Soundtrack meines Lebens

  • 1. Freundeskreis - A-N-N-A

    Es gibt Menschen, die man vom ersten Augenblick an sieht, und dabei sofort spürt dass man sich einfach begegnen musste, weil das Leben einfach auf diese Begegnung gewartet hatte. So war es bei Christina und mir, zumindest würde ich das aus heutiger Sicht so beschreiben. Wir sind uns damals in der 1. Klasse (aus schulischer und nicht zugtechnischer Sicht) begegnet und wurden einfach beste Freunde. Und von da an haben wir eigentlich so ziemlich alles miteinander erlebt und geteilt. Von „zum ersten mal verknallt sein – in der Grundschulzettelschreibgeneration“(oh, wie war das aufregend) über pubertäre Auflehnungen gegen die Eltern, der 1. richtige Liebeskummer, stundenlangen Telefongesprächen, obwohl man sich doch in der Schule gesehen hatte und dort schon alles wissenswertes ausgetauscht hatte, (wodurch wir unsere Eltern teilweise zum Wahnsinn – und unsere Telefonrechnung in die Höhe getrieben haben), Nachtwanderungen und Fahrradtouren, Eisessen-Sessions, gemeinsame Geburtstagspartys (die später fast legendär wurden) und nicht zu vergessen unsere traditionellen Walnußeis-Spaghetti-Filmnächte (in denen Stadtgespräch nie fehlen durfte, und wir jedes Mal am nächsten Morgen total übermüdet vorm TV aufwachten, weil wir doch tatsächlich auf dem Sofa eingeschlafen waren)… und was man eben einfach so alles erlebt und einen verbindet, wenn das Leben beschlossen hat, dass man dazu bestimmt ist beste Freunde zu sein. Es war so unkompliziert, schön, intensiv, lustig, spontan, …zwischen uns, und das ist es eigentlich immer noch. Klar gibt es intensivere und weniger intensivere Phasen, aber selbst ihre 9-monatige Reise durch Australien oder ihr Jahr in Frankreich, oder nun mein Jahr in Schweden waren nicht fähig dieses Band zu zerstören. Es ist einfach nie komisch wenn wir uns nach langer Zeit wieder sehen, so das wir in ein „Über-was-soll-man-nach-so-langer-Zeit-eigentlich-reden?“-Loch fallen würden, sondern immer so unproblematisch wie früher! Aber nun zur Geschichte des Liedes: Es war der Sommer 97, als wir beide nicht so richtig wussten, was wir in den Pfingstferien machen könnten, und irgendwann kam sie dann auf die Idee, dass wir für ein paar Tage zu ihrer Oma nach Aidhausen fahren könnten, um dort Urlaub zu machen. Gesagt getan… so wurde schnell alles zusammen gepackt (gute Bücher und Walkman mit Tapes durften natürlich nicht fehlen) und los ging es. In diesem Dorf konnte man nicht wirklich viel erleben, aber das war egal, denn wir hatten ja uns. Und so waren unsere Tage geprägt durch Erdbeeren und Himbeeren pflücken, mit Oma’s-Hund spazieren gehen, im Bett liegen und lesen, zu quatschen und „A-N-N-A“ zu hören und zu singen. Denn Christina hatte sich gerade Hals über Kopf verliebt und dieser Typ stand nun einfach absolut auf dieses Lied, und so musste sie es auch. Wir haben es gesungen was das Zeug hielt, der Walkman den wir uns teilten musste immer wieder an den Beginn des Liedes gespielt werden… und es war einfach klasse! Es war unser Sommer 97. Und immer wenn ich dieses Lied höre, dann kann ich gar nicht anders als an sie und an unseren Sommer zu denken.

