Soundtrack meines Lebens

  • 1. Coldplay - The Scientist

    niemand hat gesagt, es wäre leicht. es hat aber auch niemand gesagt, dass es so schwer wird. aufnahmeprüfung an der schauspielschule. nach einigen phänomenal erfolglosen versuchen hab ich es endlich mal in die endrunde geschafft. mein gesundes selbstbewusstsein versichert mir doch recht glaubhaft, dass ich diesmal angenommen werde. es sind die paar hochsommertage, die die regenzeit unterbrechen - und kurz vor dem hitzetod zu stehen, erweist sich nicht als sehr hilfreich, wenn man eine prüfung bestehen will, die es auch körperlich echt in sich hat. trotzdem sehe ich mich im oberen drittel meiner gruppe und damit ziemlich auf der sicheren seite. letztlich werden drei von zwölf namen vorgelesen und wer zumindest über grundkenntnisse im bruchrechnen verfügt, weiß, wie die geschichte ausgeht. niemand hat gesagt, es wäre leicht...

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  • 2. revolverheld - Generation Rock

    Ich hab die CD im Laden angehört, da war ich eigentlich nur reingegangen, weil es draussen so schweinekalt war. Ich bin also zwischen den Regalen rumgeschlendert, hab hier mal reingehört, da mal reingehört. Irgendwann bin ich bei dem Album von Revolverheld gelandet, die gerade alle Naselang auf VIVA+ ihre Wohnung extrem gründlich zerlegen. Ich mochte das Lied und hörte in die anderen rein, 30Sekunden-Schnipselweise, wie das mittlerweile so eingerissen ist, wer mehr hören will, möge bitte den Tonträger erwerben. Schon der erste 30Sekunden-Schnipsel traf mich mitten auf die Zwölf und es war schnell klar, dass ich diese Scheibe unbedingt ganz hören musste. Selten hat mir eine Band so aus der Seele gesprochen wie Revolverheld. Ihre Texte bringen alles auf den Punkt, was mich gerade bewegt. Dabei legen sie ein Selbstbewusstsein an den Tag, das die ganze "Du bist Deutschland"-Kampagne ziemlich blass aussehen lässt. Seither dreht sich Revolverheld bei jeder Gelegenheit in meinem Player, egal ob ich abgekämpft und geschlagen aus den Schlachten des Alltags zurück komme oder mich abends zum Weggehen fertig mache. Wenn ich denn Volume-Regler aufdrehe und zu den Klängen von "Generation Rock" den Parkettboden strapaziere, kann die nächste Herausforderung gerne kommen. Ich bin Baumstamm. Ich bin Schmetterling. Ich bin Revolverheld.

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  • 3. Katie Melua - The Closest Thing To Crazy

    die familie ist in die nachmittagsmesse gegangen, ich bin allein zu haus, frisch gebadet und packe die geschenke ein, die mir meine lieben konspirativ zugeschoben haben ("kannst du das noch einpacken? für...") die stimmung ist sehr weihnachtlich, ich bin sehr glücklich. und dann höre ich dieses lied im radio zum ersten mal überhaupt und bin völlig verzaubert.

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  • 4. Münchner Freiheit - Ohne Dich

    zwei wochen segeln auf dem ijsselmeer. und ich hab nix weiter gelernt als den allereinfachsten knoten, den wir alle am ersten tag können sollten. aber eben am ersten tag schon erlahmte mein interesse fürs segeln und ich wendete mich etwas ganz anderem zu: die erste große liebe. und das war ihr lied. sie wünschte es sich jeden abend und immer mussten alle mittanzen. nicht das das lied so extrem tanzbar wäre... auf dem boot war wenig platz und so lagen wir uns sowieso meistens alle in den armen. das problem der annäherung stellte sich also erst als wir wieder zu hause waren. tja, da war dann leider noch ein anderer, einer der alle tricks kannte, einer mit breiten schultern und riesenhänden, auf denen er locker zwei mädchen gleichzeitig tragen konnte. vor kurzem hab ich sie mal zufällig wiedergesehen. mir ist aufgefallen, dass sie eine ziemlich spitze nase hat und diese auch ziemlich hoch trägt. dennoch, immer wenn dieses lied sich aus dem hintersten winkel meines cd-regals in meine gehörgänge kämpft, denke ich sehr wehmütig an sie zurück und daran, wie wunderschön sie in jenem sommer war, als diese spitze nase mir einfach den verstand - und für einige wochen den schlaf - raubte.

