Soundtrack meines Lebens

  • 1. Snow Patrol - Run

    Es ist das Lied. Es ist ein "Unser Lied". Mein Freund und ich sind seit zwei Jahren zusammen, den Grundstein haben wir zufällig genau zu diesem Lied gelegt. Es war auf einer CD, die eine Freundin für mich zusammengestellt hat. Wir saßen in meinem Bett und haben uns stundenlang unterhalten, bis vier in der Früh. Und dann, um vier in der Früh, haben wir unser Leben auf den Kopf gestellt. Jeder, dem ich erzähle, dass "Run" dieses spezielle Lied für mich ist, bekommt diesen leicht neidvollen, aber doch berührten Ausdruck in den Augen. Ein so gutes Lied zu haben, und das auch noch per Zufall, ist einfach Glück. Immer wenn ich es höre, denke ich an diese Nacht zurück. Und egal, ob gerade alles schief läuft, ich auf einer langweiligen Party bin oder bei anstrengenden Gesprächen einen überteuerten Cocktail trinke, wenn ich dieses Lied höre wärmt sich mein Herz und ich bin dankbar und glücklich, dass mein Leben bis heute so schön auf dem Kopf steht.

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  • 2. Farin Urlaub - Unter Wasser

    Ich war ungefähr 3 Jahre bekennender die Ärzte Fan. Ich kannte alle Lebensläufe, jeden Songtext. Hatte alle Alben, auch beide Bullenstaats, natürlich nicht alle B-Seiten, sind ja schwer zu bekommen. Ich war sicher nicht der "beste" (heißt gestörteste) die Ärzte Fan, aber ich schaffte eine 2+ beim Fantest. Und das ist gar nicht mal so schlecht. Ja, ich hatte viel Zeit, ja ich hatte keinen Lebensinhalt. Aber ich will mich vom zu Vorurteilen geneigten Leser nicht ganz zum Teenie-Musikidioten reduzieren lassen. Text war mir immer schon wichtig und ich liebte die Texte. Deshalb konnte ich sie auswendig, weil sie mich teilweise im Schlaf verfolgten, vor allem die nachdenklichen und traurigen Lieder. Die lustigen Lieder konnte ich mit meiner Freundin, wenn wir nach einer langen Nacht endlich torkelnd den Heimweg antraten, so wunderbar grölen. Ja, wie gesagt, wir waren eben pubertierend und beschränkt, aber es hätte schlimmer sein können. Naja, ich war also Fan, habe immer noch ein lebensechtes Gwendoline-Poster, das in meinem alten Zuhause hängt. Mein letztes die Ärzte Konzert erlebte ich 2005, am Southside. Ich stand in der ersten Reihe mit meiner Schwester, wir hatten uns mit Mühe und Ellbogentechnik von der zweiten vorgekämpft, haben uns dafür während SkaP mit den Securities angelegt, um noch "in den Ring" zu kommen.Und es war enttäuschend, sie waren enttäuschend. Und dennoch himmelten sie alle an. Sie hätten auch sonst was auf der Bühne machen können, alle wären ihnen zu Füßen gelegen. Damals ist etwas in mir gebrochen, aber im postiven Sinne. Meine Hörigkeit war weg, aber auch mein Fan-Feuer. Dann, beim Frequency Festival, stand ich im Licht der untergehenden Sonne in der dritten Reihe beim Farin Urlaub Konzert, rund um mich hunderte im Ring und trotzdem war Platz. Hinter mir, tausende. Und wir alle sangen aus einer Kehle die Texte und alles vibrierte und lebte. Ich hatte selten wieder eine solche Gänsehaut und ein so starkes Gefühl von Gemeinsamkeit. Massen strengen mich inzwischen eher an, lösen einen Ekel in mir aus, den ich mir schwer erklären kann. Aber selten, ganz selten, ist es ein gutes Gefühl. Das war einer der Momente, in dem ich es genoß, nur eine unter tausenden zu sein. Und ich konnte Farin Urlaub wieder zugestehen, dass er manchmal auch gute Musik macht.

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