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  • 2. Ulla Meinecke - Für Dich Tu Ich Fast Alles

    Es muss der Sommer 98 gewesen sein, als ich mich mit einer Jugendgruppe in Kleinbussen auf eine dreiwöchige Rundreise durch Südschweden begeben habe. Ein Urlaub, in dem ich viel über mich und das Leben gelernt habe, viel Spass hatte, beeindruckendes gesehen habe, und mich einfach in dieses Land verliebt habe. Es hat einfach alles gepasst… es war warm, aber nicht zu warm, es gab Meer, Wind, kleine Dörfer, Blockhütten, große Städte, kleine Seen nette Leute, selbst gekochtes Essen (ich weiß bis heute immer noch nicht, warum ausgerechnet ich immer den Küchendienst erwischt hatte, bei dem man für 27 Leute Kartoffeln schälen musste), … und nicht zu vergessen Tapes, die man selbst zusammen gestellt hatte und die lautstark auf der Fahrt von einem Reiseziel zum anderen gehört wurden. Auf einem dieser Tapes von einer meiner Reisegenossen, war eben das besagte „Für dich tu’ ich fast alles“ –Lied und mich hat die Liedzeile „denn für dich tu’ ich fast alles, sogar mich extrem erkälten, oder am 2. Weihnachtsfeiertag im Garten deiner Eltern mit dir zelten“ in seinen Bann gezogen. Ich dachte mir, so was mag ich auch haben…jemand der bei Wind und Wetter mit mir zeltet… Und so habe ich die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, dass es da irgendwann jemanden gibt, der da mitmacht… dem das ganze nicht zu kitschig, zu kalt, zu blöde, unvernünftig, oder was auch immer ist…

  • 3. JBO - Ein Guter Tag Zum Sterben

    Das Lied erinnert mich an meine Teenyzeit. An meine Mädelsclique mit denen ich einfach unzählige Heubodenpartys, Grillabende, spontane Zeltaktionen (bei denen Spaghetti über einem Lagerfeuer gekocht wurden), Horrorfilmabende, Spaghetti–Pudding-Dirty-Dancing-Abende verbinde. Ein muss an diesen Heubodenpartys war immer JBO. Da grölten wir alle immer mit und fühlten uns so unbesiegbar, frei und unzertrennlich. Mittlerweile hat mich das Leben gelehrt, dass wir nicht unzertrennlich sind. Jeder ist den Weg gegangen, den das Leben für ihn bereit hält… und mit einer neuen Stadt kommen auch neue Erfahrungen und neue Leute ins Spiel… und die alten verblassen dann wohl leicht. Wir treffen uns zwar noch zu unseren jährlichen Weihnachtsfrühstück (nur wir, ohne evtl. vorhandene Jungs, die müssen zu Hause bleiben, aber das dürfte sich wohl von alleine verstehen) und schwelgen dann in gemeinsamen Erinnerungen. Aber ich habe immer so den Eindruck, dass das, was uns im Hier und Jetzt zusammen hält nicht das heute ist, sondern das damals. Wie schade eigentlich?!?

  • 4. Counting Crows - Mr. Jones

    Dieses Lied verbinde ich mit einem ganzen Jahr voll toller Erfahrungen. Ich hatte gerade die Schule hinter mir und bin von Zuhause nach Würzburg in eine 10er WG gezogen, weil ich mich in dieser wunderbaren Stadt für ein freiwilliges soziales Jahr entschieden hatte. Zum ersten Mal so richtig auf eigenen Füssen… mit eigener Wohnung, eigenem selbstverdienten Geld (das zum überleben reichte), vielen Träumen im Kopf, kostenlosen Postkarten, die in der ganzen Stadt auslagen (dabei sollte man vielleicht wissen: Ich liebe Postkarten) Abenteuerlust, …man wie fühlte sich das gut an…ich kam mir so frei und unabhängig vor…und da waren Gleichgesinnte! Menschen, denen es ähnlich erging, die genauso gespannt auf das Leben waren wie ich, die noch nicht richtig erwachsen werden wollten und die auch im Zeitalter der CDs immer noch Mixtapes zusammen stellten… Und da wir diese Mixtapes gegenseitig verschlungen, machten wir natürlich auch die Bekanntschaft mit neuer Musik, die wir wie besessen in uns aufsaugten, weil jedes neue Lied mit wunderbaren Erinnerungen und Menschen in Verbindung gebracht wurde… eines unserer Lieder war „Mr. Jones“. Und immer wenn ich unsere Musik von damals höre oder die Mixtapes, die wir uns noch heute gegenseitig aufnehmen und per Post zuschicken, da sehe ich uns genau vor mir. Und dann zücke ich den Stift, greife in meine Postkartensammlung und schreibe an einen von ihnen. Mit wenigen Worten würde ich sie als meine Würzburgfamilie beschreiben und ich freue mich schon von Beginn jeden Jahres auf unser „Familientreffen“ kurz vor Weihnachten und dann ist es genau so, als würden wir immer noch zusammen wohnen, so als wäre keine Zeit verstrichen... Viel öfter klappt es leider nicht, dass wir alle zusammen kommen, weil wir uns im ganzen Land und gelegentlich auch in der ganzen Welt (Nepal, Ungarn, Schweden, …)verteilen leben. Ich mag wirklich jede Minute die wir zusammen verbringen und freue mich schon auf unser „Familientreffen“ meine Lieben!