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  • 5. Hilary Duff - Someone's Watching Over Me

    dieses lied ist ein geschenk von einer leidensgenossin. wie ich tourt sie schon lange durch deutschland und bemüht sich um die aufnahme an einer schauspielschule. wie ich hat sie schon viel dreck gefressen auf dem weg. wie ich weigert sie sich trotzig aufzugeben. wir haben uns bei einem vorsprechen kennen gelernt. da trifft man ja eine menge leute, oberflächliche bekanntschaften, von denen man die meisten insgeheim mit rollennamen benennt (ach, du warst doch der romeo aus zürich/ die lady macbeth in leipzig/ die möwe an der ernst busch) trotzdem gibt es immer wieder gesichter, die man gern wieder sieht: zeugen eigener erfolge vor allem, oder leute, mit denen man nach einer gemeinsamen ablehnung gegenseitigen trost getauscht hat. dieses mädchen traf ich von zeit zu zeit immer mal wieder, bis wir schließlich einmal gemeinsam im zug saßen, zum vorsprechen in graz. während vor dem zugfenster die letzten anzeichen der zivilisation ausser sicht verschwanden, kamen wir über manches ins gespräch. irgendwann erzählte sie mir, dass sie ein lied habe, dass sie nach absagen tröstet und ihr die kraft gibt weiterzumachen. schließlich drückte sie mir ihren discman in die hand und den song in die ohren. und was soll ich sagen? es passt. vielleicht ist kitsch doch eine höhere form der wahrheit? ich sag mal, ursel, auf leute wie uns hat die welt doch gewartet.

  • 6. Tina Turner - When The Heartache Is Over

    Mit meiner Freundin lief es damals ziemlich beschissen, wir nervten uns gegenseitig nur noch an und irgendwie schien jeder nur darauf zu warten, dass der andere Schluss macht. Ich war mit meinem Bruder unterwegs, an der Tanke saß ich allein im Wagen, während er zahlte. Und plötzlich teilte Tina Turner mir durchs Radio mit, was ich zu tun hatte: /When the heartache is over/I konow, I won't be missing you/ Und ich habe sie bis heute nicht vermisst.

  • 7. michelle - Wer Liebe lebt (Single Version)

    Damals war ich Zivi im Altenheim. Ohne jegliche Orientierung für mein Leben aber so rührend bemüht alles richtig zu machen. In meiner Erinnerung an diese Zeit läuft immer WDR 4. Das entspricht überhaupt nicht den Tatsachen, eigentlich liefen viel häufiger CDs mit Operettengesang von kratzigen Schallplatten dürftig digitalisiert. Oder bayrische Volksmusik von leiernden Audiokassetten. Ich habe oft mit Swing aus den fünfzigern (gern auch mit aktuellen Coverversionen der Songs von Sinatra & co) versucht einen Kompromiss zu schlagen zwischen den Bedürfnissen der mir anvertrauten und meinen blutenden Ohren. Radio war, wenn sonst nix mehr ging. Sozusagen der Zufallsgenerator, wenn man sich nicht einigen kann. Das kam nicht so oft vor. Aber für mich ist Michelle die Stimme jener Zeit direkt nach dem Abi, als ich noch gar keine Ahnung hatte, was ich mit meinem Leben anfangen soll.

