Soundtrack meines Lebens

  • 1. Sugababes - overload

    Ein gewöhnlicher Morgen. Das Radio dudelt wie immer um diese Zeit geräuschvoll vor sich hin. Ein Morgen wie viele zuvor. Alltag. Ungefragt reißen mich neue Klänge aus dem Trott. Intelligent locker abgemischte Beats machen mich wach und heben meine Stimmung. Ich denke, ja Scheiße noch mal. Was soll denn das sein?! Wir basteln mit der Schablone einen Popsong oder wie? Ich muß lachen. Mein Fuß wippt bereits locker zum Takt und ein breites Lächeln entknittert mein noch müdes Gesicht. Dieses Lied hat wirklich alles drin, was einen "Schlager" wie aus dem Lehrbuch ausmacht: Einfach strukturiert, eingängige Melodie, ein Refrain zum mitsingen und zusätzlich mit einem coolen Beat unterlegt. Verdammt - ein echter Ohrwurm. Ein Song gegen den grauen Stumpfsinn. Ein Song gegen den Alltag. Ein Song für jeden Tag. Ich höre ihn immer wieder gern, selbst wenn er von vorne bis hinten nach der Schlager-Masche gestrickt wurde. Oder etwa gerade deshalb ...?

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  • 2. SNAP - the first the last ETERNITY

    Noch so ein Retorten-Song. Nicht ein einziges echtes Instrument. Synthi-Geblubber für die Masse. Aaargh! Das nackte Grauen. Dennoch verbinde ich gerade mit diesem banalen Gehörbeleidiger für immer ein musikalisches Aha-Erlebnis der lustigen Sorte. Eine dieser diversen WG-Parties bei irgendwem. Im größten Zimmer dröhnt Lautstärke aus den Boxen. Zum Tanzen fehlt noch immer die richtige Musik und vor allem ist keiner der Anwesenden motiviert genug, mal damit anzufangen. Für Unterhaltungen ist es um etliches zu laut. Ein Blick in die Küche verrät gepflegte Studi-Konversation der peinlichen, fachsimpelnden Art (sind die auf´ner Party oder in der Uni?), dazu wird Zatziki und anderes geschlabbert. Im Badezimmer befindet sich ein Arsenal von kühlgelegten Bieren in der Wanne. Die bereits abgelösten Etiketten treiben teils oben auf, teils dümpeln sie am Grund. Wohl dem, der ein Radler von einem Pils vor dem Öffnen unterscheiden kann. Ein weiteres Zimmer lädt schließlich zum Verweilen in einer großen, gemütlichen Couch-Ecke ein. Schöner Raum, nette Leute, kurzweilige Gespräche. Einer der Anwesenden entdeckt eine Wanderklampfe und fängt einfach an zu spielen. Allerdings nicht etwa die üblichen Lagerfeuer-Klassiker, sondern etwas, auf der Gitarre noch nie gehörtes, aber doch bekannt klingendes. Ich und die anderen rätseln. Er spielt und spielt, setzt dann mit dem Text ein: "People all over the world, listen to what I want to say ..." Hääääh?! Was ist das bloß? ".... gonna end the same. ETERNITY ETERNITY ETERNITY ..." Ich denke für einen kurzen Moment, ich falle vom Glauben ab! Der Genial-Mensch mit der Gitarre hat´s doch tatsächlich fertig gebracht, aus einem Synthi-Lied alle wesentlichen Parts für eine Klampfen-Version rauszuklauben! Ohne Verstärker, ohne Verzerrer, ohne alles. Unplugged sozusagen. Unglaublich!! Ich wußte ja schon immer, daß zwei und ein Eimer bereits eine Band ergeben. Aber das eben dargebrachte ist einfach der Ober-Hammer! Wie er verrät, ist er tatsächlich in seiner Freizeit Strassenmusiker mit höchst umfangreichen Repertoire und tritt für die nächsten Stunden(!) sogleich den Beweis an. Der restliche Abend beschränkt sich nur noch auf diesen einen Raum der WG und es wird gelacht, gefeiert und getanzt bis dem Morgen graut. P.S.: Ich habe mir nach dem Erlebten tatsächlich die CD von SNAP besorgt. Ein Live-Mitschnitt des Abends, den es leider nicht gibt, wäre mir natürlich bedeutend lieber gewesen. Aber die Erinnerung an diese Party bleibt damit gesichert. Für die Ewigkeit. =))

