schauby

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Wie aus frühem Mangel späte Maßlosigkeit wurde:"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse,aber nicht genug für jedermanns Gier" (Gandhi)

Soundtrack meines Lebens

  • 1. The Prodigy - Smack My Bitch Up

    1. prodigy – the fat of the land . als fan der ersten stunde hatte ich sehnsüchtig auf das neue album gewartet. dieses jahr 1997 wurde meine metamorphose, ich wollte mich verändern und tat es sowohl äußerlich wie innerlich. the prodigy sah ich zum ersten mal live in diesem sommer auf dem go bang festival. sie spielten als headliner ein paar neue songs, vom bis dahin unveröffentlichten album. es war zum toben geil, sie hatten sich enorm weiterentwickelt. etwa einen monat später erschien „the fat of the land“ im handel. die songs waren der hammer, so kräftig, druckvoll rhythmisch, straight, hart und gleichzeitig sehr feinsinnig arrangiert. kaum vergleichbar mit irgendwas. jeder song hatte ein sehr interessantes geheimnis in sich. assoziativ wie musikalisch. gleich der erste track riss mich total hin. eine langsam aggressiv anrollende welle, die sich mit einem schreienden hammerschlag zur treibenden jagd lostritt. aufregend, ein bisschen finster, wütend, versaut, sexy und packend - bis es mir dann die nackenhaare aufstellen ließ, als die verzaubernde, orientalische frauenstimme einschwebte und das stück überraschend zwischenhält. ein wenig wehklagend und doch voller energie und leidenschaft. sie moduliert so abgefahren hoch und runter, bis der ton zum schluss unmenschlich lange auf einer höhe gehalten wird und die jagd erneut losschlägt. der gegensatz zum main-theme ist einfach genial verbunden. in dieser musik kam soviel zum ausdruck, was mich in der seele packte und wir hörten die scheibe mit unseren leuten rauf und runter auf jeder party, dieses unbeschreiblichen sommers. wir haben nichts ausgelassen die zeit über und ich denke manchmal noch etwas wehmütig an einen einmaligen sommer zurück, der mir das leben von seinen heftigsten extremen zeigte und uns ein ganzes stück reifen ließ dabei.

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  • 2. Supertramp - The Logical Song

    Dieses Lied ist mir aus meiner Kindheit sehr vertraut, ist sicher von meiner Mam übernommen. Ihr hab ich musikalisch einiges zu verdanken. Fast 20 Jahre später war so ein Augenblick, dass ich das Lied in dem Film Magnolia wiederhörte, ich hing an jeder Zeile. es war wie damals, mit dem Unterschied auch den Text zu verstehen... katalysierte auf Anhieb das momentane Lebensgefühl so treffend. Ich hab mir sofort den Soundtrack gekauft. The Logical Song ist eine wunderbare und etwas traurige Hymne, an sovieles, wenn einem die Betonköpfe dir deine Leichtigkeit fressen und ihr Schicksal zum Erwachsen werden zwingen will.

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  • 3. Orbital - Illuminate

    Der vorletzte Track vom The Altogether Album. Illuminate ist etwas sehr besonders für mich. Wir waren unterwegs zum Fusion Festival 2001 (auch wieder ein Festival) und hörten die Scheibe im Auto, als wir dort ankamen und an den Zelten und vergnügten Leuten vorbeifuhren lief das Lied an und der anfangs etwas gewöhnungsbedürftige Song schallte laut durchs Auto. Auf einmal wurde mir klar wovon David Gray, der Gastsänger in dem Lied, da singt. Sowohl Melodie als auch Text fuhren mir so leidenschaftlich in die Glieder wie die steinschmelzende Stimme von Gray. Die Leute schienen sichtlich angesteckt von unserer musikalischen Verzückung während wir langsam den Platz entlangrollten und sich die Sonne, so kitschig schön, hinter den Horizont neigte. Der Song drückt soviel brennende Sehnsucht nach Vollkommenheit aus für mich, die Suche nach etwas endgültig Blühendem, Schönem. Wie ein hinreißendes Happy End Märchen aus der Kindheit. Einmalig kraftvoll durch seine Stimme übersetzt. Ich weiß nicht, "Illumiante" hat immer etwas fast schon heiliges, wenn ich ihn anmache und ich bekomme jedesmal eine Hammer Gänsehaut davon.

  • 4. Die Fantastischen Vier - Genug Ist Genug

    es gibt soviele, messerscharfe und geniale Song von den Knaben, die ich hier unmöglich alle aufzählen kann. "Genug Ist Genug" war ein Song, so hart und kompromisslos er auch ist, der mich getröstet hat als ich dachte es geht nicht mehr weiter. der Kampf des Generationenkonflikts in einer schmerzhaften aber notwendigen Lektion.