  • 8. Ronan Keating - Iris

    Das Ende einer durchgefeierten Nacht, die erste in diesem Sommer. Ich fuhr einige Freunde nach Hause. Auf dem Rücksitz pennten zwei Schnapsleichen, während ich vorne mit einer Freundin ein sehr philosophisches Gespräch führte, es ging darum, was wir mit unserem Leben anfangen wollten, welche Zwänge uns zurückhalten und wieviel dieser Beschränkungen wir uns selbst auferlegen. Ohne in ihrer Argumentation innezuhalten, drehte meine Freundin das Radio lauter und Ronan Keatings Stimme gab uns den Hintergrund für ein erschöpftes Schweigen. Die schwarze Nacht färbte sich langsam grau. Als ich nach Hause kam steckten in den Briefkästen überall schon die Zeitungen. Viel hat sich nicht verändert seither. Aber es war eine dieser Nächte, wo man denkt, sein ganzes bisheriges Leben mit einem Schlag hinter sich lassen zu können.

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  • 9. Tomte - Ich Sang Die Ganze Zeit Von Dir

    Definitiv nicht mein Tag. Es goss in Strömen, ich hatte mir für einen wichtigen Termin das Auto von meinem Bruder geliehen und promt einen fetten Kratzer fabriziert. Zu dem Termin kam ich zu spät und sah nach den paar Schritten über den Parkplatz aus wie ein begossener Hund. Auf dem Rückweg. Ich spiele in Gedanken ein Szenario nach dem anderen durch, was wird mein Bruder sagen, wie kann ich ihm erklären? Am Straßenrand eine bekannte Erscheinung. Der nervige kleine Bruder meiner Ex. Der eigentlich sehr nett ist und auch gar nicht sooo nervig. Aber darüber mit meiner Ex zu reden, hatte nie einen Sinn. Ich fuhr ran und ließ ihn einsteigen. Er redete über dies und das und ich war froh nicht an meine Misere denken zu müssen. Als die ersten Takte dieses Liedes im Radio liefen, meinte er, ej, das kenn ich, das geht doch gleich so 'ich war ein guter Junge' - ich keine Ahnung, wir hörten genauer hin. Er, ich glaub das ist das, das ist das bestimmt. er war so wunderbar begeistert, obwohl die Textstelle von der er sprach, nicht kam. Ich wollte schon ausmachen - nein es kommt sicher gleich. - jaja. und in diesem Moment kamen Tomte zum Refrain und Thees sang 'ich war ein guter Junge, heute mache ich mich schick....' Der nervige kleine Bruder meiner Ex war ein kleiner Sonnenstrahl an meinem persönlichen Regentag und irgendwie ist dieses Lied auch immer einer, wenn ich es höre.

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  • 10. bright eyes - Land Locked Blues

    'and the world's got me dizzy again you'd think after 22 years I'd be used to the spin and it only feels worse when I stay in one place so I'm always pacing around or walking away' Ich laufe auf Kopfsteinpflaster, ziemlich steil aufwärts. Mein Kopf beginnt zu schmerzen, indem der Alkoholnebel sich auflöst. Ein Vogel beginnt zu singen. Oder sind es gleich viele? Ich weiß nicht wohin und was soll ich jetzt noch im Bett, wo der Tag so unbarmherzig hereinbricht? Zurück will ich auch nicht, ich komme von einer Party, wo ich mich plötzlich so fremd gefühlt habe inmitten feiernder Freunde. Ich sitze auf dem Bordstein und singe leise mit kratziger Stimme. Ein ganz leichter Regen setzt ein. Zu Hause werde ich das Fenster mit einem Schal verhängen und den Tag verschlafen.

