Soundtrack meines Lebens

  • 1. Sportfreunde Stiller - Wunderbaren Jahren

    Die Sportskameraden, die unseren Abi-Streich organisierten hatten meinen Vorschlag, diesen Song als unser Theme zu verwenden abgeschmettert. Kennt doch keiner, will doch keiner hören. Oh doch natürlich! Die großen Melodien und herrlich naiven Texte der drei Münchener begleiteten meine Freunde und mich durch einen wunderschönen Sommer 2002, wie keine andere Band. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge schauten wir abwechselnd zurück und nach vorn. Tanzen und springen, sich in den Armen liegen, drehen und glücklich sein, damals und auch heute noch immer wieder zu diesem Lied. „In all den wunderbaren Jahren In denen ich nur knapp und nur um eine Haaresspitze breit Ich war wohl noch nicht bereit Daran vorbei geschlittert bin Mit geschlossenen Augen und eingesperrtem Sinn Mit einem Herz, das wohl zu lang auf Eis gelegen hat, Oder war's die Gelegenheit, die gefehlt hat? In all den Jahren In all den wunderbaren Jahren... Oh nein, nein, nein es war'n noch scheinbar große Nächte Sie hätten unglaublich sein - können ja müssen bei uns zwein, Wir mit unseren Ideen, mit unsern Träumen, Wir haben's schon vor uns gesehen Wir haben all zu viel erhofft, doch leider nichts getan, wie so oft In all den wunderbaren Jahren...“ Als Abi-Hymne wurde am Ende übrigens Tina Turner’s „Simply the best“ ausgewählt...

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  • 2. The Clash - Spanish Bombs

    Sommer 2003. Der Zivildienst ist verrichtet, das gesparte Geld möchte ausgegeben werden. Wir entschließen uns, nach zähen Verhandlungen, in dem „berühmt-berüchtigten MegaClub auf der Partyinsel Ibiza“ einzuchecken. 10 Tage lang grillende Sonne, hyperaktive Animateure, miserable Ballermannklänge, unverschämte Preise und Menschen, die sich penisförmige Hüte aufsetzen und das wohl ausgelassen und witzig finden. Trotzdem wird die Zeit großartig, denn wir tragen das Haar offen, verweigern den Clubtanz, hören unsere mitgebrachte Musik und klauen den Schnapsleichen ihre Getränke. Man darf halt nur nicht drüber nachdenken, dass man für weniger Geld auch schon zwei Wochen Vollpension mit angenehmeren Menschen bekommen hätte... Spanish bombs, yo tequierro y finito / Yote querda, oh mi corazon…

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  • 3. The Beatles - Come Together

    Herbst 2001, Studienfahrt nach Irland. Die Straßensänger in Dublins beliebtem Kneipenviertel Temple Bar haben kein besonders großes Repertoire. The Beatles und Oasis. Kommt zusammen und schaut niemals im Zorn zurück. Tag ein, Tag aus singen sie die gleichen Songs, spielen die gleichen Akkorde, um sich ihr abendliches Guiness zu verdienen. Sie tun dies allerdings mit einer solchen Inbrunst, mit Herz und Seele, dass die unbedarften deutschen Fast-Abiturienten sich erst mal für eine ganze Weile auf den Bordstein setzen und zuhören, die einmalige Atmosphäre dieser Stadt in sich aufsaugen und niemals vergessen.

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  • 4. Starsailor - Fever

    Winter 2001. Von einem tragischen Tag auf den anderen verändert sich das Leben in meiner Familie für immer. Es war ein lebloser kalter Morgen und das so typische Grau des Jahresendes lag still über der Stadt. Als ich am Abend wieder auf mein Fahrrad stieg und das Krankenhausgelände verließ, begann es in Strömen zu regnen und James Walsh flüsterte mir ins Ohr: „There’s a fever / on the freeway....“.

  • 5. The Clash - Train In Vain

    Dein Herz liegt auf dem dreckigen Boden deines kleinen kaputten Wagens. Du hast es wieder einmal herausgeschrieen. Du wunderst dich, dass die Kassette, die du vor langer langer Zeit mit dem legendären Hymnensammelsurium „London calling“ bespielt hast, noch immer einwandfrei funktioniert, noch immer punktgenau Seele und Kehle stimuliert. Well, some things you can explain away, but the heartache’s in me till this day. Rewind. Neustart.

