Soundtrack meines Lebens

  • 1. Vanessa Paradis - Joe Le Taxi

    Ich, damals jung und musikalisch unerfahren. Die Musik, damals Neuland und auf Vinyl platziert. Die Schallplatte versteckte sich in dem Regal meiner Großcousine, die ich zu der Zeit sehr oft besuchte. Sie war gerade in der Pubertät und ich in Unschuld getaucht und von Bibi Blocksberg begleitet. Irgendwie habe ich in Erinnerung, dass das Cover zartblau und eine junge hübsche Frau abgebildet war. Leider weiß ich das heute nicht mehr so genau. Aber ich kann mich noch erinnern, wie begeistert ich der mädchenklingende Stimme lauschte. Der Text offenbarte sich mir damals natürlich noch nicht, schließlich war mir die Sprache Französisch ebenso weltfremd wie Englisch. Aber das war mir egal. Meine Großcousine wurde bei jedem Besuch von mir nicht verschont, sich mit mir "Joe Le Taxi" auf die Ohren zu legen. In der Endlosschleife, versteht sich.

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  • 2. The Hives - Hate to say i told you so

    Oh, wir kannten uns erst drei Wochen. Haben uns in dieser Diskothek kennengelernt, wo wir nun standen, tranken, tanzten. Und dann kam dieser für uns beide unbekannte Song, der uns in die Fußsohlen flog. Beschwingt tanzten wir dazu, und du sangst nur diese eine Zeile "Because I wanna" und zogst daraus, dass dieser Song so auch heißen müsse. Als das Lied zuende war, ging ich weg. Doch ich kam wieder - nur für dich! Mit dem Song in meinem Kopf! Ich erzählte dir, dass dieser "Hate to say I told you so" hieße. Du nahmst mich in die Arme und wirbeltest mich herum. Hui - die kleine Überraschung war gelungen. Mein Selbstwertgefühl war gestiegen, dein Horizont erweitert und wir an diesem reicher als jemals zuvor, denn von da an gab es uns!

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  • 3. Howard Carpendale - Ti Amo

    Drei Mädels, betrunken von dem jugendlichen Leben und dem Alkohol, auf dem Weg zu einer dörflichen Feier. Ich auf dem Gepäckträger meiner Freundin, sie schwankend, die andere auf meinem Fahrrad - ebenfalls schwankend. Aus vollem Halse sangen meine Freundin neben mir und ich "Ti amo! Du sagtest Ti amo. Das heißt Ich lieb dich so!". Leider konnten wir nicht mehr als diese zwei Zeilen singen, denn in unserem alkoholisierten Zustand bekamen wir den Rest nicht mehr zusammen! Meine Freundin vor mir, übelst genervt und mich am liebsten im nächsten Graben sehend, bekam fast einen Nervenzusammenbruch, denn ich wippte zu diesen kurzen aber für uns inhaltlichen Liedchen im Takt nach links und rechts - ausschweifend. Das Ende: wir sangen bis zu unserem Domizil. Und auch wenn meine Freundin vor mir uns nicht unter Kontrolle hatte, bewies sie sich doch als exzellente Fahrradfahrerin. Starke Nervenstränge muss die Frau gehabt haben. Aber das macht ja Freunde aus!

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  • 4. Natalie Imbruglia - Torn

    In den pubertären Jahren erlaubt man sich ja so einige erlesene Fauxpas, wie z.B. als nerviger Groupie von einer oder auch mehreren Boygroups zu agieren oder die BRAVO jeden Donnerstag zu studieren. Ich tat beides. Und es hat mir nicht geschadet, so bin ich der Meinung. Und wie es so meine kleine gewöhnliche Geschichte wollte, fing auch sie an, die Songbooks aus der Teenie-Zeitschrift herauszuschneiden und sie sich im Stillen anzueignen. Dabei erwies sich schon so manch guter Fang in dem ganzen Müll. Irgendwann war dann auch die kleine Natalie Imbruglia mit ihrem Kassenhit "Torn" abgebildet. Damals trug ich dann den Hit, wie meine Kippen heute, immer mit mir rum. Und irgendwann, die Schüchternheit muss wohl erst später dazu gestoßen sein, fingen meine Freundin und ich an, den Hit gesanglich nachzuahmen - mitten in der Klasse, immer in den Pausen, überall. Irgendwann brauchten wir den Schnipsel mit dem Songtext nicht mehr und somit zog er sich dezent zurück und kauert bis heute an der Seite geheftet irgend eines Hausaufgabenhefts. Aber immer wenn der Song kommt, muss ich -mit oder ohne Freundin- demonstrativ mitsingen, dann weicht die Schüchternheit für einen Moment der Ausgelassenheit und Sorglosigkeit. Und ich fühle mich gut und schwelge in Erinnerungen an vergangene Zeiten.

