Soundtrack meines Lebens

  • 1. Die Toten Hosen - Nur zu Besuch

    Im August ist meine Cousine sehr plötzlich und überraschend verstorben. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis zueinander, eigentlich waren wir die besten Freundinnen. Früher waren wir immer zusammen unterwegs, wir waren mehrmals zusammen im Urlaub, mit ihr war eigentlich immer was los. Wenn wir weg waren, war´s immer lustig. Dann hatten wir leider eine ganze Zeit keinen Kontakt mehr zueinander. Im April haben wir uns das letzte Mal auf einer Familienfeier gesehen. Abends sind wir dann noch mit ein paar Freundinnen weggegangen. Es war, wie immer mit ihr, ein super Abend! Ich weiß noch, wie ich zu ihr gesagt hab "Ich sag dir bescheid, wenn ich mal wieder hier bin." und ich hab noch genau das Bild im Kopf, wie wir uns verabschiedet haben und sie gegangen ist. Hätte ich gewusst, dass sie für immer geht, hätte ich ihr noch einiges gesagt. Mitte August hab ich dann einen Anruf von meinem Vater bekommen, der mir sagte, Diana läge im Krankenhaus im Koma. Ich bin sofort heim gefahren (von Stuttgart nach Magdeburg), um sie zu besuchen. Es war ein angeborener Herzfehler, den niemand vorher erkannt hatte. Sie hat plötzlich Kammerflimmern bekommen und ist nicht mehr aufgewacht. 5 lange Tage hat sie noch im Koma gelegen bis sie dann am 23.8. endgültig eingeschlafen ist. Sie war erst 20 Jahre alt! Hat immer gesund gelebt, nicht geraucht, nicht getrunken, hat viel Sport gemacht usw. Und sie hat dafür gelebt anderen Menschen zu helfen und ihnen das Leben zu retten mit ihrer Arbeit beim Roten Kreuz. Sie war, wie ich, ein riesiger Hosen- Fan. Also hat sich ihre Schwester dieses Lied zu ihrer Beerdigung ausgesucht. Während der Trauerfeier war der Himmel die meiste Zeit bedeckt, doch als die letzten Zeilen des Liedes kamen „... du kannst dich ja kümmern, wenn du willst, dass die Sonne an diesem Tag auch auf mein Grab scheint – dass die Sonne scheint, dass sie wieder scheint...“ kam auf einmal die Sonne durch die Wolken durch und hat mitten in den Saal geschienen. Das hat mir irgendwie wieder Mut gegeben...

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  • 2. Creedence Clearwater Revival - Have You Ever Seen The Rain

    Irgendwann, es ist schon ein paar Jahre her, kam dieses Lied mal im Radio und mein Vater hat es total laut gestellt. Er erzählte mir, dass es grade als er so um die 15 war aktuell war und immer im Radio lief. Er sagte, das erinnert ihn immer an den einen Sommer, also um 1970, als er mit seinen Freunden im Kanu- Trainingslager war. Sie haben am See gesessen mit so ´nem kleinen Kofferradio und da kam ständig dieses Lied. Seine Augen haben in dem Moment, als er das erzählte, so geleuchtet! Vor ca. 3 Jahren ist er schwer krank geworden. Aus diesem und natürlich anderen Gründen hat er letztes Jahr geheiratet. Es war ´ne riesen Party, wir hatten einen DJ usw. Irgendwann, zu ziemlich fortgeschrittener Stunde, hat der DJ dieses Lied gespielt. Da hat er dann mit seiner Frau eng umschlungen getanzt und er hat so glücklich ausgesehen! Ich glaube, ich hab ihn vorher noch nie so gesehen! Das hat mich in dem Moment auch total glücklich gemacht. Immer, wenn dieses Lied im Radio läuft, muss ich an ihn denken. Und auch daran, dass ich große Angst davor hab, ihn zu verlieren.

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  • 3. Gentleman - Be Yourself feat. Coco Tea

    Campus Invasion 2006 in Würzburg. Eine Freundin und ich haben uns auf den weiten Weg nach Würzburg gemacht, um ein geiles Wochenende zu erleben. Und das wurde es dann auch. Es hat einfach alles gestimmt. Schon auf der Hinfahrt: Die Sonne lachte, die Autobahnen waren wie leer gefegt und wir sangen laut zur Musik aus dem Radio mit. In Würzburg angekommen kostete es zwar einige Mühe und Nerven die Jugendherberge zu finden, doch das war dann später auch nebensächlich. In der Stadt herrschte die Hitze des Sommers und das aufkommende WM- Fieber, das uns später in diesem Sommer auch noch anstecken sollte. Auf dem Streifzug durch die Stadt fiel uns ein Jamaikaner auf, der vor H&M stand, den wir am nächsten Tag auf der Bühne hinter den Drums wieder sehen sollten. Das Festival begann irgendwann nachmittags und nachdem wir beim Versuch, die richtige Bushaltestelle zu finden, ein paar Typen endlich davon überzeugt hatten, dass sie nicht mit uns dorthin kommen konnten, in den mit Menschen überfüllten Bus stiegen, konnte es endlich losgehen. Den Anfang machten Madsen. Ich kannte die Jungs noch nicht, nur meine Freundin hatte mir schon viel von ihnen vorgeschwärmt. Und sie hat mich nicht enttäuscht! Nachdem die ganze Menge wie bekloppt gerockt hatte, musste sich diese, u. a. natürlich auch wir, versteht sich von selbst :-), erstmal an einem Hydranten auslassen. Das Wetter war perfekt, die Sonne brannte den ganzen Tag. Als sie dann so langsam direkt neben der Bühne unterging war es auch Zeit für den Headliner, GENTLEMAN! Ich stand ziemlich weit vorn links neben der Bühne und nach den ersten paar Takten ließ ich mich einfach nur noch tragen. Tragen von der Musik, sodass alle um mich herum irgendwann kapierten, dass dieses Mädel etwas mehr Platz zum tanzen braucht. Ein paar Typen vor mir rauchten einen Joint oder mehr, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich dachte, dass ich bald passiv- breit bin, wenn die nicht mal fertig werden. Aber die Musik reichte aus um high zu sein. Es war ein unbeschreibliches Gefühl sich diesen Reggae- Tönen einfach so hinzugeben an einem so perfekten Tag wie diesem. Meinetwegen hätte das Konzert die ganze Nacht gehen können, doch leider war es schon nach zwei Stunden vorbei. Nach der Aftershow- Party, auf der ich noch mit irgend einem Typen und seinem Riesenplüschtier tanzen musste, fielen wir dann gegen halb fünf oder so erschöpft, aber überglücklich ins Bett. (Vielen Dank an dieser Stelle an den Zivi, der es uns möglich gemacht hat länger als bis halb eins weg zu bleiben, da er uns den Tür- Code gegeben hat. ;-) ) Am nächsten Tag musste es dann wieder heimwärts gehen und nach endlosem hin und her telefonieren um überhaupt zu wissen wie wir fahren mussten, sausten wir bei strahlendem Sonnenschein über die menschenleeren Autobahnen heimwärts um dann noch ein bisschen von dem Erlebten zu träumen.

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