Soundtrack meines Lebens

  • 1. Suede - Metal Mickey

    Fünfzehn (Oh mein Gott ;-) Jahre alt, endlich raus aus dem beschissenen Schüleralltag, mehrere Monate Frankreich, eine halbe Ewigkeit, mein privates neues Jahrtausend, jeden Tag ein neues Abenteuer, das Leben schmeckt unverbraucht, sonnig, verrucht, verraucht, neu. "She sells heart", es gibt Herzen dort draussen, jugendlich verklärt, auf zu neuen Ufern, entdecken, erkunden, ersehnen. Am verdammt kleinen See in Toucy, in der Bar, im Auto, come, see. She´s drivin me mad...

  • 2. Ramones - Pet Semetary

    Teenage War Of Nerves. Der ganz alltägliche imaginäre Nervenkrieg. Man kann noch so behütet aufwachsen, wer kann schon vor dem normalen Wahnsinn bewahren? Dem psychosomatischen? Dem Kopfkino- und Bauchgefühl-Wahnsinn deiner Jugend? Teenager zu sein "S U C K S". Im Nachhinein glorifiziert, vergoldet – das waren noch Zeiten... Oh No. I don´t want to live my life again. Worte right from the center of my heart. Meine ganz private Offenbahrung. Meine Jugend aus der Perspektive des kleinen fetten Jungen unter den langen Zottelhaaren, mit Docks und zerrissenen Jeans und der Scheuklappen-Aussicht auf einen langen beschaulichen Lebensweg? Listen close and you can hear me shout: And the night when the cold wind blows, No one cares, nobody knows.

  • 3. nightmares on wax - Les Nuits

    Ein wundervoller Tag, schon ganz früh blinzelt die Sonne raus, spiegelt sich in den sanften Wellen hinterm Kai, nach dem Kaffe und Spiegelei-Frühstück geht´s raus auf´s Meer. Der letzte Tag, 1 Woche Segeln wie aus dem Bilderbuch, mit der 42er und 8 Knoten der Sonne entgegen. Sherry und Wein, der Smutje tanzt. Mit Windstärke 4 im Rücken und strahlender Sonne über´m Blister Ostsee kreuzen. So stellt man sich das Paradies vor. DJ Harjehusen legt auf, mit Prince "The Rest of My Life" im Takt. Es frischt auf. Kurze Wellen. Der Seefunk faselt was von Sturmwarnung – haben die schon ´nen kurzen zum Frühstück genommen? Ok, der Wind zieht merklich an, wir machen ein paar Knoten mehr, schöne Kränkung und liegen hart am Wind … aber kein Wölkchen am Himmel. Keiner sieht die Sekunden ziehen, der Beat zieht an, der Wind bläst mitlerweile mit 10er Stärke über´s offene Meer, die Ostsee hämmert uns Ihren Wellenstakkato um die Ohren, mitlerweile fahren wir ohne Segel und machen trotzdem mehrere Knoten – sowas nennt man Sturm. Sturm Krotesk. Strahlender Himmel, Sonne pur. Und unten legt uns jede zweite Welle auf die Seite. Muffensausen. Lifebelt-Pflicht. Und noch mindestens 4 Stunden Meer zwischen hier und Hafen. Der Seefunk meldet mehrere Vermisste. Sunshine Mayday. Sich selbst auszählen, bis uns die nächste fette Welle Steuerbord reinhaut. Abends, ca. 21 Uhr, Steg und Boot haben etwas gelitten beim Anlegemanöver, ein schwerer Bordeaux im Glas, den Lautstärkeregler bis zum Anschlag, Welcome back - die Nacht kann kommen mit Nightmares on wax / Les Nuits.

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  • 4. Pearl Jam - Jeremy

    At home, drawing pictures...... beschreibt für mich noch heute die Mischung aus Wut und Frust, Unverständnis und Leere, Laut und Leise, Energie und Verzweiflung – und trifft mich heute noch bis ins Mark. King Jeremy, the wicked. Clearly i remember – 15 lange Jahre schon werde ich dieses Gefühl nicht wieder los, singe ich jedes Wort ohne nachzudenken mit. Die leere Leinwand vor mir, keinen Grund dieses verdammte Lied auf mich zu beziehen, die Arme zum Himmel gereckt, ich schaff das nicht, ich kann das nicht, ich will schreien, mit Eddie Vedder um die Wette, Try to forget this... , Try to erase this... From the blackboard. Nicht Rausschreien. Es raustragen, aus meinem Kopf. Hinaussingen. Jeden Ton treffen und mit der Melodie eins werden, als wäre alles eingepflanzt und täglich begossen. Und das wird wohl für immer so bleiben...

