Soundtrack meines Lebens

  • 1. Eric Clapton - Tears in Heaven

    Das ist die erste und einzige Baby-Geschichte meiner Eltern. Dass ich immer so laut schreien musste und sie einfach nicht wussten, wie sie mich beruhigen sollten. Bis ich einmal zufällig den Klängen von "Tears in Heaven" lauschte und augenblicklich verstummte. Somit wurde Eric C. mein Babysitter und der Erretter meiner Eltern Nerven.

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  • 2. Midnight Oil - Beds are burning

    Das ist der All-Time-Favourite meiner ganzen Familie. 1. Weil er uns an Onkel Ernst erinnert (Gott sei seiner Seele gnädig), den allerbesten Freund meines Dads, vor einigen Jahre freiwillig aus dem Leben gegangen. Und wir vermissen ihn wie irre. 2. Weil mir der Song ins Ohr ging und da nie wieder raus wollte. Ist mir recht, ich lebe sehr gut damit. 3. Weil die Cover-Version so horrend schrecklich ist, dass es einem alles abschalten muss. (Wissen Midnight Oil davon?)

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  • 3. Led Zeppelin - Stairway To Heaven

    Wieder mal ein Musik-Abend mit Papa. Das ist schon ein Highlight. Aber dann die Ansage, ich solle jetzt mal einfach nichts sagen und nur zuhören, weil, tatarata, ein Meisterstück. Ich hab die Klappe gehalten, ehrfürchtig gelauscht und mir zu den Klängen von "Stairway to Heavven" vorgestellt, wie das wohl so ist, da oben zwischen all dem Geflügel mit Bezeichnung "Engel" und so. Bis Papa meinte, dass sei wohl so ein Augenblick, den man mit in´s Grab nimmt, wenn man seinem Kind SEINEN Song vorspielt und es für diese Zeit wirklich, ausnahmsweise wirklich mal nur zuhört. Ich habe seither ziemlich oft nur zugehört. Damit er mehr mitnehmen kann, wenn es dann irgendwann mal so weit ist.

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  • 4. Jethro Tull - Weathercock

    Man sagt, alles, nur nicht so werden wie seine Eltern. In einem Punkt bin ich mir aber schon sicher, dass das in meinem Fall nicht stimmt: die Sammel-Leidenschaft meines Dads was Schallplatten angeht, die ist unübertroffen, denke ich. Und ich bin eben genau so. Und Dad meinte, Mensch, wenn ich mal nicht mehr bin, dann werden all meine Platten im Nirvana verschwinden und all die Mühe umsonst. Er weiß, dass das nicht stimmt, aber er sagte es. Ich habe geantwortet, dass er ein Idiot ist und er endlich Musik machen soll. Am besten einen seiner Oldies. Jethro Tull ist´s geworden. Mit jenem Lied. Und ich musste noch mindestens vier Mal hoch und heilig versprechen, dass ich nicht auch nur eine unserer Platten hergebe.

  • 5. Radiohead - Karma Police

    Ich war verliebt, ganz mächtig. Zum ersten Mal richtig, dachte ich. Heute bin ich mir sicher. Keine Spielchen mehr. Ich wollte IHN. Er aber mich nicht. Statt dessen hat er mir Alben von Radiohead geschenkt. Unter anderem "OK Computer". Die hatte dann natürlich Dauerschicht in meinem Player und ich konnte abschließen. Mit IHM. Der Song läuft aber immer noch.

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  • 6. Johnny Depp - Caravan

    Folgendes Szenario: Ein heißer Sommertag ist zu Ende, die Sonne geht langsam unter, auf dem See spiegeln sich die herrlichsten Farben, das Lagerfeuer prasselt, die Freunde haben den ganzen Abend gelacht, jetzt werden sie müde und ein wenig leiser. Es kann eigentlich gar nicht schöner werden, aber dann kam dieses Lied und da ist es passiert: Ich war wirklich und zu hundert Prozent mit mir und der Welt zufrieden.

  • 7. Thomas Newman - Any Other Name

    Es gibt Tage, da will man nicht mehr. es ist einfach aus. Alles steht, nur die Zeit nicht, und dann hat man das Gefühl, dass man einfach nie wieder aufstehen kann. Es gibt diese Tage sehr oft. und weil ich weiß, dass ich nicht allzu lange stehenbleiben darf, weil mir sonst mein Leben davonläuft, habe ich mir einen Ausweg gesucht. ein Lied, so zart und leise. Und ich kann wieder atmen.

