Soundtrack meines Lebens

  • 1. Falco - Jeanny

    1984. meine erste richtige eigene platte. die maxi-single von jeanny ii. auf dem cover ein roter damen-lackschuh auf einer mit blätter übersäten, regennasse straße. andere lieder von falco fand ich zwar viel besser… doch war ich stolz auf meine erste eigene maxi-single. noch dazu ein geschenk von meinem älteren bruder, den ich zu dieser zeit noch abgöttisch anhimmelte. unser verhältnis hat sich nach zwischenzeitlicher eiszeit wieder verbessert. und mein musikgeschmack zum glück auch. da mein bruder jetzt den hip hop entdeckt hat (mit 38, muss man sich mal vorstellen), haben wir seit falco-zeiten das erste mal wieder einen zumindest ähnlichen geschmack…

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  • 2. Cindy Lauper - True Colors

    1986: Nicht nur dieses Lied selbst, die ganze LP True Colors haben meine Liebe für Musiktexte und für die englische Sprache geweckt. Ich kaufte mir die Platte in der sechsten Klasse und fing an, die Liedtexte zu übersetzen. Mit Beginn dieses Hobbys verbesserten sich meine englischen Sprachkenntnisse radikal. Was sogar im Englisch-LK endete. Vor kurzem habe ich die Platte mal wieder gehört: immer noch ein sehr schönes Lied…

  • 3. The Cure - A Forest

    1988: Der Schritt vom Kindsein in die Pubertät wurde begleitet von The Cure. Doch nicht nur dieser song, es gab viele andere gute. Aber ich nehme mal The Forrest, als Stellvertreter sozusagen und als Symbol für eine Zeit, in der ich mich vom Barbiepuppenspielenden Mädchen langsam in eine junge Frau, das mit dem Entdecken eines eigenwilligen Musikgeschmacks einherging: Hörte ich zuvor noch Top Ten und andere Popmusik, so war The Cure der Beginn einer neuen Ära, der der Indie-Musik. Kennengelernt habe ich The Cure durch eine damalige „Freundin“, die etwas älter war als ich. Sie führte mich ein in eine für mich damals noch fremde Welt – da ging es, um es einfach auszudrücken – Sex, Drugs and Rock n Roll. Ich durfte nicht daran teilhaben, lauschte aber voller Bewunderung ihren Geschichten vom Wochenende. Nach kurzer Zeit ließ sie mich fallen, wie eine heiße Kartoffel. Wahrscheinlich war ich ihr zu langweilig. Aber sie brachte mich auf den richtigen Pfad. Wer weiß was ich heute hören würde, hätte ich damals nicht Claudia gehabt…letztes Jahr habe ich sie getroffen, lebt ganz solide mit drei Kindern, Mann und Haus immer noch in unserer kleinen Stadt, aus der sie nie raus kam….

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  • 4. Lou Reed - Walk On The Wild Side

    1989: Der gute Lou. Er hat wirklich schöne Musik gemacht. Mit Velvet Underground und auch noch in einigen seiner Solo-Songs. Dieses Lied lief oft bei uns im Sommer 1989. Ich war 14 und für kurze Zeit in einer Clique. Die Jungs waren Freunde und wir Mädels waren untereinander befreundet. Und irgendwann bildeten sich Pärchen. Nur ich kriegte keinen ab. Trotzdem war ich oft dabei, wenn wir uns abends trafen, in der schönen kleinen Villa von Flos Eltern, in einem kleinen Raum unterm Dach. Da waren wir ungestört, konnten rauchen, rumhängen, Musik hören, Bier trinken: Take a walk on the wildside. Wir waren sehr jung und sehr cool. Fanden wir jedenfalls damals…

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  • 5. Dinosaur Jr. - Freak Scene

    1990. “sometimes i don’t thrill you sometimes i think i’d kill you just let me fuck up, will you, but when i need a friend it’s still you...”, der beginn einer innigen freundschaft zu dieser band mit dem etwas schrulligen aber ebenso genialen j. mascis als frontman. eigentlich die lieblingsband meines damaligen freundes. ich fiel ihm auf, weil ich auf freak scene abtanzte. und er verliebte sich in mich. und ich sah in erst gar nicht. dann schon. und als wir zusammen kamen, war dinosaur jr. unsere band. als die platte green mind rauskam trennten wir uns, nach wenigen monaten. bei dem lied "muck", das mit dem querflöten-intro, mussten wir heulen. eine noch sehr junge und unreife beziehung mit vielen spielchen. aber für uns beide die erste große liebe - hochdramatisch. Übrig bleiben viele erinnerungen an eine gefühlsintensive zeit. den film zu diesem soundtrack kennen nur wir. er ist gespeichert in unseren gedanken, unseren herzen… danke patrick.

