Soundtrack meines Lebens

  • 1. Radiohead - Creep

    Ich war also da auf dieser Party. Der Gastgeber hatte mich, glaub ich, nur eingeladen, weil sonst zu viele drittklassige Dorftrottel auf dieser Party rumgelaufen wären. Ich hatte an diesem Freitagabend nichts anderes zu tun und so kam es, dass ich mir meine Freundin schnappte und mit ihr dorthin fuhr. Die Party an sich war eigentlich ganz ok, es gab n paar nette Gespräche zwischen mir und den drittklassigen Dorftrotteln und später kam auch noch mein Freund vorbei, mit dem ich zu der Zeit grade mal ein paar Wochen zusammen war und ich dachte, dass er es wahrscheinlich nicht mehr länger ausgehalten hatte, ohne mich zu sein. Er kam also auf mich zu, meinte, dass er mit mir sprechen müsste und dann sagte er ganz unverhofft zu mir, dass Schluss sei, setzte sich wieder in sein Auto und fuhr davon. Und nun war ich allein. Meine Freundin sah ich nicht mehr, die Dorftrottel spielten lustige Saufspiele und ich saß dort auf einer dieser typischen Holzbänke und aß Kartoffelsalat. Ich musste daran denken, wie sehr ich immer zu ihm aufgeschaut hatte, weil er so viel cooler als ich war und viel mehr Freunde hatte und ich mir von Anfang an nicht richtig erklären konnte, warum er mit mir zusammen sein wollte... Die erste Träne fiel auf den Kartoffelsalat und dann kam dieses Lied.

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  • 2. athlete - Wires

    Da war also diese Party im Venue. Und mein Ex-Freund war auch da. Seit unserem letzten Treffen haben wir uns darauf geeinigt, gute Freunde zu bleiben. Doch ich konnte das nicht so einfach. Ich ignorierte ihn an diesem Abend, denn er sollte verdammt noch mal sehen, wie sehr er mich verletzt hat. Doch daraus wurde leider nichts. Irgendwie hat er es geschafft, mir beim Tanzen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Also gingen wir was trinken und er schlug mir vor, bei ihm noch n Film zu gucken. Ich könne nachher ja auch bei ihm pennen. Als gute Freunde versteht sich... Wir gingen also zusammen zurück und schauten diesen Film und legten uns in sein Bett und schliefen irgendwann aneinandergekuschelt ein. Ich war so glücklich. Am nächsten Morgen war die Magie vom Vorabend irgendwie verschwunden. Bevor wir uns aus dem Haus schlichen, damit seine Mutter mich nicht sah, hörten wir noch ein wenig Musik. Und da kam dieses Lied. Wunderschön - genauso wie diese Nacht. Irgendwie entzückend melancholisch, so einfach und sanft und mit einem bittersüßen Nachgeschmack.

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  • 3. Die Ärzte - Ein Sommer Nur Für Mich

    Ich stand vor dieser Riesenhalle. Ich war glücklich. Ich hatte es (fast) ganz alleine geschafft, den Weg von der mir unbekannten Bochumer Innenstadt bis zur Westfalenhalle in Dortmund zu finden. So stand ich also nun da und wartete auf meine Freundin, mit der ich zusammen aufs Ärzte-Konzert gehen wollte. Sie kam, wir stellten uns an, standen dann irgendwann in dieser Halle und warteten darauf, dass es endlich mal soweit war. Dann sah ich Daniel. Ein Junge aus meinem Dorf, mit dem ich früher einmal in eine Grundschulklasse gegangen war und mit dem ich mich immer noch dann und wann ganz nett unterhielt und in den ich mich auch zeitweise ein wenig verliebt hatte... Jetzt stand er also da. Eine völlig komische und verwirrende Situation. Doch das Konzert fing an und ich hatte nun anderes im Kopf als an ihn zu denken. Dann kam auf einmal dieses Lied. Ein Lied, das schon immer eines meiner Lieblingslieder der Ärzte war, weil es beide Seiten von ihnen verband: diese kuriose Blödelseite und die ernste Nachdenkseite: "Scheint die Sonne auch für Nazis? Wenns nach mir ging, tät sie's nicht. Ich will nen Sommer nur für mich!" Genau bei diesen Zeilen kam Daniel vorbeigehüpft und wir sangen und tanzten, so dass alle nur noch denken konnten, dass wir wohl irgendwelche falschen Tabletten genommen haben. Aber irgendwie war das einfach nur alles sehr lustig und es war eine meiner ersten Situationen, in denen ich bewusst wahrgenommen hab, dass es mir grad mal so richtig scheißegal ist, was anderer über mich denken.