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  • 3. Ton Steine Scherben - Der Traum Ist Aus

    Nach dem ganzen Dosen-Zeugs zur Abwechslung mal was "Anständiges". Am Ende denkt noch wer, wie kann man nur soviel Blubber-Musik gut finden... Nun ja, Lieder und ihre Geschichten. Das geschieht meist ungefragt. Irgendwann Anfang der 90er. Die Zeit als langhaarige Jungs wieder en vogue waren. Live-Konzert in einem Jugendzentrum. Das Motto der Veranstaltung prangt auf einem professionellen Großplakat im Hintergrund der Bühne. In der Absicht fetzig, jugendlicher Aufmachung prangt dort in Großlettern: "CAPITALISM IS KILLING MUSIC !" Klein darunter, die üblichen örtlichen Sponsoren. Als potentester Geldgeber selbstverständlich: Ihre örtliche Sparkasse, der Partner für´s Leben... Ein unfreiwilliger Gag für den Rest des Abends! Aber das nur so am Rande. Die Lokalband Family Entertainment, der Hauptgig des Abends, glänzt mit einer gekonnten Mischung erlesener Cover- und Eigenkompositionen. Stil und Schwerpunkt: Billy Bragg, The Clash,... very british. Ruhiges und erdiges in harmonischem Wechsel. Die Stimmung beim Publikum - übergeschwappt, der Saal kocht. Perfekt. Gegen Ende, als dritte Zugabe, noch ein mir bereits vertrauter Uralt-Fetzer aus den Siebzigern. Ich denke, ich hör´ nicht recht und bin wie hypnotisiert. Das Stück beginnt ungewohnt leise. Dazu eine eindringliche, melancholisch schwingende Stimme mit einem deutschen Text (der erste des Konzerts überhaupt) , der für mich, in diesem magischen Augenblick, genau der richtige zur passenden Zeit scheint. Zum ersten Mal höre ich dieses Lied live! Für alle, die den Song nicht mehr oder noch nicht kennen, hier ist er: " Ich hab geträumt, der Winter wär vorbei Du warst hier und wir warn frei Und die Morgensonne schien Es gab keine Angst und nichts zu verliern Es war Friede bei den Menschen und unter den Tiern Das war das Paradies DER TRAUM IST AUS DER TRAUM IST AUS Aber ich werde alles geben Daß er Wirklichkeit wird Ich hab geträumt, der Krieg wär vorbei Du warst hier und wir warn frei Und die Morgensonne schien Alle Türen waren offen, die Gefängnisse leer Es gab keine Waffen und keine Kriege mehr Das war das Paradies DER TRAUM IST AUS DER TRAUM IST AUS Aber ich werde alles geben Daß er Wirklichkeit wird Gibt es ein Land auf der Erde Wo der Traum Wirklichkeit ist Ich weiß es wirklich nicht Ich weiß nur eins Und da bin ich sicher Dieses Land ist es nicht Dieses Land ist es nicht Der Traum ist ein Traum zu dieser Zeit Doch nicht mehr lange, mach dich bereit Für den Kampf ums Paradies Wir haben nichts zu verlieren, außer unsrer Angst Es ist unsre Zukunft, unser Land Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand DER TRAUM IST AUS DER TRAUM IST AUS Aber ich werde alles geben Daß er Wirklichkeit wird Wirklichkeit... " Mir wird heute noch, wenn ich diesen Song höre, heiß und kalt. Längst verblaßte Bilder/Erinnerungen/Gefühle schießen mir durch den Kopf, bekomme feuchte Augen, süße Melancholie, aufkeimender Mut und Energie für alles was im Moment bedrückt, fühle mich auf eine eigenartige Art glücklich, beschwingt. Und das alles gleichzeitig! Hach ja. *tiefer Seufzer* Gerade schon wieder. Der Text ist immer noch so aktuell wie eh und je. Hört ihn Euch wenn´s geht, auch mal an. Und laßt Euch nicht BRDigen... Danke Rio, mach´s gut. Wir werden dich nie vergessen!

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