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  • 5. Johann Sebastian Bach - Orch. Suite Nr.3 D-dur "Air"

    Ein Meisterwerk - einfach unbeschreiblich schön. Air ist, wie der Name schon vermuten läßt, sanft wie ein Feder in der Luft und dennoch keine leichte Hörkost. Es trägt etwas sehr schmerzhaftes, klagendes und zugleich wundervolles in sich. Ein Lied, das mich an die Verluste und Verletzlichkeit unserer zuweilen doch so empfindlichen Existenz erinnert. Mein Vater starb damals, als ich es kennenlernte und ich flenne manchmal vor Rührung dabei.

  • 6. Zero 7 - Destiny

    Ich stand im Plattenladen und hörte, wie ab und an mal, in ein paar Scheiben rein, die ich bis dahin zwar nicht kannte aber irgendwie meine Aufmerksamkeit erregten. Keine Ahnung was mich da lenkte, aber nicht selten stoß ich dabei auf echte Sahnestücke. Zero 7 (Simple Things) ist eins der großartigsten Alben die ich auf diese Weise gefunden haben. blind found, sozusagen. Ich war völlig verzaubert. Der Soundtrack für ein einmaliges Jahr fast ohne jede Wolke. Alles passte, ich war verliebt, auf dem Zenit einer unglaublichen Beziehung, cooler Job, wunderbare Mitbewohner, eine tolle Wohnung, sorglose Zeit. Ich lag am Strand mit ihr, wir hörten den Song, ich schaute sie an und sang die Zeilen mit: "When I'm weak I draw strength from you And when you're lost I know how to change your mood And when I'm down you breathe life over me Even though we're miles apart we are each other's destiny" Drei Jahre später - wir hatten gerade ein Matyrium von Trennung "hinter" uns gebracht - waren Zero 7 live in Berlin und wir gingen hin. Nicht mehr als Paar, aber als zwei Menschen, die sich bei einem der ergreifendsten Konzerte überhaupt, liebevoll verabschieden wollten.

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  • 7. The Prodigy - Hot Ride

    Juli 2004, Freitagabend, wir auf einem Kurzfilm Festival in Braunschweig. Aufgabe: in 24h einen Kurzfilm drehen, nicht länger als 5 min, 3 von 12 Begriffen einbinden, kein Nachschnitt, nur in der Kamera, Audiodubing möglich – für uns leider nicht, da wir uns mit einer Hi 8 anrangieren mussten. Ich hatte etwa 8 Wochen vor offiziellem Release, von einem Freund ein Presse Promo vom neuen Prodigy Album ergattert und die Scheibe im Gepäck. Wir bastelten an einem Drehbuch und ich schlug vor unbedingt die Songs „Hot Ride“ und „Wake Up“ im Film zu verwenden. Die schmutzigen und wuchtig-treibenden Beats passten perfekt in ein paar trippige Tunnelfahrten, die wir vom Auto aus drehten. Wir fuhren x-mal verboten schnell und riskant durch diesen Tunnel um möglichst rasante Bilder zu bekommen, weil wir ohne schneiden zu dürfen, immer chronologisch eine nach der andern Szene abdrehten, um dann die Tunnelfahrt in Falschfarben und anderen technischen Hilfsmitteln, mit dem Song „Hot Ride“ unterlegt, als Schleifenelement den einzelnen Episoden anzufügen. Die Herausforderung bestand darin, die Musik in Echtzeit so mit dem Bild aufzunehmen, das es auch vom Takt her synchron zusammen spielte. Kamera, Sound, Einstellungen und Perspektive im gut frequentierten Tunnel bei 160km zu koordinieren war schon aufreibend, aber nicht zuletzt auch eine Mords Gaudi nicht von der Polizei erwischt zu werden. Wie gut, dass ich nicht auch noch fahren musste. Trotz einiger Widrigkeiten, halsbrecherischen Manövern, dramaturgischen Endlosdebatten und einer Menge rauchenden Nerven, hatten wir den Streifen Samstagabend ohne bleibende Schäden fertig in den Kasten gebracht. Erschöpft aber glücklich resümierten wir mit anderen Teams die Dreharbeiten auf der anschließenden Party. „Hot Ride“ hatte sich mit diesen Erlebnissen, ein für alle mal ins Gedächtnis gebrannt. Ich liebe dieses Teil und Juliette Lewis, die Gastsängerin, spielt nicht nur sehr tuffe Rollen, sie hat auch ein sehr gutes Feeling für ferklige Powertunes.

