Soundtrack meines Lebens

  • 1. Tocotronic - Führe Mich Sanft

    Der Song und das ganze, weiße Album von Tocotronic, bestimmten den Sommer 2002 und seitdem mein ganzes Leben. Was es genau ist, kann ich nicht sagen, vermutlich die Melancholie und das Gefühl, da singt jemand, wir sind also nicht ganz allein mit unserer Hoffnungslosigkeit und der ewigen Frage: Wozu das alles?

  • 2. The Walkmen - The Rat

    Der Song ist ein Hit. Vielleicht mein Sommerhit 2004. Man hört ihn einmal und dann immer wieder. Mein Freund hat ihn mir zuerst vorgespielt. Ich bin gerade in Seattle und weiß gar nicht, ob er in Deutschland überhaupt gespielt wird. Vermutlich wird er das. Wenn nicht, wird das wohl meine Mission werden, wenn ich zurück bin. Ich war vor ein paar Tagen auf dem Konzert von the Walkmen. Immer wenn ich die CD (Bows & Arrows) in den vergangenen Tagen gehört habe, dachte ich mir: „Hmmm, the Rat ist wirklich Killer, aber alles andere klingt irgendwie gleich.“ Was wirklich schade ist. Wie kann eine Band einen so verdammt guten Song schreiben und der Rest ist nur mittelmäßig? Das Konzert haben wir dann vorzeitig verlassen. Ich wollte lieber Flipper spielen. Aber der Song ist wirklich gut. A piece of art.

  • 3. Gold Chains - Rock The Parti

    Das muss 2001 gewesen sein. Ab nach Hamburg und dann war ich da auf einem Konzert von Kid606, den ich eigentlich nur vom Namen her kannte. Der war auch nicht so der Reisser, aber hui, der Opening Act hat uns ja alle derbe umgehauen. Äh, wie hiess der nochmal? Ja, da musste erst noch im Club rumgefragt werden, aber dann war da noch ne CD/T-Shirt Ecke und ... alles klar: Gold Chains. Labelkollege von Kid 606 damals - hat heute aber auch sein eigenes. Was ist das für Musik? Nun irgendwie elektronisch mit Gerappe drüber, aber extrem gut und unglaublich motivierend. Ich tanze ja eigentlich nie, aber bei Gold Chains kann man gar nicht still halten. Was da für eine Energie rüberkommt. Der Song war dann auf der Single, die ich mir auf dem Konzert geholt habe und ist immer noch der Beste: "Who rocks the Party? We rock the party. Everybody rocks at the Gold Chains Party!" Ist mittlerweile zum Selbstläufer geworden in meinem Freundeskreis. Achja für alle Berliner und Berlin-Besucher: Immer mal drauf achten, wer gerade im WMF ist, da scheint der Junge bevorzugt zu spielen. Ist ja auch eine schöne Location. Aber aufpassen: beim letzten Gold Chains Konzert habe ich mir mein linkes Ohr ruiniert - selbst schuld, zu nah an der Box gestanden, aber die Vibration war so schön...

  • 4. Death Cab for Cutie - For What Reason

    Mein erster Kontakt mit Death Cab for Cutie war in einem Plattenladen in Seattle. Da steht diese Platte, die a) total cool aussieht - was für ein Cover. Und die b) einen unglaublich coolen Titel hat: "We've Got the Facts and we're voting yes". Mitgenommen. Angehört. Und seitdem liebe ich diese Band. Und bleibe dabei, dass dies ihr bestes Album ist. Wobei Photoalbum auch fantastisch ist. Am besten auf ...the facts... gefällt mir Nummer 3: For What Reason. Dieser unglaublich trotzige Text, Wahnsinn. Viele Erinnerungen und Tränen sind natürlich auch mit dieser Platte verbunden, irgendwie muss das Verhältnis zur Musik ja aufgebaut werden. Tja, und dann wartete ich geschlagene vier Jahre, bis es die Band mal nach Deutschland schafft. War irgendwann im letzten Jahr. Unglaublich, was für eine lange Schlange vor dem Club stand. Seit Jahren führte ich DCFC Textzeilen in meinen emails an, keiner hatte überhaupt ne Ahnung, was ich da wieder von mir gebe. Und plötzlich: Hype. Es ist doch immer wieder erstaunlich, welch ungeheuer großen Einfluss Spex und Intro auf die Menge haben. Ein Artikel hier, ein Song auf die CD dort und zack, die Band ist gemacht. Irgendwie erschreckend, aber gut für die Jungs natürlich.

  • 5. Silver Jews - Tennessee

    Dieser Song enthält das wohl schönste Sprachspiel des Indie-Rocks: "Marry me, leave Kentucky, come to Tennessee You're the only ten I see." Und wie das ganze dann so überaus lakonisch im Country-Stil hingeschmissen wird, ist einfach nur fantastisch. Was man übrigens von der ganzen Platte "Bright Flight" sagen muss. Definitiv die beste der Silver Jews, zu denen neben David Berman auch noch Pavement's Stephen Malkmus gehört. Welcher aber auf dieser Platte nicht dabei war. Dementsprechend sind wohl auch so tolle Textzeilen wie "and I wanna be like water if I can cause water doesn't give a damn." (Horsleg Swastikas) oder "all my poor hungry children time will break the world" David Berman zuzuschreiben, was ihm seitdem einen Platz in meinen persönlichen Top10 der besten Songwriter gesichert hat. Prima Musik zum Autofahren übrigens. Und zu allem anderen auch. Und nicht vergessen: "I am the trick my mama played to the world" Wir sind alle Teil eines größeren...

  • 6. Sleater-Kinney - Good Things

    Eigentlich habe ich ja kein Lieblingslied. Mit 12 funktionierte das noch, da kannte man aber auch weniger. Es gab auch weniger medialen Einfluss. Und kein Internet. Auf Konzerte ging ich damals auch nicht. Seit ich jedoch Sleater-Kinneys »Good Things« gehört habe, habe ich nun nach Jahren doch wieder ein Lieblingslied. Könnte es den ganzen Tag auf heavy rotation hören. So energiegeladen und trotzdem absolut melodisch. So langsam verstehe ich, warum ein Journalist mal schrieb, wer Sleater-Kinney gesehen habe, wolle - sofern es ein Mädchen ist - sofort eine Band gründen oder - im Falle eines Jungen - ein Mädchen sein. Auch tolle Textfetzen, die sich einem sofort einprägen.

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