Soundtrack meines Lebens

  • 1. Dave Matthews Band - Stay (Wasting Time)

    ich sitze auf dem dach von einem hochhaus in panama city mit ca. 10 jungen menschen aus allen teilen dieser welt, die ein oder andere flasche wein und vielleicht sogar auch eine kerze. (vielleicht romantisiere ich die kerze aber auch aus der retroperspektive dazu:)gerade geht die sonne unter (wirklich!), unter uns tobt der verkehr, dreht man den kopf nach links, sieht man den hafen voller riesentanker, die auf einlass in den panama kanal warten. auf der anderen seite diese wahnsinnsstadt. zwei amis gesellen sich mit einer gitarre dazu und fangen an zu rocken, und dann die ersten zeilen von dem song: >> we were walking, just the other day, and it was so hot outside, you could fry an egg. remember, you were talking, and i watched that sweat run down your face, reached up and caught it at your chin and licked my fingertips we were, we were just wasting time, let the hours roll by, doing nothing for the fun, a little taste of a good life, whether right or wrong, makes us wanna stay stay stay here for a while.

  • 2. Dinah Washington - What A Difference A Day Makes

    wow! zu diesem song tritt meine erste große liebe in mein leben. na ja, nicht so richtig, aber nach den ersten gemeinsamen 24 stunden lag ich (immer noch voller trennungschmerz, da ich ihn ja jetzt bestimmt mindestens 2 stunden nicht sehen würde) auf dem bett in meiner ersten eigenen, ganze 20qm umfassenden wohnung und habe eine jazz-compilation in meinen cd-player gelegt, einfach weil ich mir damals schon sicher war, dass jazz-compilations in solche momente passen. >> what a difference a day makes 24 little hours brought the sun and the flowers

  • 3. Janis Joplin - Piece Of My Heart

    dieser großartige song ist die begleitung zu einem perfekten, aber sehr tragischen moment in meinem leben. so perfekt tragisch, wie momente nur mit 17 sein konnten, weil man sich einfach mit vollem herzen dem gedanken an den tod hingegeben hat und dazu das tat, was man aus herzschmerzmomenten in kitschigen, amerikanischen dramen kennt: ich hatte gerade ein jahr in australien verbracht und dort den menschen wiedergetroffen, der mein herz schon in der 9. klasse gestohlen und leider nie wieder ganz zurückgegeben hatte. Über meine unfähigkeit, oder die unfähigkeit so vieler menschen, sich das eigene herz von selbst zurückzuerobern, will ich hier gar nicht erst anfangen zu philosophieren. dazu wäre dann wohl auch ein studium eben der philosophie und der psychologie ratsam. ich saß also an einem sommerabend in meinem kleinen zimmerlein und frönte meinem herzschmerz, und das tat und tue ich so gerne mit der passenden musik dazu. also musste janis j. herhalten, denn diese arme maus konnte so perfekt in worte fassen, was meine gefühlslage in diesem moment hergab. dazu noch diese raue, vor leiden sich überschlagende stimme, mit der sie richtig böse rüberkam. viel böser, als ich es war oder sein konnte. im klartext hieß das für mich, dass sie sich schon mal in einer ähnlichen – natürlich allenfalls halb so schlimmen, die anderen haben es ja immer besser oder zumindest einfacher :) - situation befunden haben musste. das machte sie gleich zu einer meiner besten freundinnen. (den umkehrschluss, dass sich damit nur beste freunde auf der welt befinden und ich doch eigentlich allen grund zur freude hätte, ja, mich sogar zu den glücklichsten menschen der welt zählen könnte, da ich damit ja alle berühmtheiten, alle dichter, sänger und philosophen zu meinen besten freunden erkoren hatte, diesen umkehrschluss habe ich damals noch nicht auf die reihe bekommen. aber hey, ich war doch auch 17. leiden hat spaß gemacht zu der zeit.) als janis dann zu diesem klassiker im soundtrack zum gebrochenen herzen ansetzte, und ich es so gar nicht mehr aushalten konnte, und dachte, da muss noch mehr gehen, diese situation ist so unendlich hoffnungslos und dieser hoffnungslosigkeit muss einhalt geboten werden, da habe ich mir die flasche whiskey, die in meiner vitrine neben den unzähligen, gefrosteten und mit einem verlauf im schönsten 90er-jahre-lila ausgestatteten joy-gläsern, eigentlich zur zubereitung von tiramisu gedacht war, genommen und mir ein glas whiskey nach dem anderen eingeschenkt. und auch ausgetrunken. so ein großes mädchen war ich. und ordentlich schnell betrunken war ich auch. was es mir enorm erleichterte, die texte von janis, meiner neuen besten freundin, lauthals mitzugrölen und damit wahrscheinlich meine nachbarn in angst und schrecken zu versetzen. und hoffentlich auch ein schmunzeln auf deren lippen zu zaubern. in diesem zustand traf ich mich dann später am abend mit meiner besten freundin aus dem wahren leben, die sich, wie es sich für beste freundinnen gehört, meine ganze grausame geschichte zum 1000sten mal anhörte, mich in den arm nahm und einen whiskey mit mir trank. und mir noch heute mit dieser geschichte ein schmunzeln auf die lippen zaubert.

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