Soundtrack meines Lebens

  • 1. Guns N' Roses - November Rain

    Es war eine schöne sternenklare Nacht. Warm, perfekt für eine Gartenfeier. Tatsächlich war die Party aber ziemlich mau, auch weil sich die Gäste nicht über die Musik einigen konnten. Egal. Irgendwann lief plötzlich November Rain. Ich stand im Garten herum, träumte vor mich hin, während ich in die Sterne starrte. Sie stand nicht weit von mir, tat das gleiche. Und plötzlich drückte jemand auf stop. Wir kamen zurück aus den Sternen, regten uns furchtbar auf, erfolglos. Nicht allzu lange später wurde sie meine Freundin (wenn auch nur kurz).

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  • 2. Eric Clapton - Tears in Heaven

    Ein 13. Geburtstag. Nicht meiner. Die Gastgeberin ist die Ex-Freundin eines Freundes von mir. Sie ist anbetungswürdig hübsch. Sehr nett noch dazu. Wir sitzen herum. Das Zimmer ist nicht groß, die Feier ist überschaubar. Ich finde sie interessant. Sie mich offenbar auch. ER sitzt uns gegenüber, wie ein Häuflein Elend. Als ich gehe, küsse ich Sie auf der Treppe. Zwei Wochen später entdeckt sie, dass es ein Missverständnis war. Ich brauche Jahre, um das zu akzeptieren. Heute kann ich darüber lachen. Sie ist meine beste Freundin.

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  • 3. Mike Oldfield - Five Miles Out

    Es war eine orangene Kassette. Eine alte orangene Kassette. Sie begleitete uns auf jedem USA-Urlaub. Meine Eltern waren reiseverrückt, ich kam viel herum. Die orangene Kassette kam immer mit. Sobald wir losfuhren sprang auch die Kassette an. Und dann kam Mike Oldfield aus den Lautsprechern. Und wenn ich heute einen Song von Mike Oldfield höre, sehe ich unvermittelt eine kerzengerade Straße vor mir, die die Steppe Nevadas durchschneidet, soweit das Auge reicht. Ein Gefühl von Freiheit. Ich höre gerne Mike Oldfield.

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  • 4. Wizo - Kopfschuss

    Mein Bruder war Manager einer lokalen Punkband namens Fehlstart. Eines Tages gelang es ihm, die Legende Wizo zu uns in die Burg zu holen. Ein toller Coup! Kopfschuss war die B-Seite der Single "All that she wants", die sie an dem Tag erstmals präsentierten. Durchs beschauliche Burgthann zogen grüppchenweise Punker mit gefärbten Haaren, abenteuerliche Iros, absonderlichen Klamotten. Ich selbst war damals entzückende 14 Jährchen jung, und fand das sehr spannend. Ich durfte mithelfen, aber das größte: die Band übernachtete bei uns. Ehrlich gesagt hab ich davon nicht viel mitbekommen. Als sie nachts aus der Kneipe zurückkamen, schlief ich schon. Aber beim Frühstück entpuppten sich die für mich damals sehr respekteinflößenden Punkstars als ganz umgängliche Menschen. Allerdings hatten wir plötzlich einen blauen Fleck auf unserem Ausziehsofa. Axel, der Sänger, hatte sich die Haare frisch gefärbt. Das Sofa ist übrigens mittlerweile in kleine Teile zerstückelt und entsorgt worden. Der blaue Fleck war eh längst weg...

  • 5. Creedence Clearwater Revival - Bad Moon Rising

    Im Plattenschrank meines Vaters stand unter anderem "Chronicles" von CCR. Als ich noch klein war, hörte er die Platte dauernd. Wohl eine Reminiszenz an seine Jugend. Ich konnte sie nur aus dem Bett mithören, eigentlich sollte ich dann schon schlafen. Ich hörte aus dem Wohnzimmer Hits wie Proud Mary dumpf in mein Zimmer herüberschallen. Kurz vor dem Einschlafen kam dann irgendwann auch Bad Moon Rising. Das Lied gefiel mir. Ich versuchte immer, nicht vorher einzuschlafen. Mein Vater hat diese Platte nicht mehr. Er weiß es nicht, aber sie steckt seit einigen Jahren in meiner Plattentasche.

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  • 6. Gentleman - Dem Gone

    Er war ein Hitzkopf. Zwar war er der Kapitän meiner Fußballmannschaft, aber nicht weil er so ein besonnener Kerl war. Aber er hatte sich verändert - zum Positiven. In den Jahren zuvor wurde er langsam zu einem Menschen, der lernte, was Verantwortung bedeutete. Und nun standen wir hier. Sein Twingo hatte keine Chance gegen den LKW, in den er hineingerauscht war. Dem Gone kam aus den Lautsprechern, wir kämpften mit unseren Tränen, und nahmen alle Abschied. Wenn heute Dem Gone gespielt wird, schmerzt es sehr. Sein Name hätte noch nicht auf einen Grabstein gehört.

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