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  • 8. 3 Doors Down - Duck And Run

    Ich habe einen wichtigen Moment vor mir. Ich muss mein Bestes geben. Ich muss gut sein. Ich bin nervös. Und alles läuft schief. Damit kann ich leben. Nicht aber mit dem dämlichen, arroganten Blick meines Lehrkörpers, dieser bloden Tussi, die 15 cm - Hacken braucht, um sich als Mensch zu fühlen und 18 kg Gepäck nach london mitnimmt. Für eine Woche. Drei Beautycase inklusive, natürlich. "Na ja, das war aber dann nichts, aber gut, ist ja nicht mein Problem, du hättest dich vorbereiten sollen, nicht ich." bla bla bla. Ich habe mich vorbereitet, drei Wochen lang. Es soll aber vorkommen, dass einem ein gesicht alles verdirbt. Ein Gesicht, das sagt, nun, streng dich an, aber mach dir nur ja keine Hoffnungen, denn es wird nicht reichen. Und dann zuhause: "Tell me why it costs so much to live, tell me why! This world can turn me down, but I won´t turn away and I won´t duck and run, ´cause I´m not built that way. When everything is gone there is nothing there to fear. This world can´t bring me down, ´cause I´m already here..." Dann geht´s wieder. Auf ein Neues also.

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  • 9. Suzanne Vega - Song Of Sand

    Ich war am Meer, ich war traurig, weil ich ganz alleine am Strand war und niemand sehen konnte, wie schön die Sonne untergeht. Es war auch gaaanz still. Zu still. Also hab ich gesungen. "What sound would be in the air now if sand waves were sound waves...." Nie vergess´ ich das.

  • 10. Portishead - Roads

    31. 12..... fünf Sekunden vor Mitternacht.... wir stehen alle mitten im Nirgendwo, es ist saukalt und ich spüre meine Finger nicht mehr.... die ersten Raketen rauschen in den glasklaren Nachthimmel.... man reicht mir ein Glas Sekt.... ein Freund öffnet die Autotür, nur ganz kurz.... ich höre ein Lied, es ist wunderschön.... er macht die Autotür wieder zu.... es ist Punkt Mitternacht.... es wird ziemlich laut.... ich mach die Autotür wieder auf und sehe, dass eine Freundin schon im Auto sitzt und friert.... ich drücke die Rewind-Taste des CD-Players und da ist es wieder..... Roads. Auf ewig.

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  • 11. Tori Amos - Bells For Her

    Mama mochte Tori immer schon, ich konnte damit irgendwie nichts anfangen. War mir wohl zu schrill oder so. Aber dann die Erleuchtung. "Can´t stop what´s coming, can´t stop what is on it´s way... there is nothing we cannot ever fix, I said..... can´t stop what´s comming, he can´t stop what´s comming, can´t stop what´s on his way.... she seems to be sand under his shoes, there is nothing I can do ....." Es gibt solche Momente, da weiß man, dass irgendwie alle Menschen exakt den selben Sch*** mitmachen, egal wer er ist und wo er daheim ist, und das tut dann richtig gut. Seither habe ich auch den Rest des Universums Amos entdeckt und lieben gelernt. Weil ihre Stimme einfach die eines Engels ist. Und nun der Knicks.

  • 12. Lamb - Gabriel

    ER ist wieder da, noch heftiger als damals. Es könnte so schön sein, wir könnten einfach nur glücklich sein, aber etwas auf dieser Welt scheint das unbedingt verhindern zu wollen. Ich warte mittlerweile eineinhalb Jahre und habe in dieser Zeit das ständige „Warum?“ gedreht und gewendet, es macht trotzdem keinen Sinn. Noch nicht. Bis ich dahinter gekommen bin, was denn das nun bringen soll, dass das Leben und/oder ER mich so quälen, hilft „Gabriel“ ein wenig über die Runden.

