Soundtrack meines Lebens

  • 1. Opus - Life Is Live

    Das erste Mal auf einer Ferienfreizeit, die NICHT von Kirche, Verein etc. organisiert worden war. Warme Nächte vorm Appartment mit lauter netten Bekanntschaften, Unmengen von süßem, klebrigem Lambrusco und dazu jedes Mal das gleiche Mixtape mit "Life Is Live" als Höhepunkt. (Und jedes Mal die Frage: heißt es Life is Live oder Life is Life?")

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 2. Mad Caddies - Mary Melody

    Es war immer die Zeit, auf die ich mich am meisten gefreut hab: abends, mit meinem besten Freund Max per ICQ chatten und flirten, gemeinsam jeder für sich an seinem Rechner mit billigem Aldi-Rigo-Verschnitt oder Bier (Mut antrinken). Es war der erste Song, den Max mir geschickt hat, damit ich mal was anderes höre, als "ständig diese Depri-Mucke". Es war der Beginn der Liebe zu den Mad Caddies und der Beginn der Liebe zu Max. Die Liebe ist nun zerbrochen. Ironischerweise waren die Mad Caddies auch unser letztes gemeinsames Konzert. Trotzdem liebe ich sie immer noch, eigentlich mehr denn je, deswegen mussten sie unbedingt auf meinen Soundtrack.

  • 3. Kylie Minogue - Can't Get You Out Of My Head

    Immer wenn der Song im Radio oder Fernsehen läuft, kommen gleich Erinnerungen auf, an eine dunkle, warme Vestlandhalle in Recklinghausen, dazu die neuen Abishirts, viel Alkohol, viele Leute und das Gefühl, der Star des Abends zu sein ("unsere Vorabifete"). Eigentlich nicht meine Musik, aber irgendwie mag ich dieses Lied doch...

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 4. The Doors - Whiskey Bar

    Es ist abends, wir sitzen zu fünft vor einem Centerparks-Verschnitt-Bungalow irgendwo in Holland. Um uns drumherum nur Familien bzw. die Eltern, die sich jetzt, wo die Kinder im Bett sind, ein paar erholsame Stunden gönnen wollen. Es ist immer noch warm. Aus unserem Bungalow schallen aus Discman plus Computerboxen The Doors, die Jungs gröhlen mit, meine Freundin und ich lachen und schlapp und es herrscht eine wundervolle Leichtigkeit. Noch 48 Std. vorher war unklar, ob dieser Urlaub überhaupt zustande kommen würde. Noch 12 Stunden vorher saß ich auf der Arbeit, habe mich noch über den Stress geärgert. Noch 3 Stunden vorher standen wir zu fünft in einen Ford Fiesta gequetscht im Stau und die anderen mussten vom vielen Bier aufs Klo. Und jetzt ist alles vergessen. Der Kühlschrank ist voll, der Alkohol wirkt und die Doors besingen „the next whiskey bar“. Jetzt könnte die Zeit stehen bleiben....

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 5. System of a down - Deer Dance

    Mal wieder der besagte Hollandurlaub... es ist Sonntag, der Abfahrtstag. Ich liege auf der roten Kunstledercouch im Bungalow und döse vor mich hin. Drinnen läuft das Album "Toxicity" von SOAD und draußen auf der Terrasse unterhalten sich die anderen, mehr oder weniger angeheitert. Ich hör kaum zu, aber auf einmal fang ich folgende Gesprächsfetzen auf: "Toxicity ist einfach das geilste Album." "Jau." "Kannste nix gegen sagen." "Nee." Jedes Mal, wenn ich irgendwo speziell diesen Song höre, ist sie wieder da, die Sehnsucht nach diesem komischen Gefühlsmix aus Unbeschwertheit, Unbesiegbarkeit, Coolness, Im-hier-und-jetzt-leben und einfach Glücklichsein.

  • 6. Héroes del Silencio - Entre dos tierras

    Ich habe das Bild noch genau vor mir: es ist Sonntagvormittag, draußen ist es trüb, ich sitze auf dem Couchbett von meinem damaligen Freund und mir ist schlecht. Hundsmiserabel schlecht. Das liegt daran, dass wir am Vorabend auf einer Party waren. Wir waren erst seit einer Woche oder so zusammen und ich wollte das erste mal bei ihm übernachten. Auf der Party habe ich das erste Mal Ouzo getrunken und davon viel zu viel. Das hatte zur Folge, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben von Alkohol kotzen musste, direkt in den Vorgarten der Nachbarn des Gastgebers. Ich weiß noch, wie unendlich peinlich mir das alles war. Am nächsten Morgen ist es mir immer noch peinlich und ich weiß nicht, was ich sagen soll. Er auch nicht, deswegen macht er Musik an. Ich weiß noch, wie ich dachte: Die Musik passt gar nicht zu ihm. Zwei Jahre später höre ich den Song auf einmal wieder und konnte ihn zunächst nicht zuordnen. Bis ich aufeinmal den besagten Morgen wieder im Kopf hatte. Und so geht’s mir heute noch jedes Mal, wenn ich nur ein paar Takte davon höre.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 7. Monster - You'll Be Sorry

