging und eine junge Stockholmerin einstieg. Wir kamen in's Gespräch, ich bot ihr an, sie nach Hause zu fahren (ohne jegliche Hintergedanken, ich schwöre :-) )......... nach einer fast zweistündigen Irrfahrt durch Stockholm's Vororte kamen wir endlich bei Ihr zuhause an (das folgende ist jetzt stark abgekürzt) und irgendwann fiel dieser eine berühmte Satz: "Willst du nicht noch kurz hochkommen?". Daraus wurde eine wilde Liebesnacht, die nicht weniger als drei Stunden dauerte. Da ich am nächsten Morgen wieder früh raus sollte, musste ich ihr Good-bye sagen und sie nach dem Austausch von Telefon, Adresse und letzten flüchtigen Küssen leider wieder verlassen. Es hatte mittlerweilen aufgehört zu schneien und ich fuhr in Richtung Hotel am Freihafen. Die ganzen dreissig Minuten war dieses Lied von Imogen Heap mein Begleiter durch die dunklen, schneeverwehten Strassen Stockholms. Der Titel des Songs konnte nicht besser passen und ich grübelte noch die nächsten drei Tage über das nach, was da zwischen der hübschen, 35-jährigen Stockholmerin und mir geschehen war. Nun denn, es war wohl einer dieser spannenderen und schöneren Starts in's neue Jahr und einige Dinge sind so speziell und einmalig, dass sie vermutlich nur für den Moment zählen - Just for now!

  • 4. Lamb - Gorecki

    Lamb’s Gorecki gehört wohl zu dieser Art von Medizin, die einem starken Liebeskummer und andere Liebesnöte, relativ gut ertragen lassen. Na ja jedenfalls für den ersten Moment. Das gute an dieser Medizin: Es gibt keine Nebenwirkungen, ausser vielleicht der Gefahr der Abhängigkeit und der Suchtgefahr, nicht mehr davon loskommen zu können (oder zu wollen) :-). Es war vor drei Jahren. Der Frühling hatte Einzug gehalten und die Temperaturen in die Höhe steigen lassen, die Sonne hatte wieder ihren festen Platz im Tagesgeschehen eingenommen und den letzten Schnee vertrieben. Man spürte förmlich dieses Frühlingserwachen: Die Menschen tummelten sich auf der Strasse, die Natur erwachte aus ihrem Winterschlaf und gab es mit dem ersten, vereinzelnten Grün und wildem Vogelgezwitscher bekannt. Ich war gerade bei einer lieben Freundin in Zürich zu Besuch, einfach ein bissel kochen, plaudern, bei einem schönen Glas Wein zusammensitzen und über Gott und die Welt zu philosophieren und was drumherum alles so passierte - dachte ich. Was ich jedoch nicht wusste, sie hatte eine Freundin mit eingeladen, natürlich gänzlich ohne jeglichen Hintergedanken. Sie war eine dieser Frauen mit dem speziellen Wow-Effekt, nein, nicht ihres Aussehens wegen, nein es war vielmehr diese Ausstrahlung, die Art wie sie über bestimmte Dinge lachen konnte und Ihr Lächeln. Mir wurde erst Tage später klar, was mit mir da genau passiert war, nachdem