  • 6. Pixies - Where Is My Mind?

    1990. Ich weiß noch genau, wie ich diesen song das erste mal hörte und er mich in seinen bann zog. es war in einem kleinen club in unserer kleinen stadt. eigentlich ein echt cooler ort für eine so kleine stadt wir unserer. dort hörte ich zum ersten mal dieses lied, das mir die gänsehaut über den rücken jagte. da war ich 16. und seitdem liebe ich die pixies. mit unterbrechung zwar, aber bis heute. als sich mein musikgeschmack in richtung elektronische musik änderte, traten auch die sie mit in den hintergrund. jahre später, als der song bei dem film fight club im abspann lief, erinnerte ich mich an diese geniale band. ich wollte die platte raussuchen, doch fand sie nicht mehr. ich muss sie verliehen haben, lange her und keine ahnung an wen. als ersatz kaufte ich die surfer rosa als cd. schade um die platte, aber die musik ist immer noch erste sahne. und dieses jahr kommen die pixies live nach berlin und ich geh hin!

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  • 7. Faith no more - I´m Easy

    1993: Das Jahr in dem ich 18 wurde. Ein wildes Jahr. Viel Party und Spaß. Schule war mir egal. Da ging ich nur hin, um meine Freunde zu sehen und mit ihnen zu schwänzen. Und um bei einem Schüleraustausch mit Irland teilzunehmen. Mein 18. Geburtstag war der Hammer. Schon früh wurde an der Schule mit Sekt empfangen. Das Wetter war außergewöhnlich schön für einen Tag im März. Mittags kam ich nach Hause und fand ein Päckchen von meinem damaligen Schwarm, der in Berlin lebte. Ich hatte ihn ein paar Wochen zuvor kennen gelernt und er erfragte meine Adresse bei einem Freund und schickte mir ein Mix-Tape und ein Photo. Ich war außer mir vor Freude. Abends die Party mit meinen Freunden im Keller und später noch in die Disco. Bis in die frühen Morgenstunden. Diese Zeit… easy… Doch im Grunde betäubte ich mich. Irgendwann reichte die Dosis nicht mehr, ich war traurig, hatte immer wieder Liebeskummer und schaffte dann auch die Klasse nicht mehr…. Im Sommer traf ich meine zweite große Liebe, wir kamen zusammen und die „easy like Sunday morning“ Zeit war zu Ende.

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  • 8. Air - All I Need

    1997: leaving home - endlich raus aus dem elternhaus, weg zum studieren. und alles war so anders, ganz anders, als man es sich je als angehender student erträumte. keine großstadt, kein nachtleben, keine kultur. dafür eine stadt mitten im thüringer wald, düstere studentenclubs in dunklen neubau-kelleräumen, wohnen auf dem campus in kleine zellen, wenn man pech hatte auch noch zu zweit - bonjour tristesse! aber trotzdem oder deshalb – eine tolle zeit. Waren unsere kollegen in anderen städten übersättigt vom angebot, zögerten wir nicht lange und organisierten unsere eigenen partys und veranstaltungen. nach und nach flohen wir vom campus und waren die ersten, die sich in der „stadt“ zimmer suchten. die ersten wgs entstanden… in einer davon wohnte mein damaliger…mh…wie soll ich ihn nennen… damals war er noch nicht mein freund, wurde es aber später. also mein damaliger lover. er wohnte mit zwei weiteren jungs und einem mädel zusammen. und alle hatten freunde bzw. freundinnen. Ich war oft dort. Die anderen auch. manchmal trafen wir uns in der küche, um was zu essen zu holen oder einen schluck zu trinken, manchmal nur spärlich bekleidet. ich sehe noch genau annika vor mir, als ich sie einmal dort traf, eingehüllt in ein bettlaken sah sie aus wie eine griechische statue. ihr seliges lächeln… unser liebesnest – all i need, all we need…

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