Soundtrack meines Lebens

  • 1. Bright Eyes - Going For The Gold

    "they will detail their pain/in some standard refrain/they will recite their sadness/like it's some kind of contest/well if it is, I think I'm winning it/[...]/the gold medal gleams/so hang it around my neck/because I am deserving it/the champion of idiots" Ich sitze im Flugzeug nach Orlando, vier Wochen Austausch liegen vor mir und die Erwartung des Ungewissen macht mich nervös. Ich lehne mich zurück, schalte meinen Walkman an und versuche Beruhigung in meiner Musik zu finden. Vor dem Abflug hatte ich mir diese Kassette zusammengestellt, die nun aus nur noch einem funktionierenden Kopfhörer ziemlich undeutlich knarzt. Unter anderem waren auch zwei Lieder von Bright Eyes darauf, einer Band, die ich erst kurz zuvor wirklich entdeckt hatte. Gehört hatte ich schon vorher von der Formation um Conor Oberst; ich glaube eine Freundin hatte mir im Herbst 2002 von dem "neuen Kurt Cobain", wie ihn eine Musikzeitschrift wohl betitelt hatte, erzählt. Aber erst im Februar begegnete mir der Name in meiner allerersten Visons wieder. Bezeichnenderweise zierte Oberst den Titel des Magazins, dem ich, genau wie der Band, seitdem treu geblieben bin. Der Artikel machte mich neugierig und ich begann, mir die ersten Lieder anzuhören. Ich bannte "Going for the Gold" in einer ersten Begeisterung auf meine Kassette und brach auf. Nicht nur durch den Flug, sondern durch meine ganze Zeit in Florida begleitete mich diese Band und dieses Lied. In Orlando kaufte ich mir "Lifted", mein Lieblingsalbum bis heute. Die Kassette hatte ich übrigens irgendwann einer Freundin geschenkt, da sie Musik für ihr Auto brauchte und ich irgendwo noch eine aus Ermangelung eines funktionstüchtigen Walkmans längst verstaubte und vergessene Kassette rumfliegen hatte. Als ich dann vor kurzem mit ihr im Auto fuhr und sie die Musik abspielte, drang mit "Going for the Gold" auf einmal der ganze Sommer 2003 mit all seinen Erwartungen, glücklichen Augenblicken und auch Enttäuschungen wieder auf mich ein und ich war vollkommen überwältigt von dieser Wirkung. "Going for the Gold" wird mich wohl immer an diesen Abschnitt in meinem Leben erinnern.

  • 2. Jeff Buckley - Hallelujah

    "But love is not a victory march/ It's a cold and it's a broken Hallelujah" Diese Zeilen und das dazugehörige Lied verbinde ich nicht mit einem einschneidenden Erlebnis oder einem Abschnitt in meinem eigenen Leben und trotzdem hat mich selten ein Song so bewegt, wie "Hallelujah" am Ende der letzten Folge der ersten Staffel von O.C. California. Vielleicht scheint es lächerlich, die Musik zu einem Augenblick, in dem ich das Schicksal fiktiver Menschen betrauert habe, hervorzuheben, aber für mich war dies eben durch dieses Lied ein unheimlich intensiver Moment. Nach einem Marathon von fünf oder sechs Folgen hintereinander haben sich meine ganze Spannung und alle aufgestauten Gefühle, die auch durchaus nicht nur etwas mit der Serie zu tun hatten, in dieser Abschlussszene mit diesem Begleitlied entladen. Ich erinnere mich nicht, schon einmal etwas Traurigeres und Hoffnungsloseres gesehen und so hemmungslos über etwas Erfundenes geweint zu haben. Der Einsatz dieses Songs mit all seiner Melancholie, seinem traurigen Klang, der für mich auch verlorene Hoffnungen wiedergibt, an dieser Stelle ist meisterhaft und ich kann mir nicht vorstellen, dass mich ein anderes Lied ähnlich bewegt hätte.

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