Soundtrack meines Lebens

  • 1. Die Ärzte - Westerland

    klassenfahrt,.. nachtwanderung,....... ....., drei fanatische Ärzte-fans,.. .., zwei stunden nonstopsingen,....... ........, das erste gemeinschaftsgefühl des lebens,............................

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 2. Jeff Buckley - Lover, You Should Have Come Over

    klassisch: die trennung (sie von mir). wochenlang mein vor-mich-hin-durch-den-wind-und-von-mir-fort-sein, jeden tag dasselbe ritual, aufstehen, banane, joggen, baden, derrick, stieren, starren, stromern, bier, schla?en. und bei jedem komma dieses lied von jeff buckley, aus dem cd-player, meist laut, meist auf repeat, oder im kopf, genauso laut, genauso tranceartig, manisch: "it's never over, my kingdom for a kiss upon her shoulder..." in diesem satz lag alle verlassenheitsmelancholie der welt, die illusorische sehnsucht nach einer letzten zärtlichkeit, vielleicht erneuernden. und dann "it's never over, she's the tear that hangs inside my soul forever", wie ein mantra, wie ein trotz, sie: die träne in meiner seele, und noch immer wahr, sie: ein partikel in mir, den niemandem gelingen wird mir auszureissen, ein trauerpartikel, aber auch ein aufgelöster.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 3. Giuseppe Verdi - Otello

    Da saß ich also, mit einer geschenkten Opernkarte, und wusste gar nicht, was ich da sollte. Na ja, halb wusst ichs: Verdi, immerhin. das ist ja schon auf halbem Wege zu Wagner, und gar nicht soo schlecht. Aber wieder dreieinhalb oder vier Stunden (1) da abhängen, allein mit meinen ganzen emotionalen Gespenstern und gerade gehabten Abschieden, das war doch schon genug für eine kleine, flüchtige Person wie mich. Da verpupptmummt man sich doch am liebsten daheim, mit einer Flasche Wein, den Blick in den Himmel oder an die Decke oder in sich hinein, das reicht, das ist schon schwer genug für einen allein. Obendrauf dann also diese Oper. Otello. Fehlte da nicht ein "h"? Sprich: ein "ha" oder "höh"? Subtiler Fehler, Freudscher Kopfmist? *** Und dann. Dann. Kam dieser dritte Akt. Otello und Desdemona hatten sich schrecklich zerstritten. Wie die Eifersucht einen Mann (und der Zweifel) so zerstören kann. Und dann dieses Lied, in dem Otello seinen Verlust besingt: Spento è quel sol, quel sorriso, quel raggio che mi fa vivo, che mi fa lieto!* (III. Akt, 3. Szene) Italienischmisskenner, schaue ich auf die Übertitel: "...le soleil... le sourire... le rayon... qui m'a fait vivre... qui m'a rendu heureux... est éteint..." Das war mein Text. Das war ich. Und ich, in Tränen. : die Person, die mich und meine Stadt gerade für immer und wohl für immer und für immer und immer und immer und für immer verlassen hatte, hieß unter mir und unter uns und mit allem Recht der Welt: "mon soleil", meine Sonne. Ihr Lächeln, ihr Strahlen. (2) *Erloschen ist die Sonne, das Lächeln, das Strahlen, das mich am Leben hält, das mich glücklich macht! (1) Yo. Die Oper ist lang, und lang ist auch mein Text. Sorry. (2) "The sun came into my room at seven and woke me up." - "The sun was already there..."

  • 4. Bruce Springsteen - Tougher Than The Rest

    Heute morgen, halb zehn zu Haus: Einen guten Popsong will ich hören! Der Boss. Tunnel of Love, Track 2. Ein 1/2 Takt und ich bin plötzlich in einem andern Bett, an einem andern Ort, zur selben Zeit, aber 16 Monate zurück. Das waren drei der verwöhntesten Wochen meines Lebens, ein Frühling in Arles, mit einer Gruppe Übersetzern, lange liegen, lesen, schreiben, sonnen, händchenhalten, musikhören, sichtreibenlassen. Well It's Saturday night you're all dressed up in blue I been watching you awhile maybe you been watching me too Das waren alles Chiffren für mich. Da war zwar kein blaues Kleid, auch nicht am Samstagabend, aber dieses diskrete, bewundernde, berauschende Anschauen und Einfinden, das war da, und es war palpabel und zitterte in der Luft. Und jeden Morgen hörte ich dieses Lied, fünf, sieben Mal hintereinander, es sog mich ein, sang mir von etwas, das ich gerne akzeptieren wollte: Maybe your other boyfriends couldn't pass the test Hieß das nicht, dass ich ihren "Test" vielleicht bestehen könnte? Es musste das heißen. *** Dass es das dann doch nicht hieß, verstand ich erst sehr viel später. Auch, dass sechs oder sechzehn Monate sehr kurz sind. Und sehr lang. Auch, dass Wunden vergangener Liebschaften schwer wiegen und langwierig heilen. Was mir bleibt, ist der Song. Der mich jedes Mal und jedes Mal wieder überraschend zurückspült, wegreißt in die vergangenen, verwöhntesten Stunden

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 5. Pearl Jam - Corduroy

    Ganz einfach: Weil Pearl Jam meine Lieblingsband ist. Und weil der Song immer wieder rockt und mich raushaut, wenn ich innen explodiere. Und weil Eddie Vedder so singt, als sänge er ganz für einen allein. Und weil man sich nachher besser, schöner, größer fühlt.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 6. johann sebastian bach - weihnachtsoratorium