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  • 13. Lifehouse - Trying

    Ich hatte einen Kumpel in Helsinki, mit dem ich per Email kommunizierte und der mir in den bis dahin schwersten Phasen meines noch sehr jungen Lebens ziemlich oft geholfen hat. Wir haben geredet, über Gott und die Welt, meistens hat´s geholfen, manchmal nicht, aber es war schon gut darüber zu reden, was nicht alles schief läuft. Eines Tages hab ich ihn dann besucht, weil ich mir dachte, dass ich ihm das schulde. Es waren nette, aber auch sehr seltsame Tage. Irgendwas stimmte nicht, wir konnten kein Wort mehr sagen. Nichts, wir standen da wie neugeboren und hatten Mühe zu atmen. Also machte er Musik. Auf dem Heimweg, ich war gerade auf der Fähre von Schweden nach Dänemark, realisierte ich wohl dann zum ersten Mal, dass wir einander zu nahe gekommen waren. Ich erinnerte mich an die Musik. "Honesty is a hard attribute to find when we all wanna seem like we’ve got it all figured out. Let me be the first to say that I don't have a clue, I don’t have all the answers, ain't gonna pretend like I do..." und "Well, I haven't got it all figured out quite yet, but even if it takes my whole life to get to where I need to be and if I should fall to the bottom of the end, I'll be one step back to you and trying... to find my way" Es gibt Dinge, die kann man besser nicht sagen. Ich hab mir das Album "No Name Face" keine drei Minuten später noch auf der Fähre gekauft, weil das zufällig in so einem Ausverkauf-Korb lag. Natürlich nur für mich. Ungelogen. Dann konnte ich endlich nachhause. Von meinem Freund Mikko hab ich kein Wort mehr gehört.

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  • 14. Laurie Anderson - One White Whale

    Ich sitze in meinem Zimmer und schreibe, aber ich finde keine Worte. Ich mache Musik, irgendetwas, mein iPod ist auf Shuffle. Musik. Aber was für eine, hypnotisierend. "How to find you, maybe by your singing A weird trail of notes in the water One white whale in all these oceans One white whale Slipping through the nets of silence Under polar Ice-Caps miles down You leave your echoes in the water One white whale in all these oceans One white whale." Und ich kann schreiben. Endlich wieder.

  • 15. Paul Simon - Sunday Afternoon

    Es wird Herbst, die Blätter fallen zu Boden. Ich mag den Herbst und auch den Nebel und den Regen und die sich langsam anschleichende Kälte, ich finde das schön. Meistens. Manchmal aber auch nicht. Zum Beispiel, wenn meine Füße kalt sind und trotz Omas Wollsocken nicht warm werden wollen. Oder wenn ich wieder mal tagelang mit keiner Menschenseele gesprochen habe, weil alle muffeln und ich lieber bis tief in die Nacht ungestört auf meinem iBook schreibe, als mich volljammern zu lassen. Und dann ist dieses Lied wie zarte Bitterschokolade für die geschundene und vereinsamte Seele .... Zitat: "... On such days I find I am longing for Puerto Rico, though I would never return until you´re free ..."

  • 16. Gianmaria Testa - Na Stella

    Manchmal geschehen Dinge, da möchte einem das Herz stehen bleiben. Ich sitze im Zug, alles um mich herum ist dunkel und ruhig, es fällt kein Wort. Die letzten Wochen waren kaum zu ertragen, ich habe mich selbst nicht ausgehalten, war voller Unruhe und wusste die Ursache nicht. Dann die Fahrt ins Nichts. Stille. Ich denke an gar nichts und werde endlich ruhig. Mein Herz rastet. Und hört zu. Dem wunderschönen Klang des Lebens, den alles andere übertönt hatte. Und dann Gianmaria Testa, mit einem der wohl schönsten Lieder überhaupt. Manchmal ist man sich sicher, dass es einem nicht besser gehen kann. Und wird immer wieder überrascht. Schön.

  • 17. Juli - Geile Zeit

    Was kann es Schlimmeres geben als festzustellen, dass einem die Zeit davon gelaufen ist? Ich bin 21 Jahre alt. Ich habe Pläne gemacht, seit ich fünfzehn bin, immer wieder neue Pläne. Ich werde ein Pferd haben. Ich werde nach Irland fahren. Ich werde lernen, wie man Gitarre spielt. usw. Jetzt steh ich da. Ich hab kein Pferd, Irland ist immer noch verdammt weit weg und die Gitarre hab ich zurückgegeben. Was bleibt ist das Gefühl nur älter geworden, aber nicht weitergekommen zu sein.

  • 18. Benicio del Toro - Shake, Rattle And Roll

    Man sitzt zusammen, Alejandro (González Iñárritu), Gustavo (Santaolalla), Anibal (Kerpel) und Benicio (del Toro). Vier sehr musikalische Männer in Memphis. Sie trinken Wein, Rum, Whiskey und Tequila. Bald sind es vier betrunkene Männer und ein Song. Shake, Rattle and Roll. Die Geister von Jerry Lee Lewis, Carl Perkins, Johnny Cash und Elvis werden lebending. Benicio spricht. Alejandro, Anibal und Gustavo hören zu. Shake, Rattle and Roll. I´m like a one-eye-cat, peeping in a sea-food-store. Alejandro sagt, das nehmen wir auf. Gustavo sagt, auf jeden Fall, klingt wie der gute alte Johnny Cash in Kooperation mit Marlon Brando. Anibal sagt, unheimlich. Benicio sagt Shake Rattle and Roll... flip, flop and fly - don´t care if I die, I won´t ever leave, don´t ever say good-bye... Das passiert. Und es klingt noch viel unglaublicher, als es sich liest. Versprochen.