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  • 6. Kettcar - Volle Distanz

    Weihnachten 2002. Eine angenehm ruhige Frühschicht liegt gerade hinter mir. Ich darf früher gehen, soll mit meiner Familie das Fest genießen, den Schnee und die glitzernden Eiszapfen und überhaupt, hach wie schön diese Zeit doch sei. Aber Moment mal! Diese glitzernden Eiszapfen hängen ja nicht nur an den Vordächern und Ästen! Die Bürgersteige und Straßen, die Zäune und Geländer, die Briefkästen und Gullydeckel, die Autos und Straßenbahnschienen - alles ist mit einer fast Fingerbreiten glänzenden Eisschicht überzogen. Ein plötzlicher Eisregen hat die, schon am frühen Morgen nicht sehr rosige Straßenlage zur Katastrophe werden lassen. Wie komme ich nach Hause? Die elektronischen Anzeigetafeln der Bahnhaltestelle ersticken jede leise Hoffnung auf eine baldige Wiederaufnahme des Fahrbetriebs abrupt. „Leider“ und „bis auf weiteres“ heißt es dort wenig verheißungsvoll in gelb leuchtender Schrift. Alle dreißig Sekunden wechselt die Ansicht und der frierende Festsitzende erfährt, dass ihm die Mitarbeiter des Nahverkehrsbetriebes einen „fröhlichen Heiligabend und einen guten Rutsch“ wünschen. Danke dafür. Es hilft ja alles nichts. Um in absehbarer Zeit meine vorgeheizte Wohnung zu erreichen, muss ich mich der Gruppe von Menschen anschließen, die sich dort vorne am Sicherheitszaun, der den Fußweg von den Bahnschienen trennt, vorsichtig Richtung Süden entlang hangeln. Ein kurzer Blick auf die Akkuanzeige meines MD-Players - gut, frisch aufgeladen, wenigstens etwas. Erst am Abend zuvor hatte ich das Kettcar Album „Du und wieviel von deinen Freunden“ auf die stylish transparente Minidisc gespielt und bin nun glücklich sie, entgegen meinen Gewohnheiten heute morgen nicht vergessen zu haben. Der Eisregen beginnt langsam wieder einzusetzen, die wattierten Stöpsel ins Ohr, Kapuze tief ins Gesicht, besser beeilen. Die ersten sanften Gitarrenklänge treffen mein Trommelfell und ich bin bereit für die volle, für die ganze Distanz.

  • 7. Spandau Ballet - Gold

    Manchmal braucht man Unterstützung. Man ist in seinen eigenen Vorurteilen gefangen und merkt gar nicht was man verpasst. 80er Jahre? Bäh! was für ein Mist, eines dieser Lieder die zusammen mit den anderen „Hits“ seiner Dekade sowie dem „besten von heute“ im Radio rauf und runter gedudelt werden. So meine unwiderrufliche Meinung über Spandau Ballet und ihren Song „Gold“. Holger Kochs ist Sänger der wunderbaren Band Pale und zum Glück schert er sich nicht um die Vorurteile anderer Menschen. Zusammen mit seinen vier Mitstreitern spielt er gerade ein fabelhaftes Konzert in der Göttinger Chaiselounge, als er unvermittelt ankündigt, nun ein Stück vortragen zu wollen, dass er heute morgen im Radio gehört hat (häh?!) und das ihn immer wieder begeistert (aha?!). Die Band beginnt und mit den ersten Tönen der Coverversion schmelzen die Vorurteile dahin. 80er Jahre? Viele Austern und ab und zu auch mal eine Perle.

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  • 8. Death Cab For Cutie - A Movie Script Ending

    Der Sommer gibt sein Comeback und bäumt sich noch einmal richtig auf bevor er sich für dieses Jahr verabschieden wird. Über meinen linken Unterarm, den ich zur Imitierung des Kabriofahrergefühls aus dem Autofenster hängen lasse, krabeln sanft die Sonnenstrahlen und eine angenehme Brise verhindert unangenehme Schwitzigkeit. Gerade habe ich zum ersten mal den Schlüssel meiner eigenen Wohnung benutzt und in diesem einen Moment ist alles richtig. Ich lächele.

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Bartenders Freunde

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