Soundtrack meines Lebens

  • 1. Ton Steine Scherben - Der Traum Ist Aus

    Damals mein Haupt-Depri-Song. Das Welt-verbessern-Gefühl der Achtziger, da kommt es mir wieder hoch. Zwei Stunden lang nach einer ziemlich gescheiterten Party dieses Lied gehört. Mein Freund Hans hat sich furchtbare Sorgen gemacht, weil ich wie bekloppt durch ein schweres Gewitter lief, was über der Grillhütte wütete. Habe auch diesen Moment überlebt. Hans reibt mir das immer noch unter die Nase, aber ich kann mittlerweile darüber lachen.

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  • 2. Bernd Begemann - Gefangen In Einem Samstagnachmittag

    Ich habe die CD eigentlich wegen dem puscheligen Rasencover gekauft. Bernd Begemann habe ich auf einem Sampler gefunden und fand's nett. Jetzt sind einige Jahre ins Land gegangen und meine Geschichte hat sich weitergedreht. Abundzu tauche ich aber noch ab in dieses Zwischengefühl des 20-something-Seins.

  • 3. Billy Bragg - There Is Power In A Union

    Die Zeit der Rockkonzerte. Billy Bragg mit Wiggy in Frankfurts Punkbunker. Pogo mit wildfremden Leuten. Jetzt bin ich 36. Etwas weiser. Trotzdem glaube ich immer noch an den Text dieses Lieds.

  • 4. Wildecker Herzbuben - Herzilein

    Ganz vorneweg: Obwohl die Herren nicht weit von meiner Heimat wohnen, finde ich sie zum Göbeln. Gut, daß die beiden sich immer die Augen gegenseitig auskratzen... Aber zur Geschichte: Sommer 1993. Ich eine männliche Jungfrau. Im Hof war eine Feier, bei der ab 12 Uhr in Endlosschleife nur noch dieses Lied lief, was egal war, denn die Gäste hingen im Koma in den Büschen. "Herzilein" hat meinen ersten Sex begleitet, und ich weiß nicht, ob ich das jetzt schrecklich oder lustig finden soll.

  • 5. The Police - Secret Journey

    14 Jahre habe ich nichts mehr von ihr gehört. So um 1990 haben wir den Kontakt verloren. Sie war meine erste große Liebe und auch die erste, die mich verletzt hat. Ich habe oft überlegt, was sie wohl machte. Die Geschichte war wie im Film: Eine Freundin aus Dresden besuchte ihre Cousine in Berlin. Bei der zog eine neue Mitbewohnerin ein, war am Auspacken, Rumsortieren. Am letzten Tag von T. aus Dresden sagt die Mitbewohnerin, daß sie aus Entschuldigung für das Chaos den versammelten Damen einen Latte Macchiato macht. So geschieht es, und T. sagt, das sei ja wie im Eiscafé. Die Frau sagt: "Ja, ich habe ja mal in einem gearbeitet." T. geistesgegenwärtig (sie kannte meine Geschichte): "Etwa in W.? Kennst du den ...?" E. muß die Kinnklappe ziemlich heruntergefallen sein. T. gab mir E.s Adresse und eine Telefonnummer in Berlin. Das Gespräch war harzig, relativ unterkühlt, und ich sage: "Wenn ich mal in Berlin bin, besuche ich dich." SIe sagt, "ja ja, wenn du in Berlin bist." Zwei Wochen später besuchte ich meinen besten Freund H. in Berlin und rief sie an. Das Gespräch irgendwo im Prenzlberg war unterkühlt. Sie wollte nichts mehr mit mir zu tun haben. Das war 2004. Ende Akt 1. Zweieinhalb Jahre später, Neujahr 2007. Ich schalte das Kabelfernsehen durch. Seit vier Wochen bin ich geschieden, Ende der HErzilein-Geschichte von oben. Mein Handy klingelt. E. ist dran, sie wolle mir eine E-Mail schicken, die kommt nicht an. Ich gebe ihr meine neue Adresse. Kommt ein drei Seiten langer Brief. Die Krönung war dann, daß wir uns im März danach nochmal trafen. Ich hätte nie gedacht, daß es möglich ist, mit einem solchen Menschen einfach einen Faden wieder aufzunehmen, der da mal war.

  • 6. Björk - Joga

    2001 starb meine Mutter. Ich konnte nichts mit der Situation anfangen, mit Björk sowieso nichts. Ich hatte das Gefühl, daß alles nur ein Traum war. Irgendwann legte ich abends Björk auf, mit Kopfhörern. Ich war ungefähr eine halbe Stunde weg. Als ich aufwachte, war meine Mutter gegangen. Mittlerweile bin ich wohl im richtigen Alter für Björk. Joga ist aber immer wieder die Nummer 1, wenn ich loslassen will/muß.

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  • 7. Dire Straits - Sultans Of Swing

    84 bis 86 waren meine wilden Jahre. Ich entdeckte Weißbier als Droge und die Disko im Dorf. Weißbier trinke ich immer noch, aber in der Disse war ich 13 Jahre nicht. Irgendwann ist man selbst dafür zu alt. Zu Sultans of Swing fällt mir ein: Wildes Can Can-Tanzen mit F. und J., immer montags. Am Ende legte der DJ den Track nur auf, um uns alleine Beine schmeißen zu sehen. Gott, was waren wir scheiße. Aber Spaß gemacht hat es allemal.

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