Soundtrack meines Lebens

  • 1. Suede - Saturday Night

    Ich studierte damals im 2. Jahr, wohnte in einem Wohnheim am sprichwörtlichen Arsch von Jena mit einem Mädchen, zusammen dass zwar nett war, mit dem mich aber nicht verband & ich fühlte mich echt einsam & beschissen & dann lief da auf MTV dieses Video. Brett Anderson, ganz mein Typ Mann mit seinen ausgeprägten Wangenknochen, ein bisschen düster, geheimnisvoll singt da praktisch von dem Leben, dass ich eigentlich führen wollte & gleichzeitig war die Stimmung des Liedes auch irgendwie melancholisch, so wie ich mich ja gerade fühlte & plötzlich war klar: wenn du nicht bald aus dem Fenster springen willst, dann musst du hier raus...

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  • 2. Suede - Beautiful ones

    Suede war zu jener Zeit eine meiner absoluten Lieblingsbands & fast jedes Lied sagte mir etwas, doch »here they come, the beautiful ones« war beinhahe die Hymne jenen Jahres. Ich hatte es geschafft, war umgezogen in ein neues Leben: die Vierer-WG in einem Hinterhof-Gibskartonhäuschen. Wir hatten Spaß, lachten, feierten, studierten gelegentlich, fuhren nachts Rollerblades durchs Viertel, fechteten im Flur... natürlich war nicht alles eitel Sonnenschein, aber wir waren das Ratpack & das Leben war schön...

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  • 3. Portishead - Roads

    Eine Tür öffnet sich & weinende Menschen strömen herein. »How can it feel, this wrong...«. Neben einem Sarg steht ein Pfarrer & erzählt Dinge über einen jungen Mann, den er nie gekannt hat, über einen Jungen, den es so nie gab... Später sitzen wir an seinem offenen Grab, die Totengräber warten im Hintergrund darauf, dass wir endlich gehen, aber wir sind noch nicht so weit. »And surely that ain't right..« Wir sitzen am Grab & baumeln mit den Beinen, wir machen düstere Scherze, lachen düster, weil es so weh tut & wenn wir gehen nehmen wir Abschied von unserem Freund & von Teilen unserer selbst, »Oh, can't anybody see, We've got a war to fight...«. Noch später sitzen wir am Fluss & trinken Wein...

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  • 4. Silent Poets - Prisons

    Ein Freund hatte mir »To come« geschenkt & ich legte die CD in meinen Player als ich wieder nach Jena fuhr. Ich saß am Fenster & schaute hinaus, es dämmerte schon ein wenig & der Himmel hatte ein ganz besonderes Blau, kontrastiert von einer orange-pinken untergehenden Sonne. Die elektronische melodiöse Musik passte einfach herrlich dazu. Ich fühlte mich frei, beschwingt, hatte das Gefühl, auf eine besondere Reise zu gehen... & dann kam »Prisons«. Es sticht auf dem Album durch seinen Hiphopstil heraus & erreichte mich mitten im Herzen. Ich verstand nicht alles, wusste nur, da sprechen 2 von Liebe, von Schmerz, von Missverständnissen & vom (selbstbestimmten) Leben: »Life is a play, but I'm the star of this show«. Ich hätte an diesem Tag ewig weiterfahren können, aber wohin...

  • 5. Herbert Grönemeyer - Schmetterlinge im Eis

    Eigentlich war die gesamte Scheibe ein einziger Ausdruck meiner Gefühle damals, der Soundtrack zu meinem Schmerz, der perfekt beschrieb, wie es sich anfühlt, jemanden zu verlieren... Ich hatte zwei Menschen verloren. Einen Freund unwiderbringlich an den Tod und den anderen an das Schweigen. Wie zwei Fremde, die sich nur vom Sehen kannten, nickten wir uns aus der Ferne zu & gingen weiter... Doch wenn er vorbei war, folgte mein Blick ihm sehnsuchtsvoll. Und zu Hause legte ich "Bleibt alles anders" ein & trauerte & wartete auf "Schmettelinge im Eis", weil es Hoffnung versprach, weil innerhalb der Starre, die mich umklammerte, so etwas wie Leben zu spüren war. 1x gehört, 5x, 100x & endlich klingelte das Telefon: "Mit mir hast du sicherlich nicht gerechnet?" & ich wusste, jetzt wird alles besser, vielleicht sogar gut!

  • 6. röyksopp - What Else Is There?

    Aufgeregt suche ich den Himmel nach Wolken ab. Da! Da ist wieder eine! Eine dicke, eine große! "Das sind bloß Schönwetterwolken.", sagt Papa, um mich zu beruhigen, aber ich bleibe nervös. Um mich abzulenken, schaue ich nach den Autos meiner Freunde, die uns folgen. Im Radio läuft gerade "What Else Is There?" Die Stimme nimmt mich gefangen & der Beat unterstreicht mein Gefühl der Aufregung & der Lebendigkeit. Am Himmel braust ein kleines Flugzeug vorbei & streut viele kleine bunte Punkte. Ich lächle & sehe meine unmittelbare Zukunft. Heute springe ich aus einem Flugzeug & schwebe ganz langsam nach unten.

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