  • 19. Dave Matthews - Some Devil

    Man sieht einen Film. 21 Gramm. Und denkt noch drei Wochen später darüber nach. Ist selten genug, aber dann passieren noch ander Dinge. Fragen, die gestellt wurden, werden nicht beantwortet, werfen nur neue Fragen auf. Immer noch wichtigere, noch essenziellere Fragen. So eine Zeit braucht auch einen Soundtrack. "... Too drunk and still drinking It's just the way I feel It's alright Is what you told me Cause what we had was so beautiful Feel heavy like floating At the bottom of the sea You said always and forever Now I believe you baby You said always and forever Is such a long and lonely time ..." Manches wird nicht besser, wenn man länger darüber nachdenkt. Es wird vielleicht, wenn man Glück hat, ein wenig beschreibbarer.

  • 20. Eels - Somebody Loves You

    Es gibt Songs, da weißt du, das alles irgendwann gut wird. Bei dem hier seh ich mich selbst im Auto als Beifahrer neben meinem Herzbuben, wir fahren die Straßen entlang, frei von Sorgen und ohne Ziel, ich lasse meine Hand im Wind Flugzeug spielen. In Wahrheit bin ich zuhause und habe kein Auto, dass mich auf die nie endende Straße bringen würde. Aber eine gute Freundin, die das für mich macht. Die mich auch mal zu meinem in Wahrheit ahnungslosen Herzbuben bringt, wenn ich es ohne ihn einfach nicht mehr aushalte. "Somebody loves you and you gonna make it through ..."

  • 21. bush - Letting The Cables Sleep

    Zum ersten Mal alleine weggefahren. In Dresden in der Boofe eine gemütliche Unterkunft gefunden. Trotzdem das Gefühl von allumfassender Fremde. Selbst das Cola aus der Dose schmeckt anders. Nur ein Wunsch: einen Moment Ruhe. Unten, am Tisch im Eck in der Auslage, der Blick auf die leere Straße. Letting the cables sleep. Ein Mann mit Aktentasche geht vorbei. Lächelt kurz. Ein stiller Morgengruß. Zum Mitnehmen, für später und schlechtere Tage.

  • 22. James Newton Howard - What Are You Asking Me?

    "Immer wollen die Menschen, dass ich spreche! Immerzu, warum nur, ich spreche wenn ich etwas zu sagen habe, warum kannst du nicht aufhören zu sagen, was du dir denkst?" Nach diesen Momenten auf der Veranda, wo solche Sätze möglich sind, nicht lächerlich erscheinen, nach diesen Momenten sucht man vielleicht ein Leben lang. Und wenn man sie schon in der eigenen Wirklichkeit nicht finden kann, dann ist es umso schöner, wenn sie jemand erfindet und einem schenkt. "Was für einen Sinn hat es, wenn ich sage, dass ich ebenso viel Angst habe wie alle anderen, was für einen Sinn hat es, wenn ich dir sage, dass ich noch nie jemanden so beschützen wollte wie dich? Und ja, ich werde in unserer Hochzeitsnacht mit dir tanzen."

  • 23. Nightwish - Dead Boy's Poem

    "So much to live for, so much to die for, if only my heart had a home ..." Ich bin froh kein Hellseher zu sein. Denn es gibt Dinge, von denen ich nie etwas wissen wollen würde, könnte ich es mir aussuchen. Ein ganzes Jahr lang das Gefühl eine Spielfigur zu sein, kosmische Schachzüge von Schwarz auf Weiß -- bis es kracht. "Sing what you can`t say, forget what you can`t play ..." Ich glaube alles richtig gemacht zu haben. Wirklich. Deswegen machen mir Veränderungen nichts aus. Sie könnten nur einen Gang zurückschalten, das wäre nett. "If you read this line, remember not the hand that wrote it, remember only the verse, songemaker's cry, the one without tears ..." [Dank an Tuomas Holopainen]

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    04.06.2018, 13:53 von vishal23
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