Soundtrack meines Lebens

  • 1. Guns n' Roses - Knockin' On Heaven's Door

    Kennt ihr die Szene aus dem gleichnahmigen Film, in der Jan Josef Liefers und Til Schweiger am Strand sitzen, auf das Meer hinausblicken und der eine von beiden einfach tot umkippt. Es ist für mich eine der traurigsten Szenen, die ich je gesehen habe und dennoch eine der schönsten. Sie haben ihr Ziel erreicht. Sie haben das Meer gesehen, denn im Himmel reden ja alle nur vom Meer. Wenn du das gesehen hast und dann kommst du zum ersten Mal an einen Strand und blickst in die Unendlichkeit, dann werden dir die beiden und ihre letzte Odyssee, die so hoffnungslos und doch irgendwie tröstlich, weil sie so intensiv, so verrückt, so leidenschaftlich wie niemals zuvor ist, sofort wieder einfallen. Sollte ich sterben, will ich dass sie diesen Song an meiner Beerdigung spielen. Nicht weil ich als Atheist an den Himmel glaube, sondern weil ich finde, dass sich die Menschen bei einer Beerdigung von dir verabschieden sollten, so wie du warst. Und zu mir würde die rituelle Orgeltrauermusik definitiv nicht paßen.

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  • 2. Jack Johnson - Wasting Time

    Dieser Song, wie überhaupt alles von Jack Johnson bedeutet für mich, in einem Pinienhain in der Hängematte zu liegen, das Meer rauscht leise jenseits der Dühne und warme Sonnenstrahlen wandern über deine Haut. Ziellos, deprimiert und einsam. ich wollte nur noch weg. Allein Urlaub machen erschien mir immer noch besser, als allein daheim zu sitzen und Trübsal zu blasen. Ich hab mir ne Jugendorganisation gesucht und bin nach Südfrankreich zum surfen gefahren. Gekannt hab ich niemanden, aber als mein Sitznachbar im Bus Jack Johnson einlegte, wußte ich, das würden die genialsten 10 Tage meines Lebens werden. Muß ich erwähnen, dass sie es waren? -wasting time- Manchmal muß man das einfach. Was ich an Jack Johnson so liebe, sind seine lyrics: ... and i'm just a waste of her energy and she's just wasting my time, so why don't we get together? and we could waste everything tonight and we could waste and we could waste it all tonight ... ... love's just a waste of our energy, yea and this life's just a waste of our time so why don't we get together? and we could waste everthing tonight... Wenn man in seinem Leben das Ziel nicht kennt, sollte man zumindest seine Zeit sinnvoll verschwenden.

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  • 3. Bon Jovi - Runaway

    "Runaway" gehörte mir und meinem damals besten Freund. Immer wenn dieser Song bei den Partys in unserer Tanzschule lief, tanzten wir zusammen, egal womit wir kurz zuvor beschäftigt waren. Jetzt meldet er sich nichtmehr, schreibt noch nichtmal zurück. Ich glaube, es ist an der Zeit diesen Song der Welt zurückzugeben.

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  • 4. Jimmy Cliff - I Can See Clearly Now

    Mein erster Freund hat einen VW Bus mit Sonnenblumen drin. Wir fuhren gemeinsam durch die Gegend, eine Reggae-CD im Player und die Welt zieht an dir vorbei. Keine Probleme mehr, einfach nur frei sein! ... Oh yes, I can make it now the pain is gone All of the bad feelings have disappeared Here is the rainbow I've been praying for It's gonna be a bright, bright sunshinin'day

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  • 5. The Verve - Bitter Sweet Symphony

    Musikgeschmack ist ja bekanntlich verschieden. Den Kleinkrieg, der allerdings manchmal zwischen mir und meinem 2 Jahre jüngeren Bruder abläuft, bekommen sogar unsere Nachbarn mit. Er stürmt in mein Zimmer um mir lauthals mitzuteilen, was für eine tolle Entdeckung er doch wieder gemacht hat und dann muß er sie mir natürlich sofort vorspielen. Bei maximaler Lautstärke seiner Anlage hätte ich wahrscheinlich noch nicht einmal mit schalldichten Wänden eine Chance diesem musikalischen Genuß zu entgehen. Denn ob ich seinen Geschmack teile (Was ich normalerweise nicht tue!) oder nicht, das interessiert ihn ebensowenig, wie die Drohung unseres Dads ihm die Sicherung rauszudrehen. Einmal allerdings dachte ich, ich traue meinen Ohren nicht. Hatte ich doch vor ein paar Tagen eines der genialsten Lieder aller Zeiten gehört, wußte aber nicht, wie es heißt, oder von wem es ist. Da beschallt er mich mit seiner Entdeckung: "Bitter Sweet Symphony" von the Verve, jenem besagten Lied. Wir saßen in seinem Zimmer, welches zu betreten ich normalerweise tunlichst vermeide, (weil ich mich zuerst durch einen knietiefen Berg alter Handtüchern und Klamotten, leerer Joghurtbecher und Wodkaflaschen, zerfledderter Schulbücher, CD-Roms und PC Zeitschriften wühlen muß) auf einer vollbeladenen Couch, friedlich nebeneinander und hörten zig mal mit geschlossenen Augen (Da läßt sich sogar sein Chaos ertragen) diesen Song. So viel Geschmack hätte ich der Nervensäge gar nicht zugetraut, aber es mußte wohl dieser unbeschreibliche Song sein. So voll Taurigkeit und doch voll Hoffnung. Wenn man die Augen schließt, spürt man jenen Weltschmerz, der einen so oft durch den Tag begleitet. Nur viel intensiver. Eine tiefe Melancholie erfasst einen und zugleich ist man erfüllt von einem Hochgefühl. Als könnte man fliegen, die Welt beherrschen, einfach davonlaufen und nie mehr anhalten, frei sein. ... I need to hear some sounds that recognize the pain in me I let the melody shine, let it cleanse my mind , i feel free now...

