Soundtrack meines Lebens

  • 1. Tomte - Die Bastarde, Die Dich Jetzt Nach Hause Bringen

    Es ist Oktober. Es regnet, es ist kalt, ich sitze in meinem uncoolen Kleinwagen und fahre alleine über die Autobahn. Etwas mehr als eine halbe Stunde von Leer nach Oldenburg. Zum ersten von mir besuchten Konzert der Band, die ein Jahr zuvor in mein Leben getreten war und mich unaufhaltsam in Richtung Indieschlampentum führte: Tomte. Da stehe ich also im Amadeus, kenne niemanden und fühle mich unwohl. Bis die Band beginnt zu spielen. Und plötzlich... Die Bastarde, die dich jetzt nach Hause bringen. Es beginnt mit zart plinkernden Gitarren, die sich zu einem dichten, mich einhüllenden Soundteppich ausbreiten. Mich nicht mehr loslassen. Die ersten drei, vier Takte und ich könnte weinen, glückselig grinsen, mich auf den Boden fallen lassen und nie wieder aufstehen, im Sound versinken und ertrinken. Schlaf ein, es ist vorbei - und da sind sie, meine durchwachten Nächte. Nächte am Fenster. Nächte zwischen Angst, Melancholie und Glücksgefühlen. Es ist nur der Wind. Hör auf zu zweifeln. Es war wundervoll, als wir uns trafen. Und in diesem Moment wusste ich, dass ich richtig liege. Dass mein Leben so weitergehen kann und dass ich genau in diesem Moment zum ersten Mal der Mensch war, der ich immer sein wollte. Das Lied führt mich zusammen, wenn ich zerrissen bin. Hilft mir auf und nimmt mich bei der Hand. Alles passt so perfekt ineinander, die Worte, der Sound, die Gefühle. Tränen des Glücks treten mir nicht häufig in die Augen. Dieses Lied ist eine davon.

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  • 2. tocotronic - Gegen Den Strich

    Sibylle ist zu Besuch und wie immer ist alles wunderbar. Meine älteste Freundin. Die einzige Frau, bei der ich wirklich ich selbst sein kann. Wir sind laut, wir sind dreckig, wir sind unvernünftig. Wir ernten Kopfschütteln. In diesem Moment sitzen wir zusammen auf dem Teppichboden. Ziehen an der Wasserpfeife. Es ist dunkel, es ist spät, die Zeit steht still. Dabei auf Dauerrotation: Das noch so frische Tocotronic-Album. Völker, auf zum Gefecht Die Illusion wird Menschenrecht Ich bin nicht allein in meiner Sucht Vor den Spießern auf der Flucht singt D.v.L. und Sibylle und ich sehen uns an. Und wissen genau, was die andere denkt. Gegen die Vernunft. Ich bin so dankbar für diesen Moment. Und für diese Freundschaft.

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  • 3. Clickclickdecker - Der Ganze Halbe Liter

    "Wenn sie dich fragen, wo wir waren sag, dort, wo wir nicht hingehören, da, wo die Schiffe fahren" und von Strophe zu Strophe singt, brüllt der junge Mann in sein Mikrophon und die Emotionalität hat mich in ihren Klauen. Je lauter er singt, brüllt, mit fast überschnappender Stimme, desto lauter werde ich auch. Ich sitze in meiner Küche, neben mir eine angefangene Hausarbeit, eine Tasse Instant-Kaffee und eine Schachtel Zigaretten und ich weiß immer noch nicht, ob ich hier hingehöre.

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