Soundtrack meines Lebens

  • 1. Lenny Kravitz - Fly Away

    Lange ist es her. Ich war im Gymnasium und bin mit meiner Klasse in ein Ski-Lager gefahren. Nach Jahrelangem quengeln und betteln, erlaubte mir meine Mutter zum ersten Mal Snowboardfahren zu lernen. So war es, die Vorfreude war grenzenlos. Die ersten Tage waren aber sehr schmerzhaft: ich konnte nicht mehr sitzen und wenn ich lief sah das aus wie bei einem Cowboy, der zu lange auf dem Pferd gesessen ist, da ich den vereisten Schneehang quasi auf dem Hosenboden (und somit auf dem Steissbein) heruntergerutscht bin!!! Abends war ich total fertig und habe mich bald ins Bett gelegt und bin zu der Musik von Nirvana oder eben dem Lied Fly away eingeschlafen. Geträumt habe ich natürlich vom Snowboarden. Ich machte stete Vortschritte, sodass ich am dritten Tag meine erste Bögen ziehen konnte, die Freude war riesig, genauso wie der Stolz. Am vierten Tag dann, die Sonne schien, letzte Nacht hatte es Neuschnee gegeben, durfte ich mit den Vortgeschrittenen eine andere Piste hinab. Ich machte eine Kurve an der anderen, die Geschwindigkeit nahm zu, die frische Bergluft peitschte mir ins Gesicht und die Berglandschaft zog an mir vorbei, ich schien schon gar nicht mehr auf dem Schnee zu fahren, sondern zu schweben. Die ganze Zeit dieses Lied im Ohr, wie ein steter Begleiter. So in etwa muss es sich anfühlen, wenn man fliegt. I wanna get away, I wanna fly away, yeah, yeah...

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  • 2. Indochine - L

    Ich bin hier ganz alleine. Ein scheinbar unendlicher Sandstrand. Die Sonne lässt das Meer glitzern, prächtiger als jeder Edelstein! Ich laufe dem Strand entlang, spüre den warmen, weichen Sand unter meinen Füssen. Ich bin ganz alleine, aber ich bin nicht einsam. Ich und meine Musik... Ja klar, es ist nicht ganz eine einsame Insel, die paar Menschen die hier sind scheinen aber die andere Seite der Insel interessanter zu finden. Ich gehe sogar schwimmen. Die Frau von meinem Hostel sagte, es sei hier nicht so gefährlich, also keine hochgiftigen Quallen und so. Also stürze ich mich in das kühle Nass, aber bloss kurz, man weiss ja nie! Wenn mir was passiert, ist niemand da, der Hilfe holen könnte auf der anderen Seite der Insel (Ich hab auf der Insel auch keinen Handyempfang) Also etwas in der Sonne trocknen und weiter gehts. Durch Eukalyptuswälder, wo bei jedem Schritt dutzende von blauen Schmetterlingen losflattern und mich auf meinem Weg begleiten. Mit meinen Flippflopps den Hügel hinabkrackseln ist auch kein Kinderspiel (wie weit kommt man wohl mit einem gebrochenen Bein?) Aber unten werd ich mit einem wunderschönen Strand belohnt. Eine kleine Bucht, wie ich sie bisher nur aus Filmen kannte. Hier ist eine Familie, die sich im klaren Wasser abkühlt. Schnell rein, solange jemand in der Nähe ist. Anschliessend legen wir uns in die Sonne. Ich geniesse das muntere Geschwätz von nebenan. Ob die wohl von Holland kommen, oder ist das doch eher Schwedisch? Doch die Familie macht sich bald wieder auf den Weg. Über die Klippen und weg sind sie. Also kann man tatsächlich über die Klippen wandern?!? Nach einer Weile gehe ich ihnen nach. Es ist nicht sehr einfach seinen Weg zu finden und natürlich schneide ich mich an der Fusssohle. Mit dem Meerwasser in der Wunde eine Wohltat!!! Doch ich fühle mich gut, ich fühle mich hier am richtigen Platz, ich fühle mich am Leben. Und Der IPot singt mir ins Ohr: "L’aventurier contre tout guèrier…“und ich trällere mit. Auch wenn es kreuzfalsch ist was ich singe. Es hört mich ja niemand und falls doch: I don’t care, I am in Australia!

