Max-Jacob_Ost

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Hört den Rasenfunk. Danke.

Bücher meines Lebens

  • 1. Heinrich Böll - Ansichten eines Clowns

    Zum ersten Mal auf dem Flug zum Schüleraustausch nach Melbourne gelesen. Danach ungefähr weitere zehn Mal. Ich mochte damals die Melancholie darin sehr, auch die nüchternen Detailbeschreibungen. Tolles Buch. Und: Der Papst ist doof.

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  • 2. Max Frisch - Mein Name sei Gantenbein

    Mein Lieblingsbuch von Frisch. Hier steckt alles aus seinem Werk drin - und als Metaebene wird das Schreiben und Geschichten formulieren selbst thematisiert. Packt mich immer wieder, auch schon oft gelesen.

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  • 3. Siegfried Lenz - Brot und Spiele

    Einer der besten Sportromane der deutschsprachigen Literatur. Norddeutsch, herb, sehnig. Und das beliebteste Beispiel für den Unterschied zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit. Ich mag den Stil von Lenz. Ganz knapp an der Aufnahme in die Bücher meines Lebens gescheitert: "Es waren Habichte in der Luft". Auch grandios.

  • 4. Thomas Brussig - Schiedsrichter Fertig

    Wo wir gerade bei Sportromanen sind. Einer der besten Fußballromane ist Schiedsrichter Fertig. Hat unheimlich viele Ebenen, dieser Text. Eines der Bücher, das ich für meine Magisterarbeit sehr gerne gelesen habe.

  • 5. Otto A. Böhmer - Wenn die Eintracht spielt

    Das war der heimliche Star meiner Magisterarbeit (Thema: Fußball in der deutschsprachigen Literatur nach der WM 2006). Ein recht unbekanntes Buch, das ohne alle Klischees vom Fandasein erzählt. Verknüpft mit einer hintergründigen Protagonistengeschichte in einem sorgfältig aufgebautem Setting. Ein wirklich, wirklich guter Roman mit interessanter Erzählperspektive. Und: Der Fußball ist hier nicht Vorlage für schlechte Metaphern oder Klischees, sondern wesentlicher Inhalt als einzige Struktur im Leben des Erzählers. Dazu noch eine sensibel erzählte Liebesgeschichte und ein Blick durch die Augen der Hauptfigur auf die WM 2006 - fertig ist der meiner Meinung nach beste deutschsprachige Text mit Fußballbezug. Und kommt mir jetzt ja nicht mit Handke!

  • 6. Thomas Gsella - So werde ich Heribert Fassbender

    Immer noch heiß und innig geliebtes Geburtstagsgeschenk. Habe damals versucht, einen kompletten 11Freunde-Liveticker mit Zitaten von Heribert zu durchsetzen. Hat erschreckend gut funktioniert.

  • 7. Ralf Bönt, Albert Ostermaier, Moritz Rinke - Titelkampf

    Fußballgeschichten der deutschen Autorennationalmannschaft. Sehr schöne Anthologie mit echten Perlen. Auch eines der Bücher, das die Hürde von der studentischen zur privaten Beschäftigung damit überwunden hat. Vor allem im Urlaub sehr beliebt bei mir.

  • 8. Thomas Hüetlin - Gute Freunde

    Ok, machen wir den Fußballteil mal endlich dicht. Auf Hornby (Fever Pitch) und Reng (Robert Enke. Ein allzu kurzes Leben) verzichte ich jetzt hier, das wird sonst zuviel. "Gute Freunde. Die wahre Geschichte des FC Bayern" muss ich aber nennen. Ich hatte das vor einem Urlaub in Kroatien gekauft - und in der ersten Nacht komplett durchgelesen. Richtig gut geschrieben und in einem Stil, der sich angenehm von den Schulze-Marmeling-Fußballbüchern abhebt. Ich habe in dieser Nacht in Kroatien viel über meinen Verein gelernt - obwohl ich glaubte, schon alles zu wissen. Wer sich für den FCB interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

  • 9. Klaus Kordon - Die roten Matrosen

    Die Trilogie von Kordon (Die roten Matrosen - Mit dem Rücken zur Wand - Der erste Frühling) habe ich geliebt! Ein bisschen mein Einstieg in die deutsche Geschichte, bis heute suche ich nach vergleichbaren Werken für andere Epochen. Das einzige, was mich damals wirklich, wirklich wütend gemacht hat: Ich durfte den zweiten (oder war es der dritte) Titel der Trilogie lange nicht lesen. Meine Eltern fanden, ich sei dafür noch zu jung (habe die roten Matrosen mit elf oder so zum ersten Mal gelesen). Vor einigen Jahren war ich im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen bei einer Führung. Dort lag auf dem Büchertisch "Krokodil im Nacken" von Kordon, in dem er wieder für Jugendliche über die DDR schreibt. Natürlich gekauft, verschlungen, und auch sehr, sehr gemocht.

