Soundtrack meines Lebens

  • 1. Haddaway - What is love

    mit 13 oder 14 war es das größte auf schulpartys oder faschingsbällen mit der horde von 5 besten freundinnen aufzutauchen. wenn ich zurück blicke fallen mir nicht nur unsere extraterrestrischen frisuren, sondern auch unser eklatant "cooler" tanzstil ein: alle stellen sich im kreis auf, fangen an, mit den hüften zu wackeln und schwenken im takt der musik abwechselnd die arme vor dem körper. heute weiß ich, dass es nicht darauf ankommt, wie cool man ist, sondern wie gut man sich versteht. die mädels gibt es heute noch und tanzen gehn wir auch.

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  • 2. Die Sterne - Was Hat Dich Bloß So Ruiniert?

    die sterne waren und sind für mich das zeichen zum aufbruch in eine neue zeit. dank ihrer musik wurde mir schon in jungen jahren klar, dass man nicht immer den konsens der masse suchen muss, sondern auch gegen den strom schwimmen kann. bis heute begleiten mich songs wie "universal tellerwäscher" oder "inseln" durch den alltag, aber mit "was hat dich bloß so ruiniert" hat alles angefangen. ich wurde ein neuer mensch.

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  • 3. Donna Summer - Hot Stuff

    eigentlich ist es ja eher peinlich, wenn auf partys plötzlich folgende szene abläuft: der dj oder der mensch, der sich dafür hält, kramt in seinem cd-stapel (bei gediegenen partys: im vinyl), legt die musik auf, wählt den titel. und plötzlich, von einer sekunde auf die andere, stürmen mindestens zwei leute schreiend-kichernd die tanzfläche. bzw., hat einer der beiden den liedeinsatz nicht mitbekommen, wird er lauthals vom anderen auf die tanzfläche gerufen. dort fangen die personen dann an, wild durch die gegend zu springen, als ob es kein morgen gäbe und singen den text ohne fehler mit. wer richtig viel glück hat, kann sogar ansätze von jahrelang eingeübten choreographien erkennen. eigentlich bin ich gegen solches verhalten. aber bei donna summer schaltet mein verstand aus. (ein gruß hierbei an diana.)

  • 4. Mia - Kreisel

    einen song mit einem wecker beginnen zu lassen, scheint zwar überaus makaber zu sein, doch wenn man bedenkt, dass jeder tag mit diesem geräusch beginnt und man gleich nach dem aufstehen einen so wunderbaren song hören darf: vielen dank dafür.

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  • 5. Kula Shaker - Tattva

    man macht ja schon schlimme sachen durch, so als jugendlicher. schwimmt oft irgendwelchen trends hinterher (z.b. weißer body unter riesen-holzfällerhemd) und kommt sich dabei supertoll vor. kula shaker waren die heilung. ja, nicht nur, dass man plötzlich die augen geöffnet bekam, was mit drogen und musik alles möglich war. nein, der sprichwörtlich reinigende weg zum eigenen selbst war plötzlich frei. zumindest dachte ich das damals. dass ich garnicht so abgeklärt und cool war, ist mir heute klar. aber song bleibt.

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  • 6. Richard von der Schulenburg - Flieg Mit Mir Zum Mond

    Nachdem ich meine uncoole Kelly-Familiy-Phase also aufgegeben hatte und die Sterne mich vom Drangsal des schlechten Geschmacks gerettet hatten, fand ich einen Mann, der eindeutig geläutert werden musste. Hip-Hop kann einfach nicht angehen. Ich schleppte ihn also nicht nur vor meine Anlage, sondern gleich mit auf ein Sterne-Konzert. Für die Erleuchtung muss man ja auch ins Kloster. Und so kam es, dass wir Zeuge eines Spektakels wurden, mit dem niemand gerechnet hat: Richard von der Schulenburg, seines Zeichens Orgelmann der Sterne, trat im Vorprogramm mit seiner ersten Solo-Cd auf. Und mitten rein in unsere Herzen. Wenn es etwas gibt, bei der oben angesprochene Kerl und ich uns einig sind, dann ist es darüber, dass Richard einfach der beste Orgelmann der Welt ist. Das Universum ist schließlich schon auf seiner 2. Platte vertreten.

