Soundtrack meines Lebens

  • 1. Bloc Party - Kreuzberg

    Es war ein Abend im Winter. Karo war gerade auf der Toilette. Christian und ich saßen auf meinem Bett. Wir hatten uns nicht viel zu erzählen. Nur dieses Lied lief und wir hörten einfach nur zu. Ich weiß nicht mehr, was es für ein Abend war. Ich weiß noch, Schnee lag. Danach gingen wir los, trinken, lachen, rauchen, träumen. Wie so viele Male. Kreuzberg.. Das klang aufregend. Nach taghellen Nächten, immer was los, der Schreck unserer Vorstadteltern. Eine riesige WG, vermodeter Altbau, Stuck an der Decke und Wein in der Küche. Bis in den Morgen hinein. Zusammen feiern und absacken, obwohl alle am nächsten Tag zur Uni müssten. Eine wunderbare Illusion und damals noch so möglich. Die Zeit verging, es kam Sommer. Der Sommer in Berlin. Wir tranken, lachten, rauchten weiter. Es gehörte alles uns. Die Unsicherheiten hinfort träumen. Das Bröckeln des Putzes unseres Traumes ignorieren. Einfach machen, wie einfach nur zuhören. Es kam Herbst. Christian wohnt jetzt in Kreuzberg, wenn man aus seinem Zimmerfenster guckt, kann man den Menschen in der Straßenbahn winken. Karo ging im Oktober für ein Jahr nach Frankreich, will erwachsen werden. Und ich zog nach Jena. Ließ Träume und Sommer hinter mir. Es ist jetzt acht Minuten nach ein Uhr morgens. Per Zufall hörte ich gerade dieses Lied wieder. Einfach nur so. Und ich musste wieder an diesen einen Abend denken. Der Abend, wo das lange Ende von etwas so wunderbar Unbedenklichem begann.

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