  • 10. Lion Feuchtwanger - Exil

    Ein bisschen die Fortführung der Kordon-Trilogie. Ganz zu Beginn und ganz am Ende meines Studiums hatte ich mit Exilliteratur zu tun. Keine Werke haben mir dabei so viele Fragen beantwortet wie die Exil-Reihe von Feuchtwanger (Die Geschwister Oppermann, Erfolg, Exil). Er wollte den Umständen der Zeit ein literarisches Monument errichten. Hat er geschafft. Braucht aber seine Zeit, bis man es erklimmen kann.

  • 11. Arthur Schnitzler - Lieutnant Gustl

    Das Germanistik-Studium verleidet einem so manchen Autor und so manches Werk. In Bezug auf die Wiener Moderne war es bei mir genau umgekehrt: Erst seit einem Seminar dazu liebe ich diese Epoche und ihre Erzeugnisse (nicht nur literarisch sehr interessant). Und: Auch wenn der Gustl zerlesen ist, da er immer als Beispiel für den inneren Monolog herhalten muss - er ist einfach gut geschrieben. Schnitzler war ein Guter - wer sich ein Bild vom Wien der Jahrhundertwende machen will, kann im Grunde wahllos ins Schnitzler-Regal greifen und liegt nie daneben.

  • 12. Alfred Döblin - Berlin Alexanderplatz

    Total subjektive Einschätzung: der erste moderne deutschsprachige Roman. Ich mag die Montagetechniken und wie Döblin einfach auf etablierte Lesegewohnheiten gepfiffen hat. Einfach den erfolgreichen Film kopiert und transformiert. Auch ein Buch, das ich im Studium richtig lieben gelernt habe.

  • 13. Sven Regener - Herr Lehmann

    Einmal einen solchen Einstieg schreiben wie Regener auf den ersten Seiten von Herr Lehmann - das wär's.

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  • 14. Fjodor Dostojewski - Die Brüder Karamasow

    Jaja, ich habe den mittleren Namen Dostojewskis weggelassen. Das hätte er natürlich nie gemacht. Das ist aber auch das einzige, was bei russischen Autoren nervt: Die dreifachen Namen, der mittlere ist dann eigentlich immer der des Vaters (?) und im Grunde haben sie dann alle eh denselben Spitznamen. Am Ende steht man dann mit einer Figurenkonstellation da, die zehn Jahre "Verbotene Liebe" mal eben locker dreifach toppt. Trotzdem mag ich die russische Literatur. Immer wenn ich von Germanistik genervt war, habe ich mir für die Freizeit etwas ausländisches herangezogen. Die Brüder Karamasow z.B. habe ich während zweier Praktika in Mainz und Berlin gelesen. Die Erinnerung an die Praktika ist mit Dostojewski und die Erinnerung an Dostojewski mit Gedanken an meine ersten Schritte als Journalist verknüpft. Sollte da nochmal reinschauen, denke ich mir gerade.

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  • 15. Lemmy Kilmister - Lemmy - White line fever

    Nach meinem Studium habe ich Biographien für mich entdeckt. Leichte Lektüre ohne den Anspruch, den Gedankenstrich nach dem Halbsatz metaphorisch aufzuladen (looking at you, Kleist!). Sehr angenehm. Eindeutig am besten von diesen Biographien ist die von Lemmy Kilmister, "Sänger" von Motörhead. Unglaublich, was er erlebt hat, wie er seinen Weg gegangen ist. Und dass er mit dem Text zu Ozzy Osbournes "Mama, I'm coming home" heute noch mehr Geld verdient als mit seinen eigenen Platten.

  • 16. Hans Zippert - Deutschland retten: Fit für die nächste Krise

    Ich kannte Zippert nicht, denn ich lese die Welt nicht. Aus Gründen. In seine Kolumnen habe ich mich aber etwas verguckt, seit ich einige davon in diesem Buch gelesen habe. Ich habe selten so viel über den Einsatz von Ironie gelernt wie beim lesen dieser Kolumnen. Übrigens mal wieder auch im Urlaub. Schaue heute noch gerne rein.

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1 Antworten

Kommentare

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  • 3

    Schön, den Namen Klaus Kordon mal wieder irgendwo zu lesen!

    16.05.2013, 16:47 von halbkindmf
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