Soundtrack meines Lebens

  • 1. Radiohead - KID A

    Als ich diese Platte zum ersten Mal hörte, war ich auf einiges gefasst, nicht jedoch auf das, was ich dann hörte. Man war von Radiohead einfach Allerfeinstes gewöhnt, aber diese Musik, inspiriert von deutschen Elektronik-Künstlern, verwöhnte auf eine nie da gewesene Art und Weise meine Ohren: Hektischer, fragiler Beat, verzerrter Gesang, ein genialer Basslauf und dann die Stelle gegen Ende des Stücks, wenn diese Synthie-Fläche ihren Raum einnimmt... bekomme sogar beim Schreiben dieser Zeilen eine Gänsehaut. Muss ich mindestens dreimal die Woche hören. Gerade jetzt, wo meine Freundin mich verlassen hat. Das Stück macht einen irgendwie traurig, mündet aber in einem musikalischem Sonnenaufgang, der verspricht: Alles wird gut.

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  • 2. Motorpsycho - Un Chien D`Espace

    Auch wenn die letzten Alben deutlich in Richtung astreinen Alternative-Pops gingen, bleiben Motorpsycho für mich auf immer die Meister der Verdichtung und der schier orgiastischen Steigerung. In Songs, die ganz gerne mal die 10 Minuten deutlich überschreiten, bieten sie all das, wofür ich auch Künstler wie Sigur Rós, Godspeed You Black Emperor oder Mogwai liebe: Viel Zeit, um völlige Kraft zu entfesseln. Wall of sound. Als ich das Stück auf einem Konzert in der Schweiz im Jahr 2000 zum ersten Mal live hörte, wurde dieses von der Band auf eine Runde dreiviertel Stunde Spielzeit gedehnt. Ohne jedoch auch nur eine Sekunde langweilig zu werden. Die Klimax des Stücks war dann die völlige Erlösung, und ja, es war besser als Sex.

  • 3. Aphex Twin - Come To Daddy

    Dieses Stück hörte ich zum ersten Mal, als ich des Nachts völlig dicht gekifft auf meiner Couch in einer Wohnung am Arsch der Welt festsaß. Es lief MTV und plötzlich kam dieses von der ersten Sekunde an äußerst beunruhigende Video. Ich konnte gar nicht anders, als dran bleiben. Und was soll ich sagen: Bekam prompt einen Albtraum von dem Scheiß. Was der Qualität des Stücks jedoch keinen Abbruch tut. Im Gegenteil. Lege das Teil immer auf, wenn ich stinkig bin oder meine Nachbarin mich von oben mit alten Metallica-Platten nervt und zu allem Überfluß auch noch schrecklichst mitträllert...

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  • 4. Pulp - Common People

    Die Initialzündung, diese Band zu lieben und zu verehren. Es gibt wohl kaum einen anderen Sänger auf der Welt, der auf so unnachahmliche Weise seine Geschichten erzählt. Jede Zeile ein Gedicht, gespickt mit Wortwitz und Ironie. Vieles davon ist einfach nur versaut und animiert irgendwie zum Geschlechtsverkehr. Mag ich gerne.

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  • 5. Helmet - In The Meantime

    Thinking mans Metal Band. Das Album Meantime begleitet mich nun seit 10 Jahren und das Titelstück hat nach wie vor das geilste Riff ever. Nicht dieser True Metal – Brusthaardünger, sondern ein mathematisch absolut präzises Stakkato. Ich liebe Bands, die keine Gitarrensolos spielen! Auf einem Konzert in Pratteln, kurz vor der Auflösung der Band, ging diese Präzision leider auch mit einer gewissen Seelenlosigkeit der musikalischen Darbietung einher. Soul und Funk erwartet man jedoch eh weniger von Metal, weswegen ich mir den eine Woche später bei Maceo Parker abholte.

