Soundtrack meines Lebens

  • 1. Natalie Imbruglia - Torn

    Gegen Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts trafen sich zwei gute Freunde von mir mit ihren Geliebten, um eine Nacht voller körperlicher Freuden zu erleben. Man legte "Torn" auf, man verzog sich in die Zimmer und man vollzog auf mehrere Weisen und ausdauernd den Beischlaf. Mein lieber Freund G. hatte den CD-Player allerdings auf "Repeat One" gestellt, so dass die ganze Nacht lang Frau Imbruglias Stimme aus den Lautsprechern dröhnte: Acht Stunden Sex auf "Torn". Ich bin schwer begeistert!

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  • 2. Reamonn - Supergirl

    Viele Jahre bin ich im Freiburger ELPI verkehrt, eine nette Kellerkneipe mit einem sehr heterogenen Publikum und zumeist auch guter Musik. Ich traf dort des öfteren auf Phil, den Bassisten von Reamonn, nur kannte die Band damals noch keiner. Die Jungs hatten ihren Plattenvertrag zwar schon unterschrieben, aber die Platte war noch nicht erschienen. Trotzdem lief täglich die Demoversion von "Supergirl", und in einer Bierlaune wettete ich mit Phil, daß der Song in den Top Ten landen werde. Ich habe die Wette gewonnen, Phil schuldet mir noch heute einen Kasten Bier.

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  • 3. Pink Floyd - Wish you were here

    Im August 1993 lernte ich während meines ersten Zivi-Lehrgangs in Wernau bei Stuttgart einen jungen Menschen namens Achim kennen, der mich seither treu durch mein Leben mit allen Höhen und Tiefen begleitet. Leider sind wir räumlich sehr weit voneinander getrennt, so daß die wenigen Besuche, die wir einander abgestattet haben und abstatten, die Goldnuggets im Sand meines Lebens darstellen. Ich erinnere mich an Achims Geburtstagsparty (die mit Rüdi!), als wir des nachts und wieder einmal schwer enttäuscht vom weiblichen Geschlecht auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel in der Nähe von Bartholomä (Schwaben) unsere Unabhängigkeit von der Weiberei skandierten, dies mit einem großen Schluck Southern Comfort bestätigten und "Wish you were here" grölten. Schön war's! Und mit den Frauen ist heute auch wieder alles in Ordnung!

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  • 4. Klaus Lage - Wieder Zuhaus

    Viele Jahre bin ich regelmäßig von Freiburg-St. Georgen, wo ich wohnte, studierte und arbeitete, in mein geliebtes Heimatdorf Herten (Baden) gefahren, um alte Freunde und Verwandte (Eltern, Großeltern etc.) zu besuchen. Ich legte an der Ortseinfahrt nach Degerfelden immer wieder eine alte Kassette (das waren früher mal Tonträger, so was wie eine CD, nur schlechter) in das Abspielgerät im Auto, was dazu führte, daß immer wieder direkt an der Ortsgrenze Degerfelden-Herten der Refrain "Ich bin wieder zuhaus" ertönte. Das Lied erzählt die Geschichte eines "verlorenen Sohnes", der nach Hause zurückkommt und feststellt, daß sich seit seinem Weggang nicht wirklich viel verändert hat - zumindest nicht an der Attitüde der Dorfbewohner. Klaus Lage beschreibt eine sehr zerrüttete Beziehung zu seiner Kindheit und Jugend. Jahre später, ich weiß wirklich nicht mehr, wann es war, erwischte ich mich dabei, wie ich an der Ortseinfahrt nach Freiburg-St. Georgen "Wieder zuhaus" vor mich hersummte. Das verursachte ein Lächeln in mir. Diesen Moment werde ich nicht vergessen: Endlich hatte ich mich von Herten gelöst! Es dauert eben eine Weile, bis man sich an einem neuen Ort unbeliebt gemacht und neue Feinde gefunden hat. Aber irgendwann kommt dieser Punkt. Und dann ist man eben wieder zuhaus...

  • 5. Wise Guys - Verlieben, Verloren,...

    An einem lauen Abend gab es ein Live-Konzert der Wise Guys im Fernseh, das meine Lebensgefährtin und ich uns eher zufällig antaten. Die Musik und vor allem die Präsentation der Kölner gefiel uns sehr, so daß ich mir tags drauf eine Live-CD der Kollegen kaufte (das machte man damals noch so, CDs wurden GEKAUFT!). Ich nahm diese CD mit in den Urlaub nach Cannobio/Italien, wo wir sie rauf- und runterdudeln ließen. Besonders die Wolfgang Petry-Parodie "Verlieben, verloren,..." hat es mir angetan. Es enttarnt die Dummheit W. Petrys auf so zauberhafte Weise, daß es eine Freude ist. Die Anmoderation ist allerdings um Längen besser als der eigentliche Song.