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  • 5. Hansen Band - Frankreich

    es war Dezember, ich befand mich mitten im studium und um mich herum wimmelte es nur von frisch verliebten pärchen, die unzählig viele stunden miteinander verbringen mussten… und das fand ich leicht nervig muss ich sagen. nicht weil ich eifersüchtig gewesen wäre, selbst unglücklich verliebt,… nein das war es nicht. ich glaub ich war etwas enttäuscht, weil aus unseren abenden plötzlich abende mit anhang wurden, ja auch meine mitbewohnerin war von der pärchenkrankheit befallen und auf einmal waren wir entweder immer zu dritt in unserer 2er wg oder ich war alleine… und das veränderte so einiges. aber da war noch jemand in unserer runde, der das genauso sah. und zusammen kratzten wir unser restliches geld zusammen (warum ist man im dezember immer ziemlich pleite? kann mir das jemand erklären) und kauften uns karten für das hansen band konzert. und da waren wir dann… standen in einer menge von leuten in unserem alter, die lauthals alle 10 lieder von hansen mitsangen. es wurde nicht geschubst und gedrängelt… sondern getanzt…und ich kam mir vor wie in einer anderen welt. das war genau der abend den ich brauchte. zu sehen, dass es da noch andere menschen gab, neben den ganzen pärchen die mich umgaben. der abend hat mir viel kraft gegeben und definitiv gute laune verbreitet. und nicht zu vergessen haben wir mit jürgen vogel geredet – nur kurz, aber immerhin!

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  • 6. Fredrik Vahle - Schlaflied Für Anne

    Meine Eltern gehören zu denen, die mir vorm einschlafen immer eine Geschichte erzählt haben und ein Schlaflied gesungen haben. Am Anfang gab es da das große Märchenbuch, mit dem sich meine Eltern neben mein Bett gesetzt haben, während ich mich in meine Bettdecke eingekuschelt habe. Aber irgendwann hatte ich meine Lieblingsgeschichten – mein absoluter Favorit war „Der Fischer und seine Frau“, die sie dann schon auswendig konnten und manchmal ein paar neue Ideen mit einfließen ließen, so dass das Märchenbuch nicht mehr benötigt wurde. Und danach wurde dann immer gesungen. Entweder Lalelu oder das Schlaflied für Anne. Das war vielleicht toll! Als ich dann mit 4 Jahren einen kleinen Bruder bekam und mit 9 Jahren eine kleine Schwester, da habe ich mich dann immer zu ihnen ins Zimmer geschlichen wenn es Zeit für ihre Gutenachtgeschichte und ihr Gutenachtlied war, und habe somit auch als „Große immer noch gerne den Stimmen meiner Eltern gelauscht. Das Lied erinnert mich immer an meine Kindheit, meine Eltern und Geschwister. Und ich mag meine Kindheit wirklich sehr, und erinnere mich gerne daran zurück. Da war ich wild, lebensfroh, naturbegeistert, neugierig, flink, glücklich… da gab es meinen Lieblingskletterbaum, verstecke im Wald, Lieblingsmauern von denen es einfach am besten war herunter zu springen, Laubhaufen die in Phantasiespielen zu Wohnungen wurden, den Kirschbaum mit den leckeren Kirschen bei meiner Tante, Seilspringen, Schaukelwettspringen, Regenpfützenhüfen, diese Sträucher mit den kleinen weißen Kügelchen, die man immer so schön laut auf dem Boden knallen lassen konnte…

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