  • 4. Incubus - Just A Phase

    Da hatte also dieser neue Platten-Laden, in irgendner Seitenstraße versteckt, aufgemacht. Der Besitzer war so n lässiger Mitzwanziger, der vielleicht grade sein Musikstudium abgebrochen hatte, um jetzt seinen Traum vom coolsten Platten-Laden of the world zu verwirklichen. Keine Frage, ich musste mir das mal ansehen. Und weil man das ja nicht einfach so unvorbereitet tun kann, informierte ich mich vorher über die hippesten Platten, um nich später in dem Laden rumzustehen und nich zu wissen, was ich wollte... Ich entschied mich also für Freundeskreis, doch irgendwie hatte der Typ keine einzige CD von denen. Also stand ich rum und wusste nich, was ich wollte...Ich griff dann wahllos ins CD-Regal und kaufte mir die neue Incubus-Platte und fühlte mich sofort mega-hip. Ich hörte diese CD seit diesem Moment jeden Tag. Mindestens 2 Mal. Überall. Sie begleitete den ersten warmen Frühlingstag, den Sommer, den Herbst, den Winter. Mein Lieblingslied: Just a phase. Es war nicht unbedingt der Text, der mich so faszinierte, es war mehr dieses Gefühl, dass der Sänger mit seiner so wundervollen Stimme bei mir hervorruf. Wenn ich an 2003 denke, denke ich an den Typen im Plattenladen, an das Album, an dieses über zwei Minuten lange Vorspiel des Liedes und an Brandon Boyds einmalige Stimme.

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  • 5. Fettes Brot - Jein

    Mein erstes cooles Hip-Hop Lied. Natürlich zuerst gehört bei meinem großen Bruder - laut aufgedreht. Gefiel mir irgendwie. Also klaute ich ihm die CD und hörte sie jedes Mal heimlich, wenn ich alleine war - natürlich laut aufgedreht. Bald hatte ich den Text drauf und fühlte mich als echtes Hip-Hop Girl. Wie es so kommt, vergaß ich irgendwann die CD und somit auch das Lied und fand andere coole Lieder, die mir zu der Zeit wichtiger waren. Ein paar Jahre später entdeckte ich es wieder. Es begann gerade die Zeit, in der ich anfing, auf irgendwelche öffentliche Partys zu gehen mit Ausweise fäschen, Rausgeschmissen werden und allem, was so dazugehört. Ich kann mich noch daran erinnern, wie "Jein" das erste Mal aus den Boxen erklang: Ich stand mit meiner Freundin mit nem Bier am Rand der Tanzfläche und wartete auf nen guten Song und war total geflasht, als dann "Es is 1996, meine Freundin ist weg und bräunt sich..." zu hören war. Ich fing an zu tanzen, zu schreien, zu singen und meine Freundin wunderte sich nur. Seit dieser Party hat sich viel in meinem Leben geändert. Doch eines wird immer so sein: Wenn "Jein" erklingt, bin ich die Erste auf der Tanzfläche, Jungs, da könnt ihr aber sicher sein.

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  • 6. Max Herre - Erste Liebe

    Der Abend, an dem ich meine letzte große Liebe zum ersten Mal geküsst habe. Max Herre war sein Held und 1ste Liebe das erste Lied, zu dem wir getanzt haben und es folgten noch so viele... Es war auch der Abend, an dem er meine Carhartt-Überziehjacke mit meinen Zahnpasaflecken trug, weil seine Jacke bei irgendeinem seiner Freunde im Auto lag und Februarnächte doch so verdammt kalt sein können. Kalte Nächte vergehen, die Erinnerung an diesen wundervollen Abend mit ihm und somit auch an dieses Lied wahrscheinlich nie.

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  • 7. The Source feat. Candi Staton - You Got The Love

    Ein wirklich wunderbares, wunderbares Lied. Auch die Remixe übrigens. Woran man das erkennen kann? Das ist eines der Lieblingslieder meines Ex-Freundes und bei alle anderen Lieblingslieder von ihm, die ich damals so mochte, mache ich jetzt die Musik aus, wenn die laufen...außer bei einem: You got the love. Muss an der Wärme und Geborgenheit liegen, die dieses Lied ausstrahlt. Anders kann ich es mir nicht erklären.

