Soundtrack meines Lebens

  • 1. Tocotronic - Gehen Die Leute

    "Gehen die Leute auf der Straße eigentlich absichtlich so langsam?" heißt die erste Zeile des ersten Songs des grandiosen Albums "Es ist egal, aber". Auf dem Bürgersteig, in der Fußgängerzone, im Geschäft, es ist immer das gleiche! Gerade möchte man die gemächlich vor sich hintreibenden Menschen überholen, rückt ein noch langsamerer Geselle in die vorher noch freie Lücke. Ich bin ja wirklich kein Hektiker, aber ein überzeugter Schnellgeher. Langsam gehen ist Zeitverschwendung. Leider sieht das kaum jemand ein. Ich unterstelle Absicht.

  • 2. Jimmy Eat World - Hear You Me

    Das ist einer dieser Songs, die für das ungeübte Ohr vielleicht ein bisschen kitschig rüberkommen. Aber es ist auch einer dieser Songs, die auf Alben zwischen schnelleren Liedern ruhen und man schreckt etwas auf ob der ruhigeren Töne, um dann etwas in sich sinken, nachdenken und treiben lassen zu können. Das Lied war u.a. auf einer selbst zusammengestellten Kassette und die lief mehrmals im klapprigen Bus, mit dem Tina und ich durch die rote Wüste von Australien schaukelten. Als die Sonne unterging und ich die dunkleren Silhouetten der vereinzelten Bäume am Wegesrand vor dem blutroten Himmel entlangstreifen sah, kamen mir Tränen in die Augen ("on sleepless roads the sleepless go"). In dem song geht es glaub ich um einen verstorbenen Freund ("may angels lead you in"). Während ich unentwegt aus dem Fenster sah, krabbelte mir eine Gänsehaut den Rücken hinunter, ich dachte über die Schönheit des Lebens und den Tod nach. Tina meint, bei dem Lied würde sie immer ein merkwürdiges und beängstigendes Gefühl bekommen, wie es wohl ist, wenn ich sterben würde. Vielleicht sollte man es bei meiner Beerdigung spielen...

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  • 3. Groove Armada - Groove Is On

    "Life is slow when the groove is on, check the lights fantastic disco show..." Mein Motto... Ich sah die bunten blitzenden Lichter der fantastischen Discoshow namens Leben vor allem kurz nachdem ich meine Examensarbeit beendet und abgegeben hatte. Total übermüdet kam ich nach Hause und warf dieses Lied in meiner WG mit überdurchschnittlicher Schallstärke an. Der unglaubliche dicke Bass des Liedes, die klimpernden Klänge im Hintergrund, der treibende Text von Kriminul ("'cause when the life is slow I'm spittin' my flow, check the lights fantastic disco show") und die süß einlullende Stimme von Neneh Cherry ("moving closer to me...") ließen mich das pralle Leben spüren, Glücksgefühle durchströmten meinen Körper, jeder meiner Schritte war langsam wie im Traum ("moving nice and slow now"). Der Song erinnert mich immer noch daran wie toll und tanzbar das Leben ist. ("check it out!")

  • 4. The Breeders - Cannonball

    Dieser Song hat mich sozusagen in die Volljährigkeit geschossen wie eine Kanonenkugel. Auf der Geburtstagsparty lief das Lied rauf und runter. Das selbstgedrehte Super8-Video, das von zahllosen Händen gedreht wurde, dokumentiert dies eindrucksvoll: bei jeder zweiten Einstellung ist im Hintergrund irgendein Fetzen von "Cannonball" zu hören.

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  • 5. Spain - Untitled #1

    "walked away, released from all my cryin'..." Falls ich ein Lied auswählen müsste, das den stetigen ruhigen nachdenklich machenden Fluss des Lebens am ehesten repräsentierte, dann würde ich dieses auswählen. Melancholie, Geheimnis, Sehnsucht und eine große verborgene Hoffnung schwingen in diesem Stück aus dem Soundtrack des "Winterschläfers" (Tom Tykwer) mit. Vor allem die Gitarrensoli sind ganz starke Zaubermittel und Phantasieanreger. Ich werde nie vergessen, wie ein guter Freund dieses Lied auf einem abgelegenen Steg am Wattenmeer bei Husum spielte. Es war perfekt. Die Flut bedeckte langsam den schlammigen Boden, es gluckste und hickste in den trillionen winziger Löcher - begleitete so das Gitarrenspiel und ließ mein Herz vor lauter (und leiser) Leben hüpfen. "walked alway, released from all my sins. But I can never hide what I kept inside..."

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  • 6. Faith no more - I´m Easy

    "Oh, it's the 'Easy-Guy'" riefen die Erasmus-Studenten im Irish pub als ich wieder ans Mikro trat. Ein paar Bier zuvor hatte ich die Coverversion von Faith no more gesungen, das Original stammt von Lionel Ritchies Commodores. 'Easy' ist mein Karaoke-Song schlechthin. Erstens entspricht er meiner Tonlage, zweitens kann ich den Text aus vollster Überzeugung brüllen: "I'm easy like a sunday morning" und "I wanna be free". Außerdem macht es Spaß an einer genau abgepassten Stelle, kurz vor dem Guitarrensolo ein orgasmatisches "Ooooaah" zu stöhnen...

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