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  • 11. Tom Waits - All The World Is Green

    Eigentlich hatte ich gedacht, mein Herz wäre zur Zeit nicht so anfällig. Ich hatte diesen Herbst wirklich anderes im Kopf als mich zu verlieben. und an jenem ersten Abend schon mal überhaupt nicht. Ich war auf einer Party, zu der ich eigentlich nicht hatte gehen wollen. Und doch war die Stimmung zu gut, ich fühlte mich zu wohl um wieder abzuhauen. Wir saßen auf dem Fussboden, da tippt mich von hinten jemand an. Sie fragt, ob ich ihr den Wein aufmachen kann, der Öffner war irgendwie kompliziert. Nun gehöre ich nicht zu den Männern die sich regelmäßig durch ihr technisches Know-how hervortun, aber den Wein bekam ich auf. Im Gegenzug teilte sie ihren Wein mit mir und schnell entwickelte sich ein ganz vertrautes Gespräch. Ich war viel zu entspannt um mir irgendwas dabei zu denken, und dann war plötzlich Zeit zu gehen, sie musste den letzten Bus nehmen, ihre Freundin machte Stress und da gings dann plötzlich schnell. Sie wollte mich wiedersehen und bei aller behaupteten Coolness und Beiläufigkeit, war ihr das ernst und wichtig. Wir tauschten Nummern aus und zum Abschied sagte sie noch 'Wenn wir es nicht schaffen uns nächste Woche zu treffen, dann sehen wir uns nie wieder' Und da hatte sie mich irgendwie. Das hat mich beeindruckt. Wow. In wenigen Treffen entwickelte sich etwas, ich weiß auch nicht so recht, aber sehr schnell konnte ich mir sehr viel vorstellen. Und da war nichts, keine Veränderung, es war noch die erste Verliebtheit. An jenem letzten Abend hätte ich nicht gedacht, dass es vorbei ist, wir haben uns beim Abschied noch verabredet fürs nächste Mal. Und das wars. Diese Verabredung hat sie verschoben, das war das letzte was ich von ihr gehört hab. Von nun an war sie für mich nicht mehr zu erreichen und meldete sich auch nicht mehr zurück. Und obwohl ich mich vor unserer ersten Begegnung in einem festen emotionalen Panzer geglaubt hatte, sind da doch unleugbar ein paar frische Kratzer an meinem Herz.

  • 12. Lisa Howard - Not a love story

    "Wage es nicht, dich jemals wieder bei mir zu melden," hattest du mir zum Abschied an den Kopf geworfen. Und die Wohnungstür offen gelassen, weil du sie wohl sonst vor Wut in tausend kleine Stückchen gehauen hättest. Am nächsten Tag schon kam eine SMS von dir, dass es dir leid tut und du um eine Gelegenheit bittest dich zu entschuldigen. Ein paar Tage später noch eine: "du fehlst mir" So wandern wir in der Abendkälte um die Kieler Förde. Zwei Männer Hand in Hand, das sollte man doch öfter sehen. Aber so hab ich mir das nicht vorgestellt. Wir reden lange. Und finden doch nicht mehr zusammen. Ich stehe noch lange vor deinem Haus, du bist schon lange reingegangen. Ich wollte dich nicht verlieren. Aber behalten konnte ich dich auch nicht. Nicht so, wie du dir das gewünscht hast jedenfalls.

  • 13. The Killers - Mr Brightside

    Eigentlich bin ich schon zu betrunken (Danke, Felix) und mir ist unangenehm bewusst, dass mein durchgeschwitztes T-Shirt ganz anders als nach Waschmittel riecht. Wir sind zu fünft mitten auf der überfüllten Tanzfläche, aber die anderen tapsen nur so unmotiviert herum. Nur Simon und ich tanzen wirklich, und dann auch miteinander. Wir berühren uns zufällig und dann nicht mehr so zufällig, und während ich noch überlege, ob ich die Zeichen richtig deute, berühren sich unsere Lippen. Erst küssen wir uns unbeholfen, und es ist auch nicht leicht, auf hektischen Elektrobeats eng umschlungen zu tanzen. Aber wir haben ja noch die halbe Nacht um uns einzugrooven. Simon trägt ein dunkelrotes T-Shirt und im Schwarzlicht leuchtet ein ganzer Sternenhimmel aus kleinen weißen Punkten auf seiner Brust. Und ich liebe die Killers so. Und gerade jetzt, spielen sie Mr. Brightside.

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Leonxs Freunde

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