Soundtrack meines Lebens

  • 1. robbie williams - Nan's Song

    Das Telefon klingelte. Meine Mutter war dran. Ich merkte gleich, dass sie nicht wie sonst klang. Irgendwie anders, fern. "Kristin, Mormor liegt im Sterben. Ich fliege morgen sofort hin." Mormor - das ist meine Oma in Norwegen. Krank war sie ja schon lange und dass es keine Hoffnung auf Heilung gab, das wusste ich auch. Trotzdem merkte ich, wie sich in diesem Moment alles in mir zusammen zog. Sie konnte doch nicht so einfach gehen. Ohne noch einmal mit mir zu reden. Ohne sich zu verabschieden. An diesem Abend hörte ich stundenlang "Nan's Song" und dachte an sie. Manchmal weinte ich, manchmal lachte ich auch, wenn ich mich an einen Moment mit ihr erinnerte. Doch der Gedanke, nie wieder mit reden zu können, machte mich fertig. Sie nie wieder sehen zu können, ihre Stimme zu hören, mit ihr Karten zu spielen oder sparzieren zu gehen. "And now she lives in heaven but I know they let her out to take care of me There's a strange kind of light in my bedroom tonight Pray silence my feat - she is near bringing heaven down hear." (Robbie Williams - Nan's Song) Ca. 30 Stunden später - am Sonntag morgen - ist sie gestorben.

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  • 2. Simon & Garfunkel - The Boxer

    Lang ist es her, dieser Abend im Januar, als ich 16 war. Mein Bruder und ich gaben zusammen unsere erste Party - und das endete natürlich in dem absoluten Chaos. Irgendwann tummelten sich über 60 Leute, von denen ich nur einen Bruchteil kannte, in den Räumlichkeiten. Mein Bruder verschwand abwechselnd mit vorzugsweise blonden, 16jährigen Mädchen im (eigentlich abgeschlossenen) Wohnzimmer und ich war unendlich frustriert. Plötzlich war er neben mir. Groß, dunkelblonde Locken, grüne Augen und ein unheimlich sympathisches Lächeln. Tilmann. Er blieb in meiner Nähe und half mir, nicht durchzudrehen. Seine beruhigende Ausstrahlung gab dem Chaos plötzlich etwas Lächerliches. Irgendwann landeten wir allein in meinem Zimmer, saßen auf meinem Bett und redeten. Und redeten. Dazu lief eben eine CD von "Simon & Garfunkel". Es war magisch. Die Verbindung, die sofort zwischen uns da war. Wir waren ohne uns vorher gesehen zu haben, auf einer Wellenlänge. Gegen 4 Uhr morgens musste er gehen. Mein Bruder und seine aktuelle Flamme verabschiedeten ihn - nur ich konnte nichts sagen. Wir sahen uns an, doch die Worte blieben mir im Hals stecken. Er murmelte irgendetwas davon, noch seinen Schal holen zu müssen, mein Bruder und Anhang verschwanden und ich schlich nachdenklich die Treppe hoch, nicht geau wissend, was ich tun sollte, um ihn aufzuhalten. Doch als ich nochmal zur Tür schaute, stand er da und sah mich einfach nur an. Wie ich die Stufen wieder runtergekommen bin, weiß ich nicht mehr - jedenfalls umarmte er mich, bis sich unsere Lippen zu einem Kuß fanden. Ach, Tilmann!

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  • 3. Green Day - Good Riddance (Time Of Your Life)

    Der ultimative Abschiedssong des (immer noch) großartigsten Jahres meines bisherigen Lebens. Die Zeit vom August 1997 bis Mai 1998 habe ich an einer Folkehøyskole in Norwegen verbracht und dort die besten Freunde getroffen, die tollsten Erlebnisse gehabt und menschlich/fachlich viel, viel für die Jahre danach mitgenommen. Was'n Spaß, was'ne geile Zeit. Den Green Day-Song spielten Rudi und Kristoffer auf unserer Abschiedsstunde in der Aula und seitdem ist er für mich untrennbar mit dieser verrückten, lustigen, großartigen, abwechslungsreichen, wahnsinnigen Zeit in Norwegen verbunden. Weil "I've had the time of my life"! Definitely!

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