Soundtrack meines Lebens

  • 1. nine inch nails - That's What I Get

    Ich hab damals in ’nem Plattenladen gejobbt und die Promo vom Album auf den Tisch bekommen. Begleitet von den Worten meines Kollegen: "ist mir zu krank, könnte was für dich sein." Penner. Aber er soll recht behalten. Erst recht Penner. Der beigepackte Waschzettel kündigte lobend die musikalische Revolution an. Blablabla. Schon zehntausend Mal gehört und nie geglaubt... cd rein und Ohren auf Durchzug. Fehlbemühung. Der Sound ist viel zu sperrig für Durchzug. Kann ja keiner ahnen, dass diesmal der bemühte Pressepromoter in seiner weichgespülten Lobhudelei recht haben sollte. Ich war weg. Glücklich erschlagen. Entführt in eine befremdliche Welt, die letztendlich meine war. Endlich schrie jemand mein Leid raus, ohne mich zu kennen. Es traf mich. Riss mir mein Herz raus und hielt es mir vor die Augen. Drohend pochendes Mahnmal meines emotionalen Holocaust. Worte als Kunstform des Leidens. Gezielte Splittergranaten in Herz und Hirn. Endlich lebendig. Endlich Musik für mein Ich.

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  • 2. Kettcar - Landungsbrücken Raus

    Ich war liebeskummerfrustgeschwängert und der Alkoholpegel war kurz vor bedenklich. An der Tanzfläche stehend träumte ich in meine Melancholie hinein, als eine paar schrabbelige Gitarrenriffs mich aus meiner Lethargie erweckten und mich fremdbestimmt auf die Tanzfläche zerrten. Normalerweise tanze ich eher nicht zu Songs, die ich nicht kenne. Zu dem schon. Mir war danach. Und dass dieses Lied mehr auslöst, als Tanzreiz, hat sich mir dann auch sehr schnell offenbart. Dieser Text. Die verbal gelebte Verliebtheit in die beste Stadt der Welt. Hamburg. Meine Heimat. Mir schießt der Text in richtig Bewusstsein und die Tränen aus meinen Augen. Seelenbefreiung. Heulend Tanzen. Reinigend. Heimweh ersetzt Liebeskummer. Vom Regen in die Traufe? Fehlanzeige. Heimweh kann geholfen werden. Musik als Freund, der dich sanft umarmt. Löscht Leid zwar nicht aus, aber lässt es besser ertragen. Nächstes Becks trinkt sich nach Tränentanz gleich viel besser… Und ich fang heute noch fast jedes Mal an, einen Film Tränenflüssigkeit über meine Augen zu leben, wenn ich das Lieb höre.

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  • 3. procol harum - A Whiter Shade Of Pale

    Mit diesem Lied begann meine erste große Liebe. Wohlfühlkindertrauma, sozusagen. Durch meine musikbegeisterten Eltern bin ich sehr früh an den Genuss selbiger gekommen. Gerade mal putzige sieben Jahre alt, prägt mich ein Song (voraussichtlich) für den Rest meines Lebens. Die Hammond-Orgel spielt sich um Bach und Seele und um mich ist es geschehen. Wie ein paralysiertes Hühnchen (laut Muttern) sitze ich vor der Box und glaub wohl selbst nicht, was ich da grade höre. Noch heute bekomme ich fünf Schichten Gänsehaut, wenn der Song anfängt sich auszubreiten. Es ist und bleibt für mich der Song, der über ALLEM steht!!! Dieser Song steht für mich für Musik. Und immer wenn es mir richtig scheiße geht, oder ich einfach mal der Realität entfliehen will: Kopfhörer auf und „A Whiter Shade of Pale“. Der Song, mein Rettungsanker im Leben.

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