  • 6. Die Kolibris - Hände Zum Himmel

    Dieses Lied kennt ja jeder, oder nicht?! Ein eben so simpler wie dummer Song, der aber auf keiner Fasnachts- oder Faschingsveranstaltung fehlen darf. Vor zwei Jahren traf man in den weit fortgeschrittenen Nachtstunden des Rosenmontags auf einen sehr angetrunkenen Herrn, der über alle Maßen erschöpft auf einem Stuhl in der Ecke einer Kneipe saß und nur noch drei Worte lallen konnte: "Hände. Himmel. Fröhlich." Das war alles. Mehr ging nicht mehr. Ich könnt' mich heute noch über den Kerl kaputtlachen. Leider kenne ich diese Geschichte nur aus Erzählungen, denn der sehr betrunkene Mann war natürlich ich!

  • 7. Simon & Garfunkel - The Sound Of Silence

    Während der Zeit, als ich noch ein extrem frommer und gläubiger Christ war und regelmäßig den Jugendkreis unserer Gemeinde besuchte, sangen wir auch des öfteren "The Sound of Silence". Wir taten dies natürlich sehr schlecht. Da ich mich schon immer sehr für Texte und Gedichte interessiert habe und des Englischen durchaus mächtig war und bin, knallten mir die Zeilen von Simon & Garfunkel ganz gewaltig ins Hirn. Die Phrase "The words of the prophets are written on the subway walls and tenement halls" - völlig aus dem Zusammenhang des Songs gerissen - fasziniert mich heute noch mehr als damals. Mir gefällt der Gedanke einfach, daß zwischen den zerstörerischen Tags und den lieblos hingeknallten Graffitis, daß zwischen Klosprüchen und Fahrstuhlritzereien tatsächlich die eine oder andere überraschende Idee auftaucht. Eine meiner liebsten: Wenn man auf der Herrentoilette im ELPI in Freiburg auf der Schüssel saß, war genau auf Augenhöhe an der Tür zwischen dem üblichen Blödsinn sehr unscheinbar zu lesen: "Was würde deine Mutter dazu sagen?" Ich finde das durchaus belustigend!

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  • 8. Alan Parsons Project - The Raven

    Während eines Schulausflugs gegen Ende der Achtziger habe ich mir in Basel die 1987-Edition von "Tales of Mystery and Imagination" auf Vinyl zugelegt. Alan Parsons Project hatten mich vorher schon sehr begeistert, und dieses Album kannte ich nicht. Zuhause setzte ich mich mit Freude damit auseinander und lernte viel über Edgar Allen Poe, dem und dessen Werk diese LP gewidmet ist. Also kaufte ich mir auch einige Bücher von Poe, die ich mit Staunen und vielen fragenden Blicken verschlang. Mir gefiel dieser "fächerübergreifende" Umgang von APP mit Poe: Aus einem Gedicht wird eine Geschichte, aus einer Geschichte ein Lied, aus einem Lied ein Film usw. Als es ein bißchen später um die Berufswahl ging, wollte ich mich unbedingt mit Sprache und Literatur beschäftigen. Das "Tales"-Album und "Owen Meany" von John Irving waren für meine Entscheidung grundlegend.

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  • 9. Camouflage - Love Is A Shield

    Sommerferien zu Schulzeiten, ein Traum! Sechs Wochen lang bin ich jeden Tag gegen morgens halb elf ins Freibad eingelaufen, legte mein Handtuch auf meinen Stammplatz und haute mir die Stöpsel meines Walkmans in die Ohren. Nicht nur ich, nein, meine sämtlichen Freunde und Bekannte saßen auf der Wiese, glotzten den Mädels hinterher und ließen uns zududeln. Sechs Wochen lang. Jeden Tag! "Love is a shield" war nur einer der zahlreichen Songs dieses Sommers, aber ich erinnere mich heute noch an diese unglaubliche Freiheit. Und noch heute spüre ich ein dezentes Geruchsgemisch aus Chlor und Sonnencreme in meiner Nase, wenn ich dieses Lied höre.

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  • 10. tocotronic - Freiburg

    Zehn Jahre habe ich in Freiburg gelebt. Ich habe die Stadt zu hassen gelernt. Ich verachte Freiburg. Der Text bringt diese Stadt komplett auf den Punkt: Fahrradfahrer, Backgammonspieler, Tanztheater. Darum geht's in Freiburg. Vielleicht noch ein bißchen um den Sportclub und Solaranlagen, aber dann ist auch gut. Ich möchte so schnell wie möglich wieder hin!

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