  • 8. The Prodigy - Break And Enter

    1994, Ich war damals 15, wohnte schon ein paar Jahre an der Ostsee und war nun mit meinem besten Freund, plus mein Cousin, bei meinen Großeltern in den Sommerferien. Freund und mich hatten die Großeltern gerade von der Polizei einsackt, weil die werten Beamten unser Graffiti Werk, was wir der lieben Heimat schenkten an diesem Abend, unbedingt lieber juristisch als künstlerisch bewerten wollten. Das einzige was man den Cops anrechnen konnte, war die Tatsache, dass sie sich so lange Zeit gelassen haben, bis wir fertig waren und mein Cousin , der Schmiere stand, auch nicht mehr viel ausrichten konnte, als sie zu viert anrückten und uns in Schellen legten. Für die Zeit damals war das Teil gar nicht schlecht und wir fuhren mit Martinshorn und Blaulicht etwas zerknautscht aber dennoch vergnügt der getanen Arbeit dem Revier entgegen. Damit nicht genug des Abends. Nach mahnenden Worten und wieder auf freiem Fuß, setzten wir zur zweiten Episode an. Mit reichlich Vorrat eines Gärgetränks, womit wahrscheinlich die meisten in dem Alter ihre Jungend entweiht haben, einem scheußlich süßen Berentzen Obstschnaps, zogen wir volltrunken und mit dröhnendem Ghettoblaster durch die warme Sommernacht dem großelterlichen Garten entgegen. Wir hörten „Music For The Jilted Generation“, rannten hier und da über ein paar umstehende Autos und zelebrierten mit entsprechend musikalischer Untermalung die wilden Gesetzlosen. Es war köstlich. Im Gartenhäuschen angekommen, machten wir’s uns bequem und flaxten noch eine Weile herum. Nichts ahnend, das sich da wohl ein erzürnter Autobesitzer an unsere Fersen geheftet hatte. Dieser hatte sich irgendwie Zugang zum Garten verschafft und stand nun mit Schreckschusspistole bewaffnet, leicht ungehalten und bedrohlich fuchtelnd in der Eingangstür. Fuck ! „Was ist los, was hat der vor “ …. ?! Irgendwie konnten wir ihn letzten Endes, wenn auch mühsam, besänftigen und er zog mit großen Läuterungsbeteuerungen und falschen Adressen von dannen. Ein unvergesslicher Abend, das Graffiti steht bis heute und die Erinnerung wird immer verbunden sein mit dem bezeichnenden Titel des genialen Prodigy Songs „Break and Enter“.

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  • 9. Stereophonics - Mr. Writer

    …ist ein Appell an die Aufrichtigkeit - an den oft beliebig sinnentstellten Anstandsbegriff. Ein Lied, das man in Momenten hört, wenn die Lügen und Alibigeflechte um dich herum so dick geworden sind, dass man sie mit einem lauten Schrei der Reihe nach abmähen möchte. Und es steht stellvertretend für alle, die aus gewissenloser Sensations- und Profitgier, oder einfach nur aus Feigheit, wider besseren Wissens, Lügen unter die Menschen verteilen und sie im Dunkeln lassen. Manchmal weil sie um ihre einträgliche Manipulierbarkeit fürchten, manchmal aus ganz andern Gründen. >> I used to treat you right, give you my time But when I turn my back on you, then you do what you do Mr. writer... Why don’t you tell it like it really is Why don’t you tell it like it always is Before you go on home

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  • 10. Rocket Freudental - Ich Bau Scheiße, Stapelweise