  • 6. Richard Ashcroft - I Get My Beat

    Schon Oasis verneigten sich mit ihrem Stück Cast No Shadow vor dem Genie des Herrn Ashcroft. Was bei den Platten von The Verve bereits deutlich anklang, fand seine Erfüllung im Soloalbum Alone With Everybody: Der Mann hat es! „ I gotta hear the sound of the morning song as the light plays with your hair. I´m blowing smoke and I feel so damn fine that I know you care.” Selbst in meiner Trennungsphase gibt mir dieses Bild die Kraft, an eine neue Beziehung zu glauben. Und das ist sehr wichtig. Verdammt, was würde ich eigentlich ohne Musik machen!?

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  • 7. Tosca - Doris Dub

    Erinnert mich immer an den Sommer, in dem ich im Stadtteil Wiehre in Freiburg gewohnt habe. Begleitete mich immer auf meinem Weg zur Liegewiese, wo man dann mit Freunden herum lag, Löcher in den Himmel starrte, Joints rauchte, Bier trank und davon und dem Summen und Flirren der sommerlichen Luft ganz träge wurde. Dieses Bild und die Melancholie der Musik lassen mich bis heute immer ganz sentimental werden. Was warst du damals für ein Mensch? Was hast du dir gewünscht? Was davon hat sich erfüllt?

  • 8. Astrud Gilberto & Walter Wanderley - It´s A Lovely Day Today

    Der Name ist Programm. Die wohl schönste Gesangsstimme aller Zeiten und der beste Hammond-Organist dieser Zeit trafen sich im Jahr 1966, 9 Jahre vor meiner Geburt, um dieses Stück aufzunehmen... was mir heute den Tag versüßt und jede sommerliche Mix-CD abrundet: „It´s a lovely day today and whatever you´re ´bout to do, I be so happy to be doing it with you.“

  • 9. Tetsu Inoue - Smile

    Beschließt das Album World Receiver. Beschließt auch diesen Text. Tetsu Inoue macht das, was man wohl landläufig Ambient nennt. Nicht mit Meeresrauschen und langweilenden Walgesängen, sondern mit Bleeps, Clicks und allerlei nervenzehrenden Störgeräuschen. Das besondere ist jedoch, dass die Stücke immer in einer minimalistischen aber atemberaubend schönen Melodie ihre Auflösung finden. Ein Freund meinte einmal, dass diese Musik so schön ist, das sie ihren Weg wohl auch in sein Bewusstsein finden würde, wenn er im Koma läge. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer folgendem: Ich erwarte den Tag, an dem meine Gefühle und die Stimmung dieser Musik deckungsgleich sein werden. Dann werde ich Frieden gefunden haben.

  • 10. The Hives - Walk Idiot Walk

    Schmissiger gehts halt kaum noch. Optimal um mit Bier in der Hand etwas planlos durch die Gegend zu streunen. Da macht der Titel auch richtig Sinn...

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  • 11. Ulrich Schnauss - Never Be the Same

    Über Ulrich Schnauss kann ich eigentlich nur Gutes sagen und alle meine Lieblingsstücke von ihm hier aufzuzählen würde aus dieser Rubrik eine reine Schnauss-Rubrik machen. Bemerkenswert finde ich die Tatsache, das mich seine Platten immer in Phasen meines Lebens erreicht haben, in denen ich sie förmlich gebraucht habe. Die jüngste Platte macht da keine Ausnahme und diese Stelle im Titelstück bei 3:12min... never be the same, so ist es und so wird es sein.

  • 12. Ulrich Schnauss - Stars

    Hamburg, U-Bahn Linie 3, der Soundtrack für diese Stadt, für dieses Gefühl, für das einfach Losziehen und schon irgendwo ankommen, wo es mir gefällt.

  • 13. Keren Ann - Liberty

    Muss bei dieser Stimme und bei der Atmosphäre des Stücks immer an die seeligen Mazzy Star denken. Viel schöner, wärmer und tröstlicher als dieses Lied kann Musik eigentlich kaum klingen.

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