    Micha und ich im Auto, gerade auf dem Weg zur Silvesterfeier nach Aachen, die höchst verwirrend und irgendwie komplett anders verlaufen sollte, als wir es uns zu diesem Zeitpunkt ausgemalt hatten. Wir haben den Song mit voller Lautstärke gehört und die Lyrics in Gedanken den Exfreunden entgegengeschleudert, mit dem Vorsatz und der Hoffnung, im neuen Jahr wird alles besser! Tja, und was ist draus geworden? Ein Typ hat mir den Kopf verdreht und die Frage, ob das wirklich "besser" war, kann ich bis heute nicht beantworten. Aber wenn ich den Song höre (so wie heute morgen durch Zufall im Auto), gibt es auf jeden Fall ein Gesicht mehr, dem ich entgegenschreien möchte "I tell you, I tell you, you'll be sorry!"

  • 8. Muse - Sunburn

    Es war Silvester 1999. Der Tag, weswegen ein Großteil der Bevölkerung verrückt spielte und sich alberne Jahr-2000-Millenium-Brillen kaufte, man nach einer Shoppingtour in der Stadt anschließend sein Zimmer mit tollen Mega-Event-Supergaudi-Silvesterparta-Flyern tapezieren konnte und weswegen man sich schon fast schlecht fühlte, wenn man an diesen bedeutsamen Tag nicht gebührend feierte. Doch genau das tat ich. Ich saß zu Hause in meinem alten Kinderzimmer, puzzlete an einem 1500-Teile-Weltkartenpuzzle und suhlte mich ein wenig im Selbstmitleid. Ich war ja so arm dran: Hatte keinen festen Freund bzw. trauerte nach einem halben Jahr Trennung noch dem alten hinterher und hatte anscheinend auch sonst keine Freunde, sonst würde ich ja an so einem Abend nicht mit der Familie zu Hause hocken, die mir mit ihrer guten Laune gehörig auf die Nerven ging. Dann noch diese und jene Kleinigkeit, über die man sonst mit einem Lächeln hinwegsehen würde, die einen in solchen Momenten allerdings mit voller Wucht treffen. Kurzum: Ich hielt mich für das bemitleidenste Geschöpf des Abends (naja, fast...). Und welche Musik passt zu solch einer Stimmung besser als Muse? Wenn ich mich sowieso schon in einem fortgeschrittenen Stadium einer meiner Depri-Momenten befinde, angereichert mit einem Schuss Sentimentalität plus Melancholie, bringt diese Musik mich unweigerlich zum Weinen. Aber danach ist es meistens besser. Und so war es auch an diesem Abend, ich schob "Showbiz" in den CD-Player, stellte auf 'Repeat' und ließ mir den Kopf von der Musik leerspülen während ich mich auf den atlantischen Ozean der Weltkarte konzentrierte. Jetzt muss ich an jedem Silvester kurz daran denken, genauso wie wenn ich ein paar Takte von "Sunburn" höre, dem ersten Lied der Platte. Dann lache ich einmal kurz über die 'kleine' Annika von damals und freue mich dass ich so bin wie ich bin.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 9. Mando Diao - Long Before Rock 'n' Roll

    Mit dem Song in den Ohren auf dem Highway to Magdeburg... rein in einen zwei-Tage-Kurzurlaub, der aus viel Alkohol, viel Gelächter, langen Diskussionen und netten, neuen Bekanntschaften besteht. Mit dabei immer wieder diese plötzliche Euphorie, dieses Schwanken zwischen "wir sind ja noch so jung, wir können alles machen"-Glücksgefühlen und (objektiv betrachtet unbegründeten) "oh Gott, wir sind ja doch schon relativ alt"-Panikattacken. Zwischendurch wird mir klar, dass das ganze auch eigentlich ein Abschied ist. Aber irgendwie auch ein gelungener. Wieder auf dem Rückweg überkommt mich schließlich die Gewissheit: so muss sich Rock'n'Roll anfühlen. Ganz bestimmt.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 10. The Strokes - Heart In A Cage

    Bahnsparpreis 50, viel Alkohol, Pizza, ein Pseudo-Jenga, eine Hausarbeit, noch mehr Alkohol, ein sehr menschlicher Korkenzieher, Zigaretten, unfreundliche Penny-Markt-Kassiererinnen, tanzen zu Moneybrother in der Disco, eine abgebrannte Handtasche. Und immer wieder "Lass uns nochmal die Strokes hören." Mein Silvester 2006.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •  

Girasoles Freunde

Seite: 1 2 3 4 5 ... 6