Soundtrack meines Lebens

  • 1. Roxette - Cinnamon Street

    Ich lernte Roxette im Dezember 1994 kennen, als ich mit meinen Eltern den Weihnachtsmarkt in Frankfurt (Main) besuchte. Irgendwann landeten wir in einem Kaufhaus, wo meine Mutter zufällig das Album "Look Sharp" vom Kassettengrabbeltisch fischte und für mich kaufte ("Das klingt doch irgendwie modern, sowas hört die Jugend von heute bestimmt gerne" oder was ähnliches muss sie sich gedacht haben. Sie selbst ist nämlich - wie gesagt - begeisterte Schlager- und Volksmusikanhängerin). Ich war damals 11 und hatte von Musik oder irgendwelchen Bands keine Ahnung, steckte die Kassette auf der Rückfahrt im Zug in meinen Walkman und hörte nur mit halber Aufmerksamkeit zu. Die Texte verstand ich noch nicht. Aber irgendwann wurde das Tape zu meinem ständigen Begleiter, ich hörte es jeden Tag auf dem Weg zur Schule und sowieso zu allen möglichen Gelegenheiten. Mittlerweile besitze ich noch einige Roxette-Alben mehr, die Kassetten (denen man ihr Alter deutlich anmerkt) wurden durch CDs ersetzt und die sind weiterhin oft dabei, wenn ich mal wieder die Weltgeschichte unsicher mache. "Cinnamon Street" erinnert mich vor allem an den Sommer 99 an der Atlantikküste und ganz allgemein an meine Teeniezeit mit ihren Aufs und Abs. Life was a lazy day in the sun...

  • 2. Oasis - Wonderwall

    Wonderwall erinnert mich ans Abi, Frühling 2002. Unser Jahrgang (oder zumindest die meisten, leider nicht die für mich wichtigsten Leute) fuhr nach den Prüfungen für eine Woche in ein kleines Feriendorf an der Ostsee, um zu feiern. Ich konnte mit den meisten aus meiner Stufe nichts anfangen, war aber trotzdem mit dabei, denn "man kann ja nicht bei seiner eigenen Abifahrt fehlen". Nunja. Die anderen hatten ihren Spaß mit allerlei flüssigen und weniger flüssigen Drogen, während ich die Tage und Nächte meist gelangweilt und stocknüchtern in unserem Bungalow verbrachte und auf den Tag wartete, an dem ich wieder nach Hause kommen würde. Diese Reise war für mich nebenbei der Punkt, an dem ich mir sicher war, nie in eine WG mit Leuten ziehen zu wollen, die ich nicht wenigstens ein bisschen kenne (eine Woche Zwangsgemeinschaft mit gewissen Personen hat da eindeutig gereicht). Aber gut. Jedenfalls war Wonderwall eins der Lieder, die man bei den obligatorischen allabendlichen Feten am häufigsten alle zusammen gröhlen hörte, und das waren dann manchmal Momente, in denen ich mich für kurze Zeit mit der Situation anfreunden konnte. Später auf dem Abiball sangen wir den Song auch noch mal alle zusammen (diesmal sogar _alle_ in mehr oder weniger nüchternem Zustand!) und seitdem gehört er für mich einfach dazu. Die Leute aus meinem Jahrgang kann ich jetzt immer noch nicht leiden, aber die Sache mit dem Alkoholmissbrauch im kleinen Dorf an der Ostsee versteh ich mittlerweile ungefähr 10 mal besser als damals - man macht ja so seine Erfahrungen, wenn auch sauspät. Und Abi haben ist eh toll.

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  • 3. Willie Nelson - On The Road Again

    On the road again Like a band of gypsies we go down the highway We're the best of friends Insisting that the world keep turning our way September 2002, Abi geschafft, Studienplatz und Wohnung in neuer Stadt sicher, und in den letzten Tagen vor Unibeginn noch eine kleine Spritztour nach Aachen, um den Führerschein meiner Freundin zu feiern, den sie nach ein paar fiesen Fahrschulmonaten endlich bestanden hatte. Eine ihrer ersten Fahrten überhaupt, und dann gleich 350 km Autobahn von der südniedersächsischen Provinz in den tiefsten Westen. Die Sonne schien, wir standen desöfteren im Stau und hätten fast ein paar Unfälle verursacht ("du, äh, der da neben uns is noch so 10 cm entfernt, willste nicht ein bisschen nach links?")... Aber kamen irgendwann und nach ein bisschen zusätzlichem Spaß im Aachener Stadtverkehr in der Wohnung meiner Freundin an, wo wir anschließend ein paar tolle Tage hatten, uns dauernd bei Trivial Pursuit kaputt lachten und nett in unser neues (Studenten-)Leben reinfeierten (vivat academia!) :). Zurück nach Hause ging's für mich mit dem Regionalexpress.

  • 4. Klaus & Klaus - An Der Nordseeküste

    Damals vor unendlich langer Zeit... War ich ein kleines Kind und kam permanent in den Genuss der Lieblingsmusik meiner Eltern. NDR 1, Radio Niedersachsen. Volksmusik und Schlager den ganzen Tag. Als ich 11 war kam dann so langsam die Erkenntnis, dass ich doch lieber was anderes hören möchte (und der nächste Faux-Pas folgte sogleich, ich wurde nämlich Caught In The Act-Fan). Aber auch wenn _meine_ Musik schon lange eine andere ist, erinnere ich mich manchmal gern an frühere Zeiten und die "typischen" Lieder zurück. Manche hab ich sogar als Mp3 ;).

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  • 5. Suzanne Vega - Tom's Diner

    "Tom's Diner" war einer der Songs, die an jenem Tag des Jahres 1994 auf MTV liefen, an dem ich beschlossen hatte, von nun an meine eigene Musik zu hören und der elterlichen Volksmusik good bye zu sagen. Ich mochte das Lied nicht besonders, aber da ich keine Ahnung hatte, wo ich sonst aktuelle Musik herkriegen sollte (Musik von der ich dachte, dass sie "cool" wäre), platzierte ich mich mit meinem Kassettenrecorder vor dem Fernseher und nahm es (ziemlich stümperhaft, wie man sich denken kann) zusammen mit einigen anderen Songs (irgendwas von den Pet Shop Boys war auch noch dabei) auf. Die so enstandene Kassette verschwand ziemlich schnell im Nirvana, weil diese Art von Musik mich damals eben doch nicht wirklich begeistern konnte und die Lieder auf meinem Tape nebenbei alles andere als vollständig waren. Fünf Jahre später verbrachte ich die Osterferien bei meiner damals besten Freundin. Die hatte sich gerade Suzanne Vegas Album "Tried and True" besorgt und so erfuhr ich schließlich den Songtitel meiner ersten Popmusik-Begegnung (besser spät als nie!). Es wurden die fast besten Osterferien meiner Schülerkarriere (mag daran liegen, dass wir die meiste Zeit sturmfrei hatten ;)) und seitdem gehört "Tom's Diner" zusammen mit einigen anderen Suzanne Vega-Songs für mich einfach dazu. Auch wenn der Text schon irgendwie komisch ist. Da bin ich immer noch derselben Meinung wie 1994.

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