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  • 6. Die Ärzte - Schlaflied

    Ein verdunkelter Theaterraum, schwarze Backsteinwände und metallene Stützpfeiler. Es ist kalt. Ich bin müde. Auf der Bühne tanzen zwei im Kreis. Ganz in Schwarz gekleidet. Er, groß und massig, sie, klein und zierlich. Sie lacht und er singt das Schlaflied. Ich kannte die beiden. Freunde von mir. Aber ich kannte das Lied nicht. Diese unwirkliche Stimmung, myteriös, befremdlich und beklemmend, jagte mir einen kalten Schauer über den Rücken. Die Ärzte einmal anders, ein subtiler Albtraum!

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  • 7. Robbie Williams - Let me Entertain You

    Es gibt Tage an denen geht einfach alles daneben. Bei der Arbeit bekommt man nur die miesesten Aufgaben zugeteilt, die Waage zeigt ein Kilo mehr und das Gesicht sieht aus wie ein Streußelkuchen und das mit 20. Dann versetzen einen auch noch die Kumpels in der Disko und man befindet sich allein im Haifischbecken von gaffenden ekligen Machos. Man könnte sich die Zeit auf der Tanzfläche vertreiben aber dort lauert Gefahr beim Pogo totgetrampelt zu werden. Dann kam "Let me entertain you" und plötzlich zerrt mich der einzige Kerl, den ich dort noch kannte auf die Tanzfläche, mitten in die sich rumschubsende Menge. Na toll! Obwohl, warum nicht? Wir wirbelten im Kreis und plötzlich machen alle Platz. Die Tanzfläche ist frei, gehört ganz uns und wir legen eine geniale Tanzeinlage ein. Bis zur völligen Erschöpfung! Aber der ganze Mist des Tages ist endlich vergessen.

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  • 8. Tom Waits - Step Right Up

    Ein sehr psychadelischer Moment. Es ist Nacht, ich bin deprimiert und allein zuhause. Ich sitze an der Bettkante und in mir tobt ein Kampf. Meine Vernunft gegen den absurden Wunsch mich kopfüber aus dem Bett fallen zu lassen. Mein Kopf wird immmer schwerer, mein Rücken biegt sich. Aber wenn ich da runterfalle tut es unter Garantie weh, meine Mom im Nachbarzimmer würde aufwachen... Ich richte mich wieder auf, doch die Melodie fällt und mit ihr mein Kopf. Auf und ab, immer wieder. Chaos gegen Kosmos. Das Lied scheint unendlich zu dauern. Letztendlich wird alles zu einem einzigen Kampf gegen meinen müden Körper. Wenn ich das schaffe, wenn ich durchhalte bis zum Ende, dann kann ich alles schaffen. Ich habe es geschafft.

  • 9. Patrice - A Million Miles

    Das letzte Jahr habe ich vor allem mit einer Sache verbracht, dem Schauspielschulen-Vorsprech-Marathon. Und nach jeder Ablehnung saß ich wieder da, im ICE auf dem Boden vor der Tür. Damit ich allein sein kann und keiner meine Tränen sieht. Und irgendwie war jedesmal Patrice in meinen Ohren, wenn ich den Bahnhof Hamburg (man glaubt gar nicht, wie viele Verbindungen über Hamburg gehen) verlies. Einmal mehr quer durch Deutschland, einer neuen Niederlage entgegen, oder einfach nur nach Hause. Eine Million Meilen waren es sicher noch nicht und vielleicht werde ich ja vernünftig werden, bevor es eines Tages so viele sind. Eine Million Lebenswege hätte ich mir aussuchen können, warum gerade diesen. Bei dem es fast zu einem Hobby wird im ICE zu sitzen und zu heulen.

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Flippys Freunde

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