Soundtrack meines Lebens

  • 1. I Am Kloot - Cuckoo

    Durch meinen extrem anglophilen Freund Matthias wurde ich eines Tages, wie mein restlicher hamburger Freundeskreis, auf die spitzenmäßige Gruppe I am Kloot aufmerksam. Dies geschah auch meiner zu diesem Zeitpunkt allzu seelennahen Freundin Gesa, die an einem eher normalen Abend nach unserer Lieblingsbeschäftigung zu dieser Zeit: dem Pubquiz im Penny-Lane, eben jene Kassette in das Autoradio schub. Plötzlich fingen wir an über Gott und die Welt zu reden und ein extrem wohliges Gefühl stellte sich ein. Nachdem wir im Regen weiterführen begann genau dieses Lied und wir beide mussten wie die Bekloppten gleichzeitig anfangen dieses Cuckoo mitzurufen. Ein Moment der zeigte, auf welch abstrakte, aber doch schöne Art und Weise man sich Nah sein kann.

  • 2. Die Ärzte - Schrei nach Liebe

    Es ist unglaublich aber wahr, ich verbinde mit einem Ärzte-Titel tatsächlich mehr als das sonst allzu übliche: "Westerland, weil ich da in meiner Jugend so toll zu gefeiert hab..." Vielmehr hat mich diese Gruppe durch meine Pubertät gerettet. Meine extreme "musik-gutfind-ausrichtung" anhand der textlichen Qualität oder Aussagekraft verwehrte mir damals, wie heute den Zugang zu vielen englischsprachigen, eventuellen Topbands. Rudimentäre Kenntnisse dieser Sprache, trotz neunjähriger Folter erlauben oft einfach nicht mehr. Folglich wendete ich mein so einsam und unverstanden geglaubtes Herz dem deutschen Punkrock zu. Bald merkte ich, dass Ernsthaftigkeit durchaus mit Ironie und Witz vereinbar sein kann und Texte à la "Haut alle Faschos und Kapitalisten platt" nicht so unbedingt mein Fall waren. Ich verstand und verstehe mich eher als Pazifist und nicht so als Haudrauf. Ich glaube ich habe dieses Lied mindestens ein Jahr jeden Tag so laut gehört, dass ich meinen Nachbarn mehr als eine Schachtel Merci hätte überreichen sollen. Bis heute sind Die Ärzte und Farin Urlaub Konzerte, trotz einer teilweisen Umorientierung meines Musikgeschmacks ein absolutes Pflichtprogramm. Vielleicht auch nur um in tiefsten Erinnerungen zu schwelgen. Auch bis heute bin ich schwer Begeistert von ihnen, was ich auch durch extrem zahlreiche monetäre Zuwendungen kundgetan habe. BelaFarinRod es gibt nur einen Gott. Danke für alle schönen Stunden!

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  • 3. Olli Schulz & Der Hund Marie - Unten Mit Dem King

    Noch nie habe ich mich in einem speziellen Moment mit einem Lied, dass mal nichts mit Liebe zu tun hat so eng verbunden gefühlt. Nach zwei Wochen Zivildienstseminar in der Weltstadt Plön, in der einem nichts anderes bleibt, als sich den sinnlichen und berauschenden Substanzen hinzugeben, war ich doch etwas Geschafft, trotzdem trieb mich meine Güte und auch die Wiedersehensfreude zurück zu "meinen" Kindern in der grandiosen "Kindertagesstätte für Integration Cordt-Buck-Weg". Seit diesem Moment zolle ich jedem Elternpaar, das von seinen nicht schlafenden Kindern berichtet, vollen Respekt. Sicher hatte ich die hardcore Version mit 16 Kindern, von denen die Zwei, welche direkt neben mir schlafen sollten zwar extrem liebreizend waren und sind, aber aufgrund ihres ausgeprägten Down-Syndroms weniger als die Anderen einsahen, dass Schlaf doch auch eine recht schöne Sache sei. Das Faszinierende war, dass trotzdem alle meine Zwerge um halb Sieben wach waren und die lustige Idee hatten auf mich raufzuspringen. Hartes, hartes, Zivileben. Am nächsten morgen fuhr ich nun meine "anleitende Erzieherin" (Hallo Christine, falls Du das liest!) zum Bahnhof und wir hörten dieses Lied. Und genauso fühlte ich mich zwar fertig, aber im tiefsten innersten sehr, sehr wohl. Danke lieber Zivildienst, Du hast mein Leben verändert. Ohne Dich würde ich jetzt höchstwahrscheinlich einer ekligen Naturwissenschaft an der Uni frönen und später in einer unbefriedigenden Arbeit feststecken. Dank Dir darf ich jetzt mein Leben der Literatur und der Politik und zu guter Letzt unserer Jugend widmen. Ich habe tatsächlich meine soziale Ader entdeckt und kann nur jedes männliche und weibliche Wesen, dass dort draußen seine Zukunft plant dazu beglückwünschen, wenn doch ein Jahr Zivi oder FSJ in einer sinnvollen Position eingeplant sind. Es ist definitiv keine Zeitverschwendung! P.S.: Und ja, Windeln wechseln stinkt, aber man kann die Luft anhalten. :)

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