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  • 8. DJ Thomilla feat. Afrob - Get Up

    Beine entwachsen. Mehr muss ich glaube nich mehr sagen. Vor allem die Mädels wissen jetzt, von welchen Qualen ich hier berichte. An alle Jungs da draußen: Es ist noch viel, viel schmerzhafter als es immer gezeigt wird. Naja, ok. Beim Beine entwachsen hörte ich immer dieses Lied. Gaaanz laut. Wahrscheinlich damit in diesem Lärm meine Schreie erstickt wurden... Naja, obwohl, Lärm kann man es nicht nennen. Gutes Lied zum Abgehn auf Partys und auch sonst überall, und natürlich als Ablenkungsmittel beim Entwachsen... Weiterhin viel Spaß, Mädels.

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  • 9. Frank Sinatra - New York, New York

    Ok, komme grad von dieser Party. Hip-Hop Party. Ach ja, so ein kleines Mädchen wie ich hat halt in den Ferien nichts besseres zu tun und außerdem war das die einzige Party an einem Donnerstag, auf die man so gehen konnte...Naja, sehr viele andere Menschen schienen den gleichen Gedanken wie ich zu haben, denn es war irgendwie sehr dichtgedrängt. An der Theke dauerte es Stunden und so richtig abgehen konnte man jetzt auch nich. Außerdem waren jetzt auch nicht viele Leute da, die ich kannte. Also eher so n mittelmäßiger Partyabend. Als wir grad gehen wollten, kam mein Ex noch rein, grüßte mich aber nur kurz und verschwand dann wieder. Ich fuhr also nach Hause. Mit dem Fahrrad. Weil an Donnerstagen keine Nachtbusse fahren. Naja, ich fuhr schon so ne ganze Weile, doch noch kein einziges Auto war zu sehen. Ich dachte an meinen Ex und was er eigentlich für ein Arschloch sei. Und ich dachte an gute Musik. Ich fing an zu singen, irgendwann schrie ich dann... "I wanna wake up in a city that doesn't sleep, and be A number one, king of the hill, top of the heat... This little town blues..." Der Text wich wahrscheinlich doch sehr von dem Sinatra-Original ab, doch das war mir egal. Irgendwie sehr befreiend. Alles war dunkel, nur ich mit meinem kleinen bunten Fahrrad beleuchtete den Weg, auf dem ich fuhr und ich war mir sicher, dass die Welt noch viele Überraschungen für mich aus dem Ärmel zaubern würde.

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  • 10. Bellini - Samba De Janeiro

    Der Sommerhit 1997...damals war ich neun. Meine Erfahrungen mit Musik beschränkten sich zu der Zeit noch auf Viva schaun und Hellwegradio hören beim Frühstück mit der Familie. Dann war da dieses Zeltlager. Ein Wochenende lang Cola-Schlauchsaufen (während ich zum ersten Mal sah, wie sich Menschen benehmen, die zuviel Alkohol trinken), Nägel in Holzstämme schlagen, sich mit der Natur irgendwie auf eine neue Weise verbunden fühlen und dieses Lied. Ich glaube, das war sogar das einzige Lied, das wir während dieses ganzen Wochenendes gehört haben. Irgendwie nervig, irgendwie aber auch voller purer Lebenslust und mit ner Menge schöner Erfahrungen behaftet.

  • 11. Snoop Dog feat. Pharell Williams - Beautiful

    Unsere auf-Party-geh Phase war erst gerade so im Kommen und unsere Clique verbrachte noch viele Wochenend-Abenden damit, sich bei irgendwem zu treffen, betrunken zu werden, gute Musik zu hören oder auch DVDs zu schauen und sich einfach nur gut zu fühlen, denn wir waren ja schon soo erwachsen. Der Abend neigte sich schon langsam dem Ende, zwei Jungs, meine beste Freudin und ich waren noch übrig geblieben. Die Jungs wollten kurz Zigaretten holen gehen. Pia und ich hörten Musik. Dann kam dieses Lied. Sehr, sehr geil. Wir drehten es auf volle Lautstärke, tanzten und hoppsten fröhlich und schon "ein bisschen angetrunken" im Raum herum. Hach, tat das gut. Plötzlich stand die Oma im Partykeller und fragte uns, ob wir die Musik ein wenig leiser stellen würden, sie und ihr Mann könnten nicht einschlafen...Ups, mmmmh, ja, klar..natürlich. Mensch, war das peinlich. Irgendwie unvergesslich.

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