Soundtrack meines Lebens

  • 1. Alan Parsons Project - Don't Answer Me

    Mein erster schüchterner Kuss - natürlich nur auf die Wange, wie sich das mit 12 Jahren gehört. Wahrscheinlich einer der mutigsten Momente meines Lebens.

  • 2. Motorpsycho - Vortex Surfer

    An besagtem Tag wollten wir mit 13 Leuten in drei Autos gemeinsam zum Motorpsychokonzert nach Bremen fahren. Wir - das heißt Leute aus Hamburg, Lüneburg und Berlin. Ursprünglich war die Anfahrt mit dem Zug geplant, aber aus irgendwelchen Gründen kam es nicht dazu, was Folgen haben sollte. Wir hatten bereits einige Musikkonserven geöffnet die wir als Vorspeise und Appetithäppchen genossen. Plötzlich sahen wir direkt nach einer Autobahnabfahrt ein Stauende. Leider so spät, dass wir die Abfahrt nicht mehr nehmen konnten und es somit zu UNSEREM Stauende wurde. OK, dann eben Verkehrsfunk hören. Soso, ein umgestürzter Lkw und 20 km Stau vor uns. Selbst verzweifelte Anrufe beim Veranstalter, dass wir wie sicher sehr viele andere aus Hamburg im Stau steckten, war natürlich von Anfang an eine reine Verzweiflungstat ohne Aussicht auf Gnade. Die Band hatte zwischen unserem zweiten und dritten Anruf begonnen zu spielen. Nach Ewigkeiten kamen wir zu einer Raststätte und brachten vom Toilettenmann in Erfahrung, dass es dort eine Abfahrt von der Autobahn gab, die nicht auf unserer Karte eingezeichnet war. Zack, wir waren aus dem Stau heraus, aber was tun? Nach Hause oder trotzdem weiter nach Bremen? Egal, und wenn wir nur noch ein Stück mitbekommen, ab nach Bremen. Nach der weiteren Fahrt - gefühlt 12 Stunden - kamen wir schließlich an. Und wir hörten ein paar Töne und tosenden Jubel. Wir stürmten hinein. Das Stück war zu ende. Völlig unwirklich standen Motorpsycho auf der Bühne, das Ziel unserer Odyssee. Um uns herum Leute, deren Begeisterung auf dem Höhepunkt war. Ich wusste nicht genau, wie es mir ging. Bis die ersten Töne von Vortex Surfer zu hören waren. Eine Radiostation in Norwegen hatte Vortex Surfer vor fünf Jahren zum Stück des Jahrhunderts gekürt und 24 Stunden nonstop gespielt. Für mich schon immer DAS Lied, und es wird live nur noch selten von Motorpsycho gespielt. Jetzt schon. Es stellte sich als allerletzte Zugabe heraus und das Konzert war damit zu ende. Auf dem Klo hörte ich dann noch, wie jemand zu einem Freund sagte, das sei das beste Konzert gewesen, das er je von Motorpsycho erlebt hätte. Vortex Surfer endet übrigens mit den Worten "about the paaaaaaaaaiiiiiin...about about". Wir waren uns anschließend alle einig, das es sich trotzdem gelohnt hat, legten wieder Kassetten ein und begannen den Heimweg. Natürlich ohne Stau.

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  • 3. Sonic Youth - Kool Thing

    MTV war neu und cool für mich. Da lief nämlich Sonntag abends "120 Minutes". Und eines Abends spielte Paul King etwas, wovon ich noch niemals zuvor auch nur etwas annähernd ähnliches gehört hatte: Sonic Youth - Kool Thing. Diese Gitarren rollten mir den Rücken in einer Spirale auf den Hinterkopf und wieder runter. Ich tat, was ich noch nie zuvor getan hatte: Ich kaufte eine Platte, ohne vorher reinzuhören. Das Album heißt Goo und ist für mich auch heute noch ein absolutes Meisterwerk.

  • 4. r.e.m. - losing my religion

    Abi '91! 13 Jahre überwiegend tolle Zeit gingen zu Ende. Aber wir wollten endlich ins "richtige" Leben und waren außerdem stolz, etwas abgeschlossen zu haben. In der Nacht wurde natürlich mächtig vor der Schule gefeiert und irgendwie ergab es sich, dass "Losing My Religion" mindestens 30 mal hintereinander lief. Somit wurde der Song für mich und viele andere untrennbar mit diesem Übergang in ein vermeintlich anderes, neues und aufregendes Leben verbunden. Als das Stück das vermutlich 35. Mal aus den Lautsprechern der Kofferraumablage dröhnte, schlief ich wenige Zentimeter darunter im Kofferraum ein. Endlich frei!

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