ich erst merkte, wie sehr ich diese junge Unbekannte auf einmal vermisste und die Tatsache, dass sie einfach nicht mehr um mich herum war. Was dann wenig später folgte war ein wildes und leidenschaftliches, ca. 6 Monate dauerndes Abenteuer. Kurz aber sehr intensiv und, wie gesagt, wild! Wir konnten damals einfach nicht genug von einander bekommen und noch weniger die Finger von einander lassen. Obwohl nicht viel mehr als eine schöne und leidenschaftliche Bettgeschichte, war doch so etwas wie Liebe und ein paar Kilo Gefühle mit im Spiel. Vielleicht so viel davon, um sich eingestehen zu können, dass man die nächsten 10 Jahre mit dieser Frau verbringen wollte und einfach ohne sie nicht mehr sein konnte und wollte... Das dumme daran war nur, dass sie es im Grunde genommen in meiner Nähe nie richtig zeigen konnte, wie viel sie für mich empfand und wie viel ich ihr bedeutete. Von meiner Seite aus war das kein Problem, erst recht nicht nach einem Glas Weisswein oder Martini (tja, wir Männer müssen uns wohl manchmal etwas Mut antrinken, um solche Dinge einer Frau an den Kopf werfen zu können ;-) )! Aber sie konnte es eben nur “zugeben”, wenn wir wieder mehrere Hunderte von Kilometer getrennt waren. Und das war auf Dauer einfach zu anstrengend und mühsam und einfach nicht das, was ich mir von ihr wünschte. Und irgendwann nach einer langen und schönen Nacht hatten wir unser langes, aufklärendes Gespräch, mit der Folge dass wir uns trennten. Am nächsten Morgen stieg ich aus ihrem Bett und sie konnte mir das erste Mal überhaupt direkt in’s Gesicht sagen, dass ich ihr schrecklich fehlen werde (und all die schönen Momente zwischen uns). Und das hat sich seitdem tief in mein Herz gebohrt und genau an diesen Moment erinnert mich dieses Lied...... Tja, und seitdem gehört Gorecki wie manch anderer Songs zu meinem Sammelsurium an Lieder mit einer speziellen Geschichte dahinter. Im Grunde genommen hat der Song mir dazu verholfen, etwas selbstbewusster mit meinen Liebesgeschichten umzugehen und vor allem von dieser Frau “loszukommen”, nicht mehr jede Minute an Sie zu denken und einfach von ihr loszulassen. Jetzt drei Jahre später sehen wir uns ab und zu noch, reden miteinander und landen ab und zu im Bett, aber ohnerlei Verpflichtungen und dem Bauchgefühl, jemanden danach so zu vermissen, dass es fast schon weh tut. Aber so wie vor unserer Trennung ist es heute nie wieder gewesen. Was zurück bleibt, ist einzig allein Ihr Duft auf meinem Kissen.... Also, mein Tipp für alle Leidensgenossen: In’s Auto steigen, Fenster auf und mehrmals laut hintereinander “Gorecki” hören. Hilft gegen jede Art von Herzschmerz und testet nebenbei noch die Leistungsfähigkeit der Boxen und Anlage im Auto.

