Soundtrack meines Lebens

  • 1. Tori Amos - Horses

    Nachdem ich meine große Schwester fast 10 jahre lang nicht gesehen hatte, weil sie, als ich 10 war, aus Rostock nach Lübeck gezogen war, traffen wir uns 1997 wieder. Ich besuchte sie, sie dachte, ich sei bestimmt ein kompletter idiot, ich dachte, sie ist so eine durchgeknallte powerfrau ... und ich besuchte sie in Lübeck, wir saßen in ihrem Zimmer, rauchten und tranken Rotwein bis spät in die Nacht und redeten und redeten. Powerfrau ja, durchgeknallt ja, aber die tollste große Schwester, die man sich wünschen kann, und sie ist glaube ich auch der Meinung, daß ich kein Vollidiot bin ... und im Hintergrund lief Tori Amos mit "Boys for Pele", und Horses (mit den 45 sekunden Stille zu Anfang) werde ich auf ewig mit meiner großen Schwester verbinden.

  • 2. The Beatles - Here Comes The Sun

    Ich war nach meinem Abi, einem Jahr Zivildienst und zwei abgebrochenen Chemie-Semestern aus München weggegangen. Bei meinen sporadischen Besuchen aus meiner Unistadt Freiburg in München traf ich bei diversen Gelegenheiten Barbara wieder, ein Mädchen, mit der ich kurz vor meinem Abitur eine sehr intensive Beziehung geführt hatte, wieder. Auch wenn unsere Treffen nun rein freundschaftlicher Natur waren, waren sie uns beiden wichtig, denn wir hatten uns nicht gerade im Frieden getrennt. Zwar redeten wir nicht darüber, sondern genossen die "neue" Zeit, aber es war klar, irgendwann würde ich ihr erklären müssen, was damals eigentlich schief gelaufen war ... Naja, bevor es dazu kam, rief mich, als ich gerade wieder in Freiburg war, ein gemeinsamer Freund an und erklärte mir, sie sei von einem betrunkenen Autofahrer totgefahren worden ... im Alter von 21 Jahren. Mein Leben ist seitdem nicht mehr dasselbe gewesen. Mit ihr hatte ich meine wildeste Zeit ... sie war eine Träumerin gewesen, ein Hippie, die auf einem Bauernhof Töpferware verkaufen wollte, so unglaublich naiv und wundervoll. Positiv durch und durch und nie mit der Geduld gesegnet, auf einen anderen Zeitpunkt zu warten. Ich glaube, damals habe auch ich meine Geduld verloren. Der Friedhof war voll von jungen Leuten, alle mit Sonnenblumen, bunten Klamotten und Flüssen von Tränen. Und es lief "Here comes the sun".

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 3. depressive age - Innocent In Detention

    Mein großer Bruder ... 3 Jahre älter als ich ... als ich noch ein kleiner Stift war, durfte ich seine Mosaiksammlung (DDR-Comic, für die, die's nicht wissen) nicht angucken, nicht mit seiner Modelleisenbahn spielen, damals hat er immer gemurrt, wenn ich mit dabei war, wenn er mit seinen Kumpels Fußball gespielt hat oder ihn gefragt habe, ob ich mitkommen kann, wohin auch immer ... große Brüder sind halt cool! Da will man dabei sein! Auch so alt sein, naja, wer einen hat, kennt das, zumindest bis man selbst 10 ist und alleine mit seinen Freunden die Stadt "unsicher" machen kann. Als ich dann älter wurde, hatte ich weniger mit ihm zu tun, man hatte halt sein eigenes Leben ... sah sich beim Frühstück vor der Schule und so ... und irgendwannn fragte er mich, ob ich mit auf ein Metal-Konzert kommen wolle. Das war insofern eigenartig, daß es dafür eigentlich keinen Grund gab. Aber seit dem Auftritt von "Depressive Age" hatten wir ein völlig neues Verhältnis. Ich denke, daß es damals anfing. Heute reden wir über jeden Scheiß, solange es nix mit Gefühlen zu tun hat, natürlich! Männer bleiben Männer, ne? Und wenn wir uns heutzutage ein Jahr nicht sehen, begrüßen wir uns mit einem "Hi" und verabschieden uns mit einem "Naja, bis denn, machs gut!" Obwohl wir wissen, daß wir uns richtig mögen. Aber Männer zeigen sowas ja nicht! Mein großer Bruder eben ...

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Jonnnes' Freunde