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  • 5. Aimee Mann - It's Not

    Bekannt warst du mir schon seit Jahren. Und auf einigen wenigen Partys war ein reger Wortaustausch nicht ausgeschlossen. Anfang des Jahres besuchte ich euch in eurer WG. In Berlin. Und eigentlich war ich gar nicht dein Gast, aber es fühlte sich das ganze Wochenende so an... Du hast diesen Song angemacht, als wir alleine in der Küche saßen, rauchten, uns unterhielten. Du sagtest, dass du immer melancholische Musik anmachen würdest, wenn Leute bei dir zu Besuch wären; dass du dich dann aber eigentlich gar nicht in einem solchen Gemütszustand befinden würdest. Irgendwie fand ich das sympathisch. Aber du kamst schon immer so natürlich und herzlich rüber. Du warst mir schon immer sympathisch - obwohl es das erste Wochenende war, wo wir beide nicht alkoholisiert waren. Doch es gab keine niederschmetternde Ernüchterung. Du sagtest, dass dieser Song, dir sehr gefallen würde. ...Ich schloss beide auf Anhieb in mein Herz. Am Sonntag, als ich eine Nachricht hinterließ, bevor ich ging, weil du schliefst und ich nicht, hörte ich den Song ein allerletztes Mal. Aber ich hörte den Song immer noch, als ich in die S-Bahn stieg und an dich dachte. Und ich hörte den Song, als ich in den Zug stieg und an dich dachte. Und auch später versuchte ich die Melodie noch nachzusummen, denn du gingst mir nicht mehr aus meinem Herzen. Dieses Wochenende war so wunderbar, dass es mir nie mehr aus der Erinnerung entschwinden wird. Nun habe ich das Album. Doch diese Melodie versuche ich schon lange nicht mehr zu summen. Du erinnerst mich jetzt nur noch an Juli, denn ich war der Regen, und du das Meer...

  • 6. Suzanne Vega - Tom's Diner

    Zu dieser Zeit nahm ich mit meiner damaligen besten Freundin (wir stehen immer noch in Kontakt) zusammen Ballettunterricht. Wir hatten damals ein unausgesprochenes Ritual, welches immer mit unseren variablen Chauffeurs ausgehandelt werden musste: Nach dem Unterricht zu unserer Stammpommesbude (leider besteht hier kein Kontakt mehr). Wir bestellten uns dann Pommes (mit dem leckeren Pommesgewürz) und eine Flasche 0,3 Multisaft. Danach ging es ins Auto, und als ob er auf uns warten würde, kam dann dieser bestimmte Song. Ein Ritual, welches ohne den Song nur halb so schön und lecker gewesen wäre. Satt und zufrieden konnte dann die Heimfahrt aufgenommen werden.

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  • 7. Weezer - Island In The Sun

    Das ist einer dieser Songs, der für mich immer tanztauglich ist. Egal wo, egal wann! Schon bei den ersten Takten spring ich wie eine Verrückte auf´s Parkett und hüpfe dann wild hin und her. Drehe mich, lächle jeden an und freu mich des Lebens. Wer schon allein das Video ohne den Sound dazu sieht, weiß, was für ein fröhlichmachender Song das ist! Und jeder, der mit mir schon mal zusammen zu diesem Song abgehoben ist, muss dann jedes Mal an mich denken, wenn er ihn ohne mich hören kann...

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Lolles Freunde

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