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  • 5. Tears For Fears - Everybody Wants To Rule The World

    Zu diesem Song gibt’s keine aussergewöhnlichen Geschichten, keine spannenden Momente oder Begebenheiten zum Thema Liebe zu erzählen. Der Song ist schlichtweg einer meiner ewigen Favourites. Einer dieser Gute-Laune-Songs mit dem Rhythmus, den man auch nach tausend mal hören immer noch gerne im Ohr hat. Seit “Shout” und “Everybody Wants To Rule The World” nimmt Tears for Fears einen grossen und ehrenwerten Platz in meiner riesigen CD-Sammlung ein. Zugegeben, will man den Begriff “aussergewöhnlich” neu definieren, so hängt mit dem Song doch einiges an nicht ganz Alltäglichem zusammen... Es war im September 2001. Gerade las ich die Mail meines Arbeitskollegen von den schreckklichen Ereignissen in N.Y. und dem Crash des Flugzeuges in einen der Türme des World Trade Centers. Ich dachte an einen schlechten Scherz. Als ich später die Bilder auf verschiedenen Websites und im TV erblickte, wurde mir die Situation bewusst. Ich erzählte einer Kollegin davon, sie war nahe den Tränen. Die nächsten Stunden und Tage verfolgte ich geschockt die Berichte im Fernsehen und konnte immer noch nicht glauben, was da genau passierte, was genau in den Menschen und Betroffenen vor ging. Man sah immer und immer wieder vom Crash der beiden Flugzeuge, vom Zusammenfall der beiden Türme und wie Menschen verzweifelt aus dem Fenster sprangen oder davon liefen. Ein paar Tage später erfuhr ich vom Tod meiner Tante, die beim Urlaub am Bodensee im Badezimmer ihres Hotels plötzlich tot zusammenbrach. Einige Tage später starb der Lebensgefährte meiner Grossmutter, als er vor dem Fernseher sass und vermutlich die Berichterstattung zum 11. September sah. Und von einer weiteren Verwandten (um drei Ecken), die ebenfalls im September verstarb. Ich fuhr später zu meinen Eltern in Süddeutschland, war jedoch zu feige, an die Beerdigungen zu gehen und den anschliessenden Leichenschmaus, den ich sowieso nie verstanden habe und immer noch so was von respektlos und unnütz halte. Ich denke, keine anderes Ereignis hat mich so bewegt und die Menschen so aufgerüttelt wie die Ereignisse im September 2001. Und ich werde immer daran denken müssen, dass drei liebe Verwandte seit diesem September nicht mehr unter uns sind. “Everybody wants to rule the world” war eines der Heilmittel gegen die Trauer und die Wut, die sich mischten mit all den Bildern und Gedanken an meine Verwandten und den Opfern des 11. Septembers. ...und der Song erinnert mich heute in jeder noch so stressigen Situation, schlechten Stimmung, meine Verwandten und den Ereignissen vom 11. September 2001 an dieses amerikanische Cabrio, in dem Curt Smith im Music-Clip davonrauschte :-). Und daran, dass es diese ach so “heile” Welt niemals geben wird...

  • 6. Tina Arena - You Made Me Find Myself

    es war im dezember 2001. es sollte mein erster urlaub in der schönen stadt stockholm sein. eine arbeitskollegin hatte mich neugierig gemacht und ich wollte schon immer mal in die stadt der brücken und inseln. ich begann also meine kleine europatournee in einem kleinen ort in den schweizer bergen, genauer im berner oberland an einem kleinen see gelegen, inmitten von bergen umgeben. die reise ging mit zwischenstopps in stuttgart und hamburg direkt über die Øresundbrücke weiter nach stockholm. ich vergnügte mich während meiner fahrt mit meinen ständigen begleitern: guter musik und die noch unentdeckte und fremde, schneeüberdeckte landschaft schwedens. ich war absolut unbrauchbar und unfähig in sachen fehlerfreiem kartenlesen und richtungen oder entfernungen deuten. um so glücklicher war ich über das navigationssystem in meinem auto in form einer netten frauenstimme, die mir jederzeit und fast überall den richtigen weg durch schnee und dunkelheit zeigte und jedesmal mit einem hauch erotik das wörtchen “autobahn” aus dem kleinen lautsprecher zauberte. nach fast dreizehn stunden ab hamburg erreichte ich dann endlich stockholm, das ziel meiner ersten, grossen reise in den norden. die stadt empfing mich mit ihren zahlreichen lichtern einer grossstadt, die fenster waren geschmückt mit weihnachtsbeleuchtung und es herrschte in einigen strassen eine fast heimliche stille. grosse schaufellader und baumaschinen waren dabei, den fast mannshohen schnee von den strassen zu schieben. aus den lautsprechern tönte tina arena’s “you made me find myself”, als ich das verstreute stadtgebiet über den zahlreichen inseln und brücken ausmachte. ich kämpfte mich durch die schneemassen und kam nach allerlei irrfahrten im hotel an und war glücklich, mein hotel mitsamt bett ausfindig gemacht zu haben. so ging der erste tag in stockholm zu ende und fortan zählt dieses lied zu einem meiner ständigen begleiter in und durch stockholm und ich erinnere mich an die ersten eindrücke an diese tolle stadt: schnee, die weihnachtsbeleuchtung und diese stille auf den strassen stockholms. und seitdem habe ich das glück, diese stimmung jedes jahr auf’s neue wieder zu erleben...

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