  • 7. Tocotronic - Alles Wird In Flammen Stehen

    Ich war ja nie ein großer Fan von Tocotronic. Ok, ich hab das gehört, ich war auf nem Konzert, aber irgendwann waren die Jungs mir einfach zu nölig und schrammelig. Bis Johanna kam. Johanna traf ich in der ersten Stunde Mediävistik, Einführungsseminar. Wir beide typisch Erstsemester mit suchendem Blick und leicht nervös-zittrig, zufällig nebeneinander sitzend. Bis heute ist Johanna eine meiner wichtigsten Freundinnen. Sie ist mein Fels, meine Rockerbraut, meine Biertrinkerin. Sie ist einfach toll. Und sie steht tierisch auf Tocotronic. An ihrem 22. Geburtstag gingen wir also auf ein Tocotronic-Konzert. Seitdem mag ich die Jungs wieder. Aus dieser Freundschaft habe ich zum einen gelernt, dass Mittelhochdeutsch Menschen verbinden kann. Zum anderen, dass auch nölen und schrammeln zu meinem Leben gehört.

  • 8. Cesaria Evora - Besame Mucho

    Es ist ja so ne Sache mit Fernbeziehungen. Normalerweise wohnt man zusammen, sieht sich, spürt sich, ist sich nah. Und dann kommt der Zug und man wird 420 Kilometer weit weg katapultiert, als wärs garnix. So passiert in diesem Jahr. Es ist aber auch so ne Sache mit dem Vorankommen. Wer würde es schon ablehnen, an der Semperoper, diesem wunderbaren, renommierten Haus zu arbeiten? Eben. Aber der Blues bleibt natürlich nicht aus. Man läuft durch die Stadt, wischt die kullernden Tränchen weg, nichts kann einen da trösten und plötzlich, ganz plötzlich wehen einem verschwommen Töne entgegen. Und es ist "Besame mucho", "Küss mich viel", das, was man sich gerade am sehnlichsten wünscht. Dieses Lied haben wir immer zusammen gehört: Zum ersten Mal in Mamas altem, roten Polo, den ich verwegen "Jesus" (spanisch!) getauft hatte, in der Version von Cesaria Evora. Dann auf der Single von Richard von der Schulenburg, der das Ganze in Deutsch sang. Plötzlich auf dem Schlossplatz in Dresden, intoniert von einem Geiger und einem Akkordeon. Und 3 Monate später, beim ersten Wiedersehen beim Italiener in der Alaunstraße mit Gitarre und Gesang. Das ist nicht mein Lied. Das ist unser Lied.

  • 9. ABBA - Lay All Your Love On Me

    Mit zehn Jahren bekam ich von meiner Mutter die Kassette "ABBA Gold" geschenkt. Ich glaube, es war Weihnachten, zumindest erinnert mich das schwarz-goldene Cover immer an Dezember. Von diesem Tag an war ich riesiger ABBA-Fan. Zum Geburtstag wünschte ich mir den ABBA-Film auf Video und konnte ihn dann auch innerhalb kürzester Zeit auswändig. "Lay all your love on me" ist mir besonders in Erinnerung geblieben, weil meine Schwester - ihres Zeichens im Spirit der 80er groß geworden - ständig die Cover-Version von Erasure hoch und runter lauten ließen. Noch heute erinnere ich mich bei diesem Song an Disco, Kinderzimmer, Weihnachten und die Föhnwelle meiner Schwester...

  • 10. R.E.M. - Nightswimming

    Ich habe mich in Michael Stipe verliebt. So richtig. Als ich "Nightswimming" das erste Mal hörte, war mir klar, dass es für mich immer das beste langsame Lied sein würde. Dieses Klavier. Diese Ruhe. Die Stimme von Michael Stipe. Zwei Jahre später dann ein Konzert in Frankfurt. Erste Reihe. Die ersten Takte von "Nightswimming". Und er steht direkt vor mir. Michael Stipe. Blau-glitzernd geschminkte Augen, dunkler Anzug und singt mich an. Das erste Mal, dass mich ein Mann durch Singen zum Weinen gebracht hat.

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