Soundtrack meines Lebens

  • 1. Motörhead - Ace Of Spades

    Es muß wahrscheinlich so um Winter 1986/87 gewesen sein. Ich saß in meinem Jugendzimmer und trank. Richtig harten Fusel, na klar. Bourbon. Marke: vergessen. Vielleicht Maker's Mark? Allein natürlich. Als ich so saß, ratzte ich weg. Schlicht eingepennt. Obwohl Musik lief. Sehr laut, ebenfalls na klar. Motörhead. Titel, der spielte, genau in dem Moment, in dem ich wegschlummerte, ich schwöre es: "Ace of Spades". Ganz sicher, 100 Prozent. Als ich also da so saß (eher schon fast lag), langgestreckt, bequem, Bourbonwolken-umgeben, selig fast, wunderschön anzusehen ganz bestimmt, passierte diese Geschichte: Ich gehe schleppenden Schrittes unscheinbar und sehr introvertiert durch die Hölle und kaue an einem Würstchen mit Kartoffelsalat. Da steht auf einem Mal der Leibhaftige vor mir und behauptet, ich sei ihm auf den Schwanz gelatscht. Zornig versucht er blitzschnell, mir gegen das Schienbein zu treten. Doch ich packe ihn an den Hörnern und reiße plötzlich das linke ab. Verblüfft glotze ich auf den hornigen Geweihstumpf in meiner Hand, als er mir einen teuflischen Leberhaken verpassen will. Er paßt aber nicht auf, rutscht auf dem zu Boden geklatschten Kartoffelsalat aus und schlägt lang hin. Der Teufel blutet; sein rechter Huf scheint gebrochen zu sein. Als wir später bei einem Whisky in seiner Bibliothek zusammensitzen, erzählt er mir von seiner nicht abreißen wollenden Pechsträhne. Ehrlich gesagt langweilt mich sein wehleidiges Geschwätz. Ich gieße mir lieber noch einen ein und betrachte seinen in einem grotesken Winkel abgeknickten Pferdefuß und seine klaffende Stirnwunde, die beim Sprechen immer noch heftig blutet. Ich will etwas sagen, doch ich fange nur an zu Stammeln. Meine Lippen bringen einfach nichts raus - ungewöhlich! Ich fange an zu sabbern und muß mich übergeben. Alles wird schwarz. Geiler Traum. Doch das Jugendzimmer hatte mich wieder. Es lief immer noch "Ace of Spades". Übrigens immer noch mein Lieblingsstück. Nach all den Jahren. Hätte ich damals bestimmt nicht gedacht.

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  • 2. Jimi Hendrix - All Along The Watchtower

    Seit Mitte der Neunziger ein zuverlässiger Begleiter in den Schlaf. Lief nämlich jahrelang auf Bayern 3 im Nachtprogramm "Space Night" zu Apollo-Mondlandefilmen.

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  • 3. Van Halen - Dancin' The Night Away

    Angenehmes Liebeslied. Entwickle beim Hören seit ein paar Jahren regelmäßig tiefe Gefühle für die Frau, die ich gerade toll finde

  • 4. Iggy Pop - The Passenger

    Zum ersten Mal mehr als 300 km/h gefahren. Der Songtitel würde natürlich besser passen, wenn ich Beifahrer gewesen wäre

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  • 5. Studio Braun - Polizeiboot Norbert

    Noch nie hat eine CD-Neuerscheinung bei mir so viel gute Laune, Heiterkeit und fanatische Begeisterung ausgelöst wie das jüngste Studio Braun-Werk "Ein Kessel Braunes". Falls irgendjemanden interessiert, was meinen Humor 100prozentig trifft: eben diese Platte. Wie auch alle anderen zuvor. Hoch lebe Studio Braun!

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