Soundtrack meines Lebens

  • 1. Tomte - AUF MEINEN SCHULTERN

    Wunderbar traurig, mir wunderbar schwer zugänglich. Doch wenn ich den Text verstände, wäre die Magie sofort verschwunden. Wer wünscht sich nicht den großen Beschützer, der nachts am Bett darauf wartet, dass man die Nacht heil übersteht? Mich erinnert dieses Lied an einen alten Traum in frühester Kindeheit, in welchem mein Nachtlager von Männern mit Speerspitzen bewacht wurde, damit die Invasion der Taucher nicht über mich einfallen konnte. Die moderne Version der Prinzessin auf der Erbse, da ich mich trotz des großen Schutzaufgebotes weigerte, auf Eiswürfeln zu schlafen. Die Tauchmänner haben mich übrigens nicht bekommen!!

  • 2. The Killers - Mr. Brightside

    Bei diesem Song habe ich meine Hemmungen, vor anderen Leuten laut und falsch zu singen, verloren und dabei eine Menge neuer freundschaftlich gesinnter Menschen gewonnen. Kaum lief der CD-Rekorder, war ich der Mittelpunkt der sich belustigenden Gesellschaft. Doch ich hatte etwas gefunden, was ich noch nicht kannte: 100% Verschmelzung mit der Musik. Als ich das erste Mal in meiner neuen Heimatstadt im Abendleben unterwegs war, zehrte ich von dieser unglaublichen Erfahrung und brachte somit ordentlich (unerwünschte) Stimmung in einen kleinen, unbedeutenden Nachtclub, der mich zugleich das letzte Mal sah.

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  • 3. Papa Roach - Last Resort

    Das Video habe ich mir damals mindestens 20x am Tag angeschaut, nur um auf die klitzekleine, kurze, sequenzenhafte Szene zu warten, in welcher sich der Leadsänger rücklings auf die Bühne wirft, sein T-Shirt verdächtig hoch rutscht und eine gewaltige Speckfalte am Bauche sichtbar wird. Wie habe ich es geliebt! Es war so menschlich und schön zugleich, dass es mich völlig übermannte. Den Text habe ich damals übrigens metapherntheoretisch noch gar nicht verstanden, habe die Atmosphäre, die von ihm ausging, lediglich intuitiv gespürt. Der Anfang meiner pubertären Rebellion!

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  • 4. Tomte - Schreit den Namen meiner Mutter(Album Version)

    Damals war ich traurig, verstört und leicht melancholisch. Und den ganzen englischen Songtexten mehr als überdrüssig. Dann kam dieses Lied im Fernsehen und ich habe mich auf einen Schlag mächtig in den Text verliebt. Tränen flossen, da mein Vater mich nicht im enferntesten den Sachen des Lichts näher gebracht hatte und ich nicht nur keinen Schoß zum Ruhen hatte, sondern auch keinen wollte. Mittlerweile haben das Lied und ich eine feste Beziehung begonnen, die mindestens einmal in der Woche mit einer Karaokeversion meinerseits unter zwei Augen gefestigt wird. Hoffentlich wird der Song nicht vor mir sterben...

  • 5. Mia. - 2 Pieces

    ... wie schön kann ein deutscher Akzent bei einem englisch sprachigen Lied nur sein? Seit "2Pieces" weiß ich es. Anfang des Jahres war ich schlecht drauf, lauter Klausuren und Hausarbeiten für die Uni standen kuz bevor. Das höchstmögliche Maß an Unmut machte sich in mir breit. Warum immer ich? Wieso mute ich mir stets so viel zu? Einfach alles hinschmeißen und tagelang das Bett nicht mehr verlassen? Hm, wie wärs? Ich wurde gar so faul, dass ich es nicht einmal mehr schaffte, an der Stereoanlage den kleinen Repeat-Knopf zu drücken, da ich bis dahin nurmehr "Uhlala" gehört hatte. Mein Glück! Die Cd lief weiter... Ich war wie verzaubert, nein, ich war verzaubert: "I'm searching for someone just like you". Oh ja, ich war auf der Suche! Nach dem Teil meines Ichs, dass ich doch kenne, dass Berge versetzten kann, dass stets einen Ausweg weiß, dass mich immer wieder selbst überrascht! Und ich habe es wieder gefunden...

  • 6. Backstreet Boys - More Than That

    Ich bin nie ein Fan der Backstreet Boys gewesen. Nicht am Anfang, als sie "ja so endgeil" waren und Nick über jedem Mädchenbett an der Wand hing und auch nicht, als sie ein Jahrzehnt später wieder auftauchten und "ja so gereift und erwachsen" klangen. Doch dieses Lied hat mich erstaunlich berührt. Ich befand mich im Frühsommer des Jahres 2001 auf einer Zwei-Tages-Busfahrt nach Frankreich. Meine Freundin und ich hatten damals als jüngste ein Ticket für die Schulchorreise nach Vichy ergattert und freuten uns riesig. Nachts, als alle anderen im Bus schliefen und ich aus unerklärlichen Gründen kein Auge schließe konnte, habe ich mir den Cd-Rekorder (nein, damals gab es noch keine MP3-Player) meiner Freundin geschnappt und dieses Lied gehört, immer und immer wieder. Dabei im Vorbeiziehen die winzigen Lichter aller Städte, die wir passierten, am Horizont beobachtet. Wie sie glitzerten, flimmerten, erloschen und doch wieder kamen. Und ich habe mich klein gefühlt. Sehr klein. Trotzdem bedeutsam. Aber nur in geringem Maße. Austauschbar. Es sollte das letzte Mal sein, dass ich im Bus geweint habe.

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