Soundtrack meines Lebens

  • 1. Coldplay - Trouble

    Das Licht ist schon aus, meine schwarzgeschminkten Augen wohl verrieben, meine Freundinnen und ich dösen auf dem blauen Teppich der hier ins Zimmer geklebt ist und hören einfach das Album. Der Geruch ihres Zimmers nach Gras und Duftkerzen... mein Lieblingspulli... meine langen Haare damals... selbst die Müdigkeit von damals fällt mir wieder ein, wenn ich das Album höre. Unsere Sucht nach Track 05 und 06- Yellow und Trouble... immer wieder auf REPEAT. Es dauerte Monate, bis ich mich satt gehört hatte. Eigentlich Jahre. Das ist der schräge Freundeskreis von damals, der kalte Winter, die Scheißpassfotos für unseren ersten Perso... das hängt alles an diesen Liedern dran. Sogar die erste Liebe.

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  • 2. Georg Kreisler - Mein Kleines Mädele

    Wenn ich morgens den gewohnten Weg trotte, da hab ich immer einen kleinen Mann im Ohr, der mir hochruft, was der kleine Kasten in meiner Jackentasche so von sich gibt. "Mein kleines Mädele" handelt von einer so schlimmen Situation, die kann man garnicht auf sich selbst übertragen... Das passt niergendwo- nicht auf eine Beerdigung, nicht zu Liebeskummer, schon garnicht auf eine Party. Aber es ist echt und traurig. Das passt nur in mein Ohr.

  • 3. Rolf Zuckowski - Zebrastreifen

    Als ich klein war, war das wohl meine erste eigene Kassette (vor David Hasselhoff). Hab viel gelernt. Ich seh mich mit meiner Kindergartengruppe, klebrige Händchen halten sich je in Zweiergruppen und springen dann schnell über die Straße. Und heute, da ist das super um den Freund aus dem Schlaf zu flüstern- der kriegt das Lied dann mindestens drei Tage nicht mehr aus dem Kopf.

  • 4. Funny van Dannen - Engel

    Eine Erinnerung an jemanden, der nicht mehr da ist. Fühlt sich genauso wirr und zwiespältig an, wie das Lied. Ist es traurig oder schön? ENGEL An meinem Bett sitzt ein Engel, der hält mir die Augen zu. Er flüstert: Du bist wie ich und wer bist Du? Es ist mitten im Winter, es ist Januar! Ich bin allein mit einem Engel, der noch nie im Himmel war! Er spielt mit meiner Armbanduhr, er macht die Zeit kaputt! Und was er tut erinnert mich an nichts! Seine Finger ohne Ringe, seine Stimme ohne Klang! Ein Echo aus Amerika, 2 Sekunden lang! Ich zeige ihm ein Tagebuch, er kritzelt darin rum. Seine Menschen haben viel zu große Köpfe! Eine Wolke küsst den Ozean, er spielt mit einem Boot. Europa rudert mit den Armen durch das Abendrot! Eine Luft polaren Ursprungs steht vor meiner Tür und weint. Sie hat sich in ein Tief verliebt von Gestern: Ein Film über Kathargo auf Französisch in Schwarz-Weiss. Die letzte Frage lautet, was Mitzubishi heißt. An meinem Bett sitzt ein Engel, der hält mir die Augen zu. Er flüstert: Du bist wie ich und wer bist Du? Es ist mitten im Winter, es ist Januar! Ich bin allein mit einem Engel, der noch nie im Himmel war!

  • 5. The Verve - the drugs don´t work

    Ich in den Armen meiner ersten Liebe, einer unserer arschgeilen Britpopper spielt das Lied auf der Gitarre. Ich denke, alles wird gut. Diese Reise hat mich und meinen Geschmack überhaupt erst einmal in irgendeine Bahn außerhalb der Chartrotation gelenkt. Ich sehe mich noch heute, wie wir Wochen nach der Reise bei einer Freundin zuhause hocken, sie dreht das Lied voll auf und ich breche auf ihrer Couch einfach so in Tränen aus. Immerhin hab ich dadurch etwas Musikgeschmack bekommen. Und Schweden lieben gelernt. Den Typen möcht ich heut noch in den Arsch treten.

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  • 6. The Beatles - Yesterday

    Einer der besten Songs aller Zeiten, wie man an der langen Liste unten sehen kann. Oft wird sich Gedanken gemacht, welche Musik man auf der eigenen Beerdigung hören möchte. Cool soll sie sein, alle Anwesenden sollen sich denken: Verdammt, genau so fühlt es sich gerade an. Und alle sollen ab sofort bei diesem Lied immer an dich zurückdenken müssen. Im Winter 2004 habe mir darüber Gedanken machen müssen, welche Musik meine Mutter sich wohl für ihre Beerdigung gewünscht hätte. Ich wollte nicht die Standardkonserve. Ich habe viel überlegt. Vieles wieder verworfen. Entweder war ich nicht sicher, ob sie es gemocht hätte oder es war zu abgedroschen (Candle in the wind, etc.) oder einfach unpassend. Bei den 5 Liedern, die ich ausgewählt habe, war das das einzige, bei dem ich keinen Zweifel hatte. Keinen Zweifel, das es irgendwen nicht berühren würde. Keine Zweifel, ob sie es gemocht hat. Keine Zweifel, dass dieses Lied zu schnulzig ist. Es steht für sich selbst. Und ich werde wirklich bei diesem Lied ein Leben lang als erstes an sie denken.

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