Soundtrack meines Lebens

  • 1. Bob Dylan - Blowing In The Wind

    Ich bekomme oft Gaensehaut, wenn ich einen guten Song hoere. Das erste Mal hat mir dieses Lied in der achten Klasse einen Schauer ueber den Ruecken gejagt. Wir haben es uns im Musikunterricht angehoert, als Vorbereitung auf eine der obligatorischen Gesangskontrollen. Es klang so ehrlich, so rein, so authentisch. Zum ersten Mal habe ich realisiert, dass Musik auch Poesie sein kann. Und dass es mal eine Zeit gab, in der Texte einen tieferen Sinn haben konnten und trotzdem von der Masse geliebt werden. Das letzte Mal habe ich diesen Song gehoert, als ich im Haus war von jemandem, der Poster von The Who und den Beatles an der Wand haengen hat. Der tatsaechlich einen Plattenspieler und Schallplatten besitzt. Und der auf dem Bett sitzend die Songs seiner Helden auf der Gitarre spielt.

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  • 2. Radiohead - Creep

    Johnny ist zu einem Viertel mexikanisch und zu drei Vierteln amerikanisch. Der Fakt, dass er mexikanisch aussieht, macht ihn unbeliebt bei Amerikanern. Im Gegenzug moegen ihn die echten Mexikaner nicht allzu sehr, da er ausser seinem Aussehen mit Sombreros und Siestas nicht viel am Hut hat. Johnny hat ausserdem lange Haare. Und passend dazu spielt er Gitarre. Waehrend des Abends, an dem ich ihn zum ersten Mal spielen hoerte, waren meine Eltern verreist. Wir sassen im Wohnzimmer und er wollte mir Gitarrespielen beibringen. Weil's so einfach ist. Und weil er es sich auch selbst beigebracht hat. Der erste Song, den er fuer mich spielte, war "Creep". Ob ich dieses Lied vorher schon einmal gehoert hatte, kann ich jetzt nicht mehr sagen. Die Worte kamen mir gleich so vertraut vor. Selbst die Melodie...Wo hatte ich das schon mal gehoert? Welche CD? Auf welcher Party? Es dauerte nicht lange, bis ich realisierte, dass ich diesen Text bereits seit langem in meinem Kopf hatte. Von mir selbst gedichtet. Das Gefuehl nicht den Erwartungen anderer zu entsprechen, irgendwie nicht reinzupassen, hat jeder mal. Ich weiss, dass Johnny dieses Gefuehl oefters hat. Wenn er mit Amerikanern zusammen ist. Oder mit Mexikanern. Seit diesem Abend habe ich einen neuen Song in meiner Favoritenliste. Und ich kann ein bisschen besser mit der Gitarre umgehen.

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  • 3. Cake - Frank Sinatra

    Vor einer Weile hatte ich mal einen Nachbar, mit dem ich ueber deutsche Schokolade diskutierte. Er vertrat die Meinung, dass deutsche Schokolade unmoeglich so gut sein kann, wie ich sie ihm beschrieben habe. Er gab jedoch zu, dass amerikanische Kakao-Erzeugnisse nicht einmal den bescheidensten Anspruechen genuegen koennen. Deshalb versprach er mir seine Unterstuetzung, als ich ihm von meinem Plan erzaehlte besagte Schokolade in Nashville zu finden und zu kaufen. Mein Nachbar hatte ausserdem die Angewohnheit beim Autofahren sehr laut Musik zu hoeren. Als wir waehrend unserer Suche durch die Stadt fuhren, war seine sekundaere Mission mir einen Song zu praesentieren, den ich tatsaechlich mag. Nachdem wir erfolglos in bereits drei Laeden waren, fuhren wir auf den Parkplatz des vierten. In diesem Augenblick legte er Cakes "Frank Sinatra" in den CD-Spieler. Und ich war fuer eine Weile auch ohne Schokolade gluecklich. Am Abend des naechsten Tages fanden wir endlich Lindt Schokolade. Ich kaufte drei Tafeln. Das war der letzte Tag, an dem ich meinen Nachbarn sah. Als ich am folgenden Morgen aufwachte, war er umgezogen.

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  • 4. Red Hot Chili Peppers - By The Way

    Sommer. Sonne. Urlaub. Italien. Rom. Amore. Und im Hintergrund lief "By the way"...

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  • 5. Radiohead - Karma Police

    Als ich in der Schule das Fach "Mass Media" waehlte, war mir nicht ganz klar, was mich erwartete. Vielleicht ein bisschen ueber Zeitungen reden. Ein paar Artikel schreiben. Interessante Dinge uebers Fernsehen und Filmedrehen lernen. Als ich herausfand, dass wir alle 2 Wochen einen Kurzfilm drehen mussten, fand ich's nicht mehr so lustig. Wie auch immer, meine erste Produktion war ein High-School-Football-Spiel aus der Woche davor. Wir hatten verloren, wie alle anderen Spiele davor und danach auch. Irgendjemand hatte unsere Niederlage gefilmt. Meine Aufgabe bestand nur noch darin, die Szenen zusammenzuschneiden und mit passender Musik zu unterlegen. Wie gesagt, es war mein erster Film und einer meiner Mitschueler (mir das Projekt alleine zu ueberlassen war doch noch zu riskant) und ich sassen eine Woche lang am Computer. Zum Schluss mussten wir nur noch die passende Musik finden. Wir versuchten es mit Rock, dann mit Hip-Hop, alle rasanten und actiongeladenen Stuecke die wir vorraetig hatten. Nur so zum Spass unterlegten wir das Filmchen dann mit Radiohead's Karma Police. Das Football-Spiel-Movie wurde augenblicklich zum melancholischen Meisterwerk. Und jeder liebte es. Das lag auch daran, dass bei der Zeile "This is what you get" die Cheerleader zu sehen waren. Rein zufaellig. Ein Zeichen? Jedenfalls muss ich bei diesem Song immer an Mass Media denken. Und wie viel Spass ich damals hatte.

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