    Einmal im Jahr muss das sein: ins Weihnachtsoratorium gehen. Mister JSB schafft es immer wieder, zu besänftigen, zu trösten, zu heilen, und zwar so tief wie sonst niemand. (Merke: Bach ist ebenso der einzige wirkliche Komponist wie Flaubert der einzige wirkliche Literat ist.) Und jedes Mal eine einzigartige Erinnerung: Beim ersten Mal in der Johanneskirche in Oelde (meiner Heimatstadt) (sehr schön! hingehen!) durfte ich für eine Solistin das Mikro halten und sie aufnehmen. Ich war jung und das ganze Konzert aufgeregt und unhörig und dachte, da gibt's bestimmt eine tolle Belohnung. Gab's auch: Sie schaute mich an und sagte "Danke". In Dublin waren Chor und Musiker so schlecht, dass mir übel wurde. Habe dann innerlich mitgesungen (Immer praktisch: Das Stück auswendig kennen.) und ging taumelnd heim. In Paris ein ältlichgraumelierter Herr am Pult, mit seidigem Gesicht und dem Diktum "Heut entdecken wir die Langsamkeit". Bei einigen Passagen, die Bewegung brauchen, wurde ich ganz hibbelig und holte meine virtuelle Peitsche raus, bei den andern (und meisten) zog und säuselte und kräuselte sich die Musik, als wollte sie stehen bleiben. Die Zeit tat es ganz sicher einige Male an diesem Abend.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 7. Keith Jarrett - The Köln Concert

    Abifeier, Kleinstadtgymnasium, Aula. Alle sind da, alle schick, alle feierlich. Da ich die öden Reden, leeren Phrasen, Wichtigtuersprüche die Ehre habe zu umrahmen, (ausgerechnet ich, der jüngst in der Abizeitung einen schul- und abiskeptizistischen Artikel veröffentlichte, in dem am Ende das Tier in die Kerzenflamme fliegt und verglüht) designiere ich zwei Partien: "Das Präludium von Bach" (wie im Programmheft steht) und "Keith Jarrett, The Köln Concert, Part I". Teil 1: Die Pflicht: Jackett und Hemd und gerader Rücken, edler Blick. Teil 2: Die Kür: Unbemerkt gehen die bourgeoisen Embleme im Hintergrund zu Boden, es bleibt ein weißes T-Shirt mit postmodernem Druck: das trojanische Pferd in grellem Rot. Als ich schlacksig-enthüllt nach vorne stakse, geht, natürlich, ein Raunen durch die Reihen. Die Leute starren mich an. Ich gehe angestiert noch schlacksiger nach vorne und kloppe haarwehend das störrische Klavier bis zum Anschlag, bis es nicht mehr kann, bis die stöhnenden Schlusstakte ihr repetierendes "MatheMatheMatheMathe" selbst nicht mehr ertragen und im Endakkord zerbrechen. Nachher haben wir uns dann unheimlich einen reingetan, mit Sekt, versteht sich. Nächste Woche ist Abijubiläum. Zehnjähriges. Da werde ich in Hemd und Jackett mit meinen Lieblingslehrern an der Theke stehend eine Apfelschorle verzehren und über die guten alten Zeiten plaudern. Ein Klavier ist nicht vorgesehen.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 8. Element of Crime - Alten Resten Eine Chance

    Ein schönes Gefühl, mich damit brüsten zu können: Ich habe diese Band entdeckt! - Na ja, zumindest für unsere kleine westfälische Kleinstadt. Damals war "Weißes Papier" Platte des Monats im Musikexpress und ich holte mir das Ding im CD-Verleih. Erster Eindruck: Können die ihre Gitarren nicht ordentlich stimmen? Und dieses Getröte!! Grauenhaft. Und der Kerl klingt wie diese rabigkrächzende Sängerin aus den Zwanzigern. Das ist doch Bayerische Polka der schlimmsten Sorte!! Weg damit!!! Aber irgendwas musste dran sein, an dem Musikexpressetikett. Also nochmal. Und hingehört. Und dann kam dies: "Fett wär ich, bekäm ich ein Stück Torte Für jede Illusion, die sie mir raubt". Von da an nahm das Schicksal seinen Lauf. Regener formulierte und melancholisierte, dass alles in mir bebte. Das waren Zeilen, auf die man nicht mal neidisch ist, weil man beim Mitsingen das Gefühl hat, sie miterfunden zu haben. Ich nahm den neuen Schatz auf Kassette auf und diese mit ins Freibad. Ich am Rekorder und alle um mich rum. Das Ding schlug ein, als hätte man bisher immer nur vom Mond geträumt und sähe ihn jetzt plötzlich vor Augen und trüge ihn im Herz und am Hals und zwischen den Beinen und überall, wo Sinneszellen sind. Auf jeder Party lief die Kassette Rotation und auf jeder Party grölsangen die Letzten: "Die Letzten sind die Besten Und ich bin immer gern dabei." Und mit unendlich prätentiösem Genuß, jedes Wort und jeden krachenden Konsonanten betonend: "Gib mir einen Zug Von dem Kraut mit dem sonderbaren Duft, an dem du rauchst Nein, das werden wohl alte Socken sein Was immer da verbrennt, Das überlass ich dir allein." Und wie viele Zeilen sind in unsere Idiomatik eingegangen wie Filmzitate: "Lass mich noch eine rauchen Dann auf zur Tat" "Die Schokolade, die du in Krankenhausmengen verbrauchst" "Ob das gerecht ist Ist mir doch egal" "Ein Salat darf nie mit Nudeln sein, Denn sowas rächt sich bitterlich" "Und was ist schon eine Party ohne Schmerzen hinterher" "Vom Freibad kommen die, die nicht ertrunken sind..."

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •  

Frankorgels Freunde