Soundtrack meines Lebens

  • 1. Life Of Agony - Let's Pretend

    Zugegeben es gibt viele Songs von Life Of Agony die ich unglaublich schön finde, doch dieser Song hat es mir besonders angetan. Mein Interesse für diese Band wurde mit der Veröffentlichung des Albums "River Runs Red" 1993/94 geweckt. Ich war 13 und von meiner musikalischen Grundeinstellung eigentlich sehr oberflächlich, d.h. ich fand die "Musik" von einem gewissen Schweizer "dj" klasse, dieser möchte hier aber nicht namentlich genannt werden. Charts waren eben angesagt und ich war gerade erst am Anfang meiner musikalischen Bewusstseinserweiterung angelangt. Diese folgte langsam, jedoch angetrieben von einer unheimlichen Neugierde war sie unumgänglich. Alles begann mit einem Schulaustausch nach Frankreich, der offen gesagt ein ziemliches Desaster war, denn das Verhalten meiner Mitschüler widersprach all meinen damaligen Moralvorstellungen, denn schon auf der Hinfahrt konnte man viele 13jährige Schnapsleichen ausmachen. Es ist nicht so, dass ich dieses Verhalten heute toleriere, aber es ist doch leider zu einem gewissen Grad "normal" geworden. Die Familien in denen wir untergebracht wurden, waren unglücklicherweise regional zerstreut und so war der Kontakt zu meinen befreundeten Mitschülern, außerhalb der Schule sehr schwierig. Ein Freund hatte mir aber kurz zuvor noch seine "River Runs Red" Kassette ausgeliehen und in mitten meiner moralischen Verwirrung und Enttäuschung hörte ich dieses Album rauf und runter. Ich konnte die texte damals nur ansatzweise verstehen, jedoch hatte ich das Gefühl die Emotionen das Sängers ganz klar vor Augen zu haben. Frankreich war schnell überstanden und ich befasste mich fortan mit der Band und der tragischen Geschichte um Leadsänger Keith Caputo, dessen Mutter früh an einer Überdosis Heroin starb. In seinen Songs verarbeitet er seine Schmerzen und Gefühle, welche er so der ganzen Welt offenbart. Diese Transparenz hat mich unheimlich fasziniert und mit dem Song "Let's Pretend" verpasst mir Keith Caputo heute noch eine Gänsehaut. Wer sich also noch nicht mit Life Of Agony beschäftigt hat und pure Emotionen in der Musik liebt, sollte dieses schnellstens nachholen.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 2. Culture Club - Karma Chameleon

    ich weiß nicht mehr das exakte jahr indem ich meinen ersten cd-player bekam, aber es muss ende der 80er jahre gewesen sein und es war zu weihnachten. meine wünsche waren nicht sonderlich groß ausgefallen, daher war die freude über dieses weihnachtsgeschenk unglaublich hoch. ich bekam nicht nur einen cd-player geschenkt, sondern noch 2 cd's. 1) the best of culture club 2) eine maxi von der ersten allgemeinen verunsicherung gut, ich kann es wahrscheinlich jetzt nicht vermeiden, dass ich mit diesen cd's bei einigen lesern ein gefühl des mitleids erzeuge, aber es ist völlig unangebracht. ich hab die cd's damals verschlungen, da ich einfach unglaublich stolz darauf war eigene cd's zu besitzen, denn von meinem taschengeld konnte ich diese damals nur nach monatelangem sparen finanzieren. ich freue mich heute noch wie ein kleines kind und haste sofort zur tanzfläche wenn bestimmte lieder von culture club gespielt werden.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 3. Pixies - Where Is My Mind?

    Mit den Pixies verbinde ich sofort meine Lieblingsdisco, die Mindener Musikbox. Dort habe ich nämlich vor ziemlich langer Zeit dieses Musikstück entdeckt und war total begeistert. Es ist schon bewundernswert, dass eine Studioaufnahme in einer Diskothek Live-Stimmung erzeugt. Die Stimme hat absoluten Gänsehautcharakter und das fasst schon glasklar klingende Schlagzeug im Hintergrund plus die „singende“ Gitarre sind einfach unvergleichlich. Dieses Lied verbreitet eine unheimlich schöne Stimmung und die von der Discokugel herunterregnenden Lichtreflexe prasseln unkontrolliert auf die Tanzfläche nieder. Immer wenn ich dieses Lied höre und begleitet von den Lichtreflexen dazu tanze, fühle ich mich wie auf meinem persönlichen Abschlussball der Highschool. Was der totale Quatsch ist, denn ich war nie auf einer Highschool und habe auch nie einen amerikanischen Abschlussball erlebt. Ich weiß nicht wieso ich dies so assoziiere, ich kann nur sagen trotz meiner sehr kritischen Haltung den Amerikanern gegenüber ist dies eine sehr schöne Assoziation. Unheimlich beeindruckend finde ich auch, dass man den Sänger auch bei genauem Hinhören nur sehr schwer verstehen kann und es zwischenzeitlich den Anschein hat als würde er seine eigene Phantasiesprache singen. Doch auch wenn man den Text kennt ist es unglaublich schwer eine Passage des Liedes mitzusingen, außer dem Refrain natürlich.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •