Soundtrack meines Lebens

  • 1. The Rolling Stones - Paint It, Black

    Alle mussten für den Musikunterricht ihren Lieblingssong mitbringen, der wurde dann vor der ganzen Klasse vorgespielt. Wir lauschten also gebannt den Klängen von Roxette und Snap, bis ich mit diesem komischen Oldie auftauchte. Konnte keiner damals was mit anfangen und es war mir fürchterlich unangenehm die Einzige zu sein, die nichts Trendiges dabei hatte. Aber ich mag den Song heute immer noch ziemlich gerne...

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  • 2. Red Hot Chili Peppers - Deep Kick

    Es gibt Lieder die muss man einfach schief singen. Sonst klingen sie irgendwie nicht richtig. Sonst fehlt das Leben darin. Verstanden? Meine Fritzi und ich, wir vergnügten uns mit einer Tüte Hoffnung und einem guten Fläschen Wein des öfteren an der Ruhr. Um genau zu sein: am Schwerter Kiesstrand derselben. Es war ein besonders heisser Sommer an dem wir diese unsere Freundschaft begründeten und verstärkten. Wir drehten Videos von Wohnzimmerluftsprüngen und Menschenhaufen ,performancten Ausdruckstanz an der Ostsee, enddeckten die Welt mit dem Globus und produzierten meterlange Shampooschaumwürste mit ihrer kitschigen Blubberblasenlampe. Ihr wisst doch, diese mit Wasser gefüllten Röhren, die in verschiedenen Farben leuchten und Glasfische beherbergen. Und dazu immer dieses Lied. Am Ende des Sommers klebten die Fischlein dann am Boden der Lampe, sie hatten das Shampoo nicht vertragen und wir sind ein bischen erwachsener geworden. Aber "the butthole surfer said, it's better to regret something you did, than something you didn't do, yeah we were young..."

  • 3. Van Morrison - The Way That Young Lovers Do

    Ein ganz seltsamer Samstagabend. Ich hatte mich entschieden nicht mit meinen Freunden den Kiez zu rocken und wollte eine lange Nacht vor allem in Bezug auf meinen Schlaf. Und endlich mal wieder mit mir alleine sein, Musik hören, sentimental werden, mich erinnern. Aber genau das gelang mir in dieser Nacht überhaupt nicht. Es fand sich kein Song, der wirklich der Stimmung entsprach, in der ich mich befand. Auf einmal fand ich es ganz schön beschissen alleine zu sein, wollte mich schlafen legen, aber da war kein Fünkchen von Müdigkeit, nur Lustlosigkeit. Es war inzwischen drei Uhr früh, ich tigerte rastlos in der Wohnung rum, als die ziemlich laute Türklingel mich zusammenschrecken ließ. Wer um alles in der Welt, zu dieser Uhrzeit... Mein Nachbar von oben. Mit ner Flasche Wein in der Hand und einem "Ich kann nicht schlafen, haste nich Lust noch n bißchen Mucke zu hören?" Meine Güte, war ich dankbar. In seinem Zimmer zeigte er mir dann das Lied, wir erzählten uns noch die ganze Nacht durch von Gott und der Welt und irgendwie hatte ich genau das gebraucht. Irgendwie war ich da genau richtig. Im Morgengrauen, so gegen acht, schlurfte ich wieder nach unten und fiel müde und zufrieden in mein Bett. Als ich aufwachte war mein Leben ein anderes. Nicht wegen dem Lied, aber wegen dem was mein Freund in jener Nacht auf dem Kiez erlebte. Aber das ist wohl seine Geschichte zu seinem Song.

  • 4. Air - All I Need

    Ganz goldenglücklich... ich, der Walkman und mein Fahrrad auf dem Heimweg von der ersten großen Liebe... Das wohligwarme Gefühl und den letzten Kuss mit mir rumtragen... es ist dunkel und das Zeitlimit meiner Eltern bis zur letzten Sekunde überreizt... frische Luft und ne kalte Brise um die Ohren... manchmal einfach ganz irre lächeln, jubeln oder mitsingen... dann freihändig fahren... Shit, war das schön...

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  • 5. Kettcar - Landungsbrücken Raus

    2002 bin ich nach Hamburg gezogen - damals die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten für mich. Ich wollte die Welt mit meinen Kunstideen revolutionieren, wartete nur noch auf den großen Durchbruch. Leider wollte keine der hier ansässigen Kunsthochschulen mein ausgeprägtes Talent erkennen und ich scheiterte an mir selbst. Egal, irgendwie hab ich doch gewonnen: den Kampf gegen die Einsamkeit und mich selbst. Ne Menge neuer Erfahrungen, zum Teil ziemlich bitter, aber niemals das Gefühl gehabt mich irgendwie anzulügen. Totale Freiheit trotz aller Einschränkungen durch das Arbeitsamt und andere institutionelle Hürden und Begrenzungen. Abends an den Kaimauern gesessen, ein eiskaltes Bierchen genossen und gewusst was der da meint mit "dieses Bild verdient Applaus"...

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  • 6. Beck - Nobody's Fault But My Own

    Es ist schon ein seltsames Gefühl mit einem Menschen, der sich gerade von einem getrennt hat auf ein Konzert zu gehen auf dem in der Hauptsache Songs übers Verlassen und Verlassenwerden gesungen werden. Als Beck im Hamburger Schauspielhaus dieses einmalige Konzert gab - nur er und die Gitarre (o.k., eine Quetschkommode und ein E-Schlagzeug hatte er auch noch im Gepäck) und der Rokkokosaal, steckte ich in genau dieser Situation. Mein Exfreund und ich hatten eben die Karten gekauft bevor wir von der Trennung wussten. Und keiner wollte sich das entgehen lassen. Und so weinte ich - zum ersten und einzigen Mal auf einem Konzert - ganz still in mich rein.

  • 7. DEUS - Right As Rain

    Right As Rain. Eins von diesen Liedern, die ich irgendwie nur alleine hören kann. Zu Ohren gekommen ist es mir zum ersten Mal in einer ganz stinknormalen Nacht auf dem Heimweg von einer Party. Weder das Datum, noch die Jahreszeit, ja nicht mal die Jahreszahl ist mir in Erinnerung geblieben, ich weiß nur noch, dass es nicht schneite. Ich hatte eigentlich nichts Erwähnenswertes getrunken und war einfach nur müde. Und aus dem Autoradiocassettenspieler dudelte Musik. Mein Gemüt war so melancholisch verstimmt, diesen Zustand, den ich immer dann bekomme, wenn lange nichts Weltbewegendes passiert. Dann der Anfang von DEM Song. "Wer ist`n das?". "dEUS". "Aha". How beautiful the poetry how beautyful the prose... Ich lieh mir dann das Tape. Und bin seitdem sehr gerne melancholisch. ...this is where the story ends and this is where it goes...

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