    Der letzte Tag auf der Fusion 2005. Boooar was für eine Achterbahn. Eigentlich sollte es Sonntag heimwärts, aber irgendwie war noch keiner so wirklich bereit, aus dieser schrillen, schönen Parallelwelt am Arsch der Republik aufzuwachen. Niemand in der Stimmung, stundenlang ein ödes Lenkrad festzuhalten, oder sich an StVO Regeln da draußen zu erinnern. Also - Wir bleiben! Zudem hatten sich nun auch die letzten vereinzelten Tekknobauern in ihre heimatlichen Güllebunker verzogen und das übrige Puklikum war durchweg angenehm "sorted". Völlig zerschossen-durchgewürfelt, vergnügt, und irgendwie auch ziemlich relaxt zog es hin zum Datscha Hangar. Weit hinten im Raum brannte so ein einladender Schmiedeofen, mit bequemen Sitzmöbeln drumrum. Zack - hin. reingefläzt. Catia, mein Cousin und ich lauschten beseelt den schmuufen Beats und ich dreht, immer noch halbwegs cool hingelümmelt mit geschlossenen Augen ein paar zauberhafte, bunte Runden zur Melodie. Doch da krachte es plötzlich rau und brechend durch die Szenerie. Ein Blick, Grinsen, jede Zeile schiebt die Mundwinkel höher und einmal mehr total aus dem Häuschen. Rotzig, schnörkellos, Hammertrack! DAS Lied für den zeitgemäßen Exorzismus… … Test yourself: "Den Geldbeutel schonen und fein bei Mama wohnen und nehmen ohne fragen und sich hintenrum beklagen vernichten und verschandeln und Freunde schlecht behandeln geradeaus ins Leere, so tun als ob nichts wäre und Rechnung nich bezahlen, aber mit Kohle prahlen und vor dem Arbeit suchen erst noch Urlaub buchen Verabredungen verpennen, statt lachen lieber flenn und morgen wirklich nimmer, stattdessen nur noch schlimmer ICH BAU SCHEISSE STAPELWEISE Sich drücken und absagen und Schnäpse in den Magen und ständig läuft die Glotze und saufen bis ich kotze fetter, dicker, feister, schlimmer, dümmer, dreister und die Schweine sind die Guten und die Treuen müssen bluten und immer noch dran glauben und sich immer mehr erlauben Ey, ich hab den vollen Durchblick mann! obwohl ich eigentlich gar nichts kann und ich machs morgen, echt versprochen und dann dauert es noch Wochen Zum Kotzen aber richtig, weil nur noch ich bin wichtig ICH BAU SCHEISSE STAPELWEISE Sich für seine Alten schämen doch die Almosen gerne nehmen meine Nase zeigt nach oben, ja du darfst mich gerne loben Weiterlügen ums verrecken, jede Menge Dreck am Stecken und morgen wirklich nimmer, stattdessen nur noch schlimmer und immer noch dran glauben und sich immer mehr erlauben geradeaus ins Leere, so tun als ob nichts wäre Zum Kotzen aber richtig, denn nur noch ich bin wichtig Stein auf Stein auf Stein und Mörtel zwischendrein, der Turm wird immer größer und die Scheiße immer böser Ich bau scheiße stapelweise"

  • 11. The Gentle People - Journey (Aphex Twin Care Mix)

    -= `´ =-

  • 12. Alex Dolby - Hazy Way (Evil Nine Remix)

    Do it for you • sure that you would do the same for me one day • so try to be true • even if it's only in your hazy way.

  • 13. Adam Freeland - Burn The Clock

    .°.

  • 14. Massive Attack - Mezzanine

    Zeitschmelzen. '98, diese seltsame Jahr, Reset. Repeat, Refeed. abgründig gut, Tiefenhypnose.

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  • 15. Agoria - Baboul Hair Cutting

    2006 . first met. silly party. great track

  • 16. Djedjotronic - Farandole

    2008 Delicious Starter Djedjotronic

  • 17. Dub Pistols - Westway

    "Black Lights, Big Cities.. .." irgendwann Mitte der Neunziger, spät, sehr spät auf Viva 2. trippige Tracks. Flimmern am Fenster. dieser beginnt ganz harmlos und schraubt sich immer kantiger durchs Ohr. er quietscht er ächzt, eingehüllt in Neonfäden halbschalfener Nacht, hypnotische Bässe. ich führ sie heim.

  • 18. Jon Hopkins - Vessel

    ein zartes Piano kämpft sich über bohrende Breaks und Bässe, zerreißend zauberhaft.

  • 19. I am Kloot - Proof

    keins sagt's so bitterschön. keine 3 Minuten Wehmut und Elan vereint wie eins. 6 Jahre eine Liebe des Lebens. Herzrutsch in die Hose. Tränen aufm Schuh: "without you"

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4 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Schöne Geschichte zu Break & Enter von The Prodigy! In dem Alter habe ich auch so ähnlich und unbeschwert mit meiner Schwester die Ferien verbracht! Mir kommen gerade wieder sämtliche „kleinkriminelle“ Erinnerungen hoch, danke :-D

    07.11.2013, 15:07 von zooropa
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  • 1

    oh, schön...
    ein kommentierter soundtrack!
    schade, dass die mehrheit einfach nur "lieblingslieder" aufzählt...
    ich danke dir sehr dafür.

    16.12.2012, 18:14 von breitscheidt
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