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  • 5. Eric Clapton - Tears in Heaven

    Ich weiß nicht, was ich geben würde, um diesen Track aus meinem Soundtrack zu streichen. Immens viel. Der Track steht für 30 Jahre gemeinsam gehen, streiten, leben, meine Kindheit, meine Jugend und ihr jähes Ende. Für 3 Jahre vergessen. Für immer verloren. Für Fehler und Unverzeihliches. Hoffentlich nicht Unverziehenes. Für die fuckin Realität. Für "I hold the pain, release me". Für Unverständnis und Wut. Für den 18.03.2004. Für 4,33 Minuten die Welt in Stücke reissen, live, an deinem Grab.

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  • 6. Nina Simone - Don

    Die Party war rauschend, die Frühlingsnacht lau und angenehm. Der harte Kern kuschelt sich in Decken gewickelt auf viel zu unbequemen Gartenstühlen auf der kleinen Terasse. 15 qm, die A L L E S bedeuten und alles verändern können. Noch ist es dunkel draussen. Wie jede Nacht seit dem Frühlingsanfang haben wir wieder die Welt aus den Angeln gehoben, gestritten, zerrissen und neu zusammengebaut. Naive Weltverbessererdiskussionen im ideologischen Rotweinrausch. Frisch verliebt und romantisch verklärt. Wer hätte uns aufhalten sollen? Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee breitet sich aus während die Augen kleiner werden und immer mal wieder sanft zufallen. Nina Simone swingt sanft aus dem Off. War uns bewusst, dass diese Sekunden unser Leben verändern? Du nahmst meine Hand und zogst mich mit auf deine Reise. Sanft und wiegend wie Federn schwebten wir in die Kissen und mit den ersten Sonnenstrahlen durch den Nebel der Nacht haucht mir Nina leise ins Ohr...............................Don´t smoke in bed.

  • 7. Keith Jarrett - Heartland

    Hey, lange nicht gesehen. Lange nicht gesprochen. Ja, ne ganze Weile vergessen. Musst du verstehen. So spielt das Leben. Dachten wir. Und waren noch Kinder. Und doch wie ein altes Ehepaar. Nein, ich hab Dich nicht gestrichen. Abgeschlossen sagten wir uns. Während Keith über den Wogen stöhnte. Ok, mitlerweile haben wir uns etwas weiter hinten abgelegt, ja, kann sein, entschuldige. War verrückt, die Zeit, musst du gestehen. Du. Und Ich. Kein Land in Sicht. Heartland. An jenem Tag. Sonntag morgen. Das passt nicht. Klavierkonzert als Abschiedsgruß. Track #4. 6:03 Minuten. Zeit zu gehen. Vielleicht gehört das ja dazu. Zu meinem Leben. Die Schreie. Die Weinflaschen an der Wand. Deine Zähne. In meiner Hand. Wie die Sonnenstrahlen am nächsten Morgen. Hell und warm. Die Laken zerwühlt. Jedes Wort zu viel. Nur ein Blick. Ein sanftes Zucken um die Lippen. Ein Lächeln. Mit bittersüßen Streifen auf der Haut. Ein letztes Mal. Wir haben es versucht. Gekämpft. Uns gefunden und verloren. Von Minute zu Minute. Immer mehr. Nur einmal. Weißt du noch? Ganz nah. Wie nie zuvor. Und nimmermehr. Da lagen wir. In unseren Armen. ********************************************** Keith Jarrett, Heartland

  • 8. Ice Nine - New York Underground

    Von Tears in Heaven bis John Cale´s Dance Music, Music for Nico the Ballett, aus dem dieser Song stammt, sind satte 4 Jahre vergangen. Vier Jahre Trauer. Vier Jahre aufgegeben. Vier Jahre Abstinenz und den Pinsel im Glas gelassen. Dance Music ist der Wendepunkt und lief zum Relaunch meiner Vernissage >Erde zu Erde, Asche zu Asche. Dedicated to Mr. J. Winterberg 1974-2004< und steht für mich auditiv analog zur ersten Woche meiner Ausstellung, in der alle Bilder nur mit der Rückseite gezeigt wurden und die Rückseiten Schwarze Kreuze zeigten. Mit dem Relaunch, verbunden mit dem nicht gerade unemotionalen eigenhändigen "Wenden" der Bilder als Happening, untermalt von John Cale´s New York Underground, als Abschluss der Karwoche habe ich mich selbst überwunden. Für Dich Bruder. Für mich und die letzten vier Jahre - und die Zukunft. Auch wenn es pathetisch klingt. Ja. Gonna Remember.

  • 9. Modest Mouse - Float On

    Wo Dance Music meinen lang ersehnten und erquälten Wendepunkt markiert, da markiert Float On endlich den daraus enstandenen Geist, die Aufbruchstimmung, die neuen Lebensgeister. Oder wie umschreibt man sonst einen Titel, der mitlerweile schon fast ein ganzes Jahr untermalt und dabei die Zeit neben und mit zwei Kindern, Vollzeitjob und zweier Knie-Operationen, das Drehbuch zu einem Spielfilm, eine Vernissage mit 9 großformatigen Exponaten, zwei Auftragsarbeiten und zigtausend neuer Ideen mit Musik füllt? Float On. Float On.

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