  • 3. U2 - Beautiful Day

    Der Fernseher flimmert. Tausende von Menschen versammeln sich auf einem Rasenplatz, singen, johlen und packen sich alles ein was nicht niet- und nagelfest ist. Mir ist halb schlecht, ich bin total verkatert. Und doch spür ich eine unbändige Freude, ich will singen ich will tanzen. Und so sei es. Mit meiner Stiefschwester im Arm hüpfen wir durch die Wohnung und schreien aus vollem Halse: " It's a beautiful day..." Unser Club ist doch tatsächlich Meister geworden, frühzeitig, auswärts. Heute Nacht wird die Stadt brodeln!!! Danach ist alles anders: die Champions Leage ist vor der Tür. Ein Ticket zu bekommen? Keine Chance. Das war der Moment wo ich beschloss im Stadion zu arbeiten. Kellnern und Fussball -> was für ein Traum! Die erste Bewerbung kaum losgeschickt und schon ein Vorstellungsgespräch. Mein Begleiter auf dem Weg: U2 mit dem absoluten Muntermacher. Doch es sollte nicht so sein und mir wurde abgesagt. Ein halbes Jahr später, ich hatte im Ausland einen Job gefunden, musste ich es einfach nochmal versuchen. Und dieses Mal hatte ich Glück. An meinem ersten Arbeitstag musste ich dieses Lied einfach hören, es gehörte dazu. Ausserdem machte es mir Mut und erzählte mir von der unbändigen Freude, die sich jedes Mal wenn ich das Lied hörte langsam, wie ein kribbeln, in meinem Körper ausbreitet. Ich habe fast jeden Tag genossen, als ich dort gearbeitet hatte (auch wenn ich etwas Krach hatte mit meinem Chef de Service). Und das Lied hat mich immer wieder mal begleitet. Ich werde sie nie vergessen, diese Zeit. Pssst. Die Ironie an dem Ganzen: als ich dann endlich im Stadion arbeitete, bekam ich von den Spielen selber kaum mehr etwas mit!!! (Dafür aber was sich im Hintergrund und Rundherum abspielte...)

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  • 4. John Miles - Music

    Eigentlich gehen mein Musikgeschmack und der meiner Mutter weit ausseinander. Als sie aber dieses Lied abspielt, bin ich überascht! Ich mag das pathetische an diesen Klängen und die vielfältigkeit der Musik in diesem einen Stück. Ich höre das Lied stundenlang in meinem Kinderzimmer und dirigiere mein eingebildetes Orchester. Stehe mitten im Zimmer und schwinge meinen "Glitzer-Zauberstab" zu den Täkten. Als ich bemerke wie meine Mutter mich beobachtet ist es schon zu spät. Doch meine Mutter lächelt. Versonnen, verzückt, aber auch traurig! Was hat sie jetzt wieder?Oder besser gesagt, was habe ich jetzt wieder getan? "Das hat dein Vater auch gemacht! Er konnte es nicht lassen bei guter Musik zu dirigieren. Und er liebte dieses Lied!" Toll, dass du mir sagen musst was mein Vater liebte und was er machte, dass ich keine Ahnung habe wie er war und was er tat. Es stimmt mich traurig... Doch, dass ich in diesem Zimmer stehe und wahrscheinlich die gleichen Bewegungen zu derselben Musik mache, während die gleichen Gene in mir stecken, berührt mich. Vieleicht ist er doch noch mehr da, als ich es dachte. In mir, in meinen Gesten und Vorlieben, sowie meinen Stärken, Schwächen und Ängsten...

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  • 5. Linkin Park - From The Inside (Album Version)

    "HEY, DAS GASPEDAL BEFINDET SICH RECHTS VORNE!!!" Ich komme noch zu spät zur Arbeit, weil diese Schnecke da vorne anscheindend nicht weiss, wo man hier Gas geben kann. Hier sind 120 km/h erlaubt und die fährt höchstens 110 km/h. Aber trotzdem die Überholspur blockieren, was für eine Frechheit... Ich bin stinkesauer, auch wenn das sonst nicht so meine Art ist. Klar, ich kann manchmal schnell aufbrausen, beruhige mich aber meistens genauso schnell und bringe mich wieder in totalen "Zen" Zustand. Ich bin die Ruhe in Person. Deshalb erschrak es mich umsomehr, als ich nach einiger Zeit nach meiner Fahrprüfung festellen musste, dass ich beim Autofahren dermassen ausrasten kann und förmlich rot sehe und das schlimmste, mich nicht wieder beruhigen kann. Ich lies es blöderweise meist am Gaspedal aus, was, wie jeder weiss, sehr gefärhlich und/oder sehr teuer werden kann!!! Doch inzwischen habe ich mein Beruhigungsmittel gefunden. Es heisst Linkin Park hören, laut mitschreien (achtung: vorher alle Fenster schliessen) und gelöst ist das Problem. Unerklärlicherweise, verschafft mir das soviel Luft, dass die Aggressionen abpuffern, schliesslich verschwinden und ich mir ein Lächeln auf die Lippen zeichnen kann... Ist übrigens auch für andere Aggressionen anwendbar. Zum Beispiel für den Chef, wenn man wieder mal zu spät